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Melanie Woods.

Ich dachte es wäre das Flauschige Kissen, das mir mit seinen langen Flusen die Nase unangenehm verstopfte und mich so zwang aufzuwachen, um an frische Atemluft zu gelangen.

War das Kissen über Nacht gewachsen?

Meine Augen einen Spalt weit geöffnet suchte Ich das Zimmer ab. Halt mal, Melanie, dieses Kissen hattest Du in London zurückgelassen! Schrie mein Kopf mich aufgebracht an, dabei sprang Ich auf, wie mechanisch, verhedderte mich, ungeschickt wie Ich in solchen Situationen nun mal war, mit dem rechten verräterischen Bein in meiner zu weichen hellblauen Decke und krachte mehr als unsanft gegen den trügerisch harten, dunklen Laminatboden der sich im ganzen Zimmer erstreckte.

Ich stöhnte laut auf und hielt mir das Kinn mit einer Hand. Natürlich mit dem Gesicht voran, mit was denn auch sonst...dachte Ich und riss gequält die Augen auf, als Fellhaufen von von-wegen-Kissen sich von meinem schönen Bett erhob. Diese Fellreste und den Hundegeruch würde Ich nie wieder loswerden.

„Du wirst es sowieso nicht mehr benötigen, Du schläfst Bald unterirdisch...", witzelte eine leichte, fast lautlose Stimme in meinem Kopf, die mich gerade so davon abhielt zu schreien, als das riesige Biest mit hochgezogenen Lefzen auf mich zukam und seine dolchartigen, Zeigefingergroßen Reißzähne in meiner einst so schönen Decke versenkte.

Wimmernd presste Ich die Hände auf meine Lippen: „Schrei nicht, sonst werden sie kommen, sie werden dann auch zerfetzt von diesem Ding, sie werden sterben, wie Du sterben wirst!", kreischte mein Unterbewusstsein, während Ich die Augen zukniff und versuchte die Gedanken an den Schmerz zu verdrängen. An die Frage, wie es sich anfühlen würde, wie lange Ich am Leben bliebe um zu spüren wie Ich zerfetzt wurde.

„Bleib ruhig, diese Viecher riechen die Angst bestimmt", wies Ich mich selbst an, atmete, schneller und schneller, als würde Ich sprinten, dabei schlug mein verdammtes Herz so heftig gegen meinen Armen Brustkorb, dass Ich dachte es würde sich durch meine Knochen schlagen und dem Monsterwolf entgegenspringen.

Ich trat um mich, wimmerte leise um Hilfe, mein Kopf dröhnte, meine Gedanken pulsierten.

Unfähig die zusammengedrückten Augen auch nur leicht zu öffnen robbte Ich, mit dem Gedanken mich freizuschlagen, herum, kam nie weit, weil die Zähne des Wolfes sich in die Decke gebohrt hatten, wie sie sich in mein reines Fleisch bohren würden: „Ich bin zäh, Du wirst sehen...Ich hoffe Du kriegst üble Magenschmerzen!", fauchte Ich, als das Ding seinen Kopf hochriss und mich aus der Decke beförderte wie einen Akrobaten aus der Zirkuskanone.

Dann stieß Ich doch einen Schrei aus.

Aus vollstem Halse und donnernder Kehle tönte er vermutlich bis in die Stadtmitte, bis zu allen, sogar bis zur Chinesischen Mauer am Ende der kleinen Welt. Vielleicht hatte sogar Grandma den Schrei vernommen, meinen allerletzten, der alle letzten Worte und meinen Willen in sich vereinte. Ein bloßes Gekreische, mit dem Ich abtreten wollte? Ich war eine Woods, wenn Ich schon abtrat, dann wollte Ich mich doch wenigstens verabschiedet haben.

Die blanke Angst kroch über meine nackte Wirbelsäule wie ein Wurm, ein mieses Insekt, das danach trachtete genährt zu werden und nie wieder die Kontrolle abzugeben. Es war die Angst vor der Dunkelheit, vor dem Lichtstrahl...es war die Angst vor dem Tod.

Meinen Rücken brutal gegen die Wand gepresst, zwang Ich mich der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Der Wahrheit, dem riesigen Wolfswesen, das hier stand wie in einem schlechten Horrorfilm. „DU HAST HIER NICHTS ZU SUCHEN!", Ich funkelte Ihn böse an, während mir Tränen in den Augen lagen, die mich drängten meine an die Wand gepressten Schultern hängen zu lassen, während langsam jegliche Hoffnung aus meinem Körper entschwand, dass das hier doch noch ein Traum sein könnte.

Ein Albtraum.

Das Biest legte langsam den Kopf schief, gerade als Ich die Kraft zum Kämpfen aufgegeben und mich meinem Schicksal ergeben hatte. Er kam mir so nahe, das Ich seinen stinkenden, verwesenden Atem in meinem Gesicht spüren konnte, ohne wissen zu wollen, was das Arme Lebewesen war, das sich als zweite Mahlzeit, als Mitternachtssnack zwischen seinen Zähnen eingenistet hatte. Das Ding war definitiv kein Vegetarier, für jeden, der es auch bis jetzt nicht verstanden hatte.

Das Wolfswesen starrte mich an, als wollte es mir ein Loch direkt in die tiefen meiner Seele bohren, um zu prüfen, ob Ich es wert wäre verschont zu werden.

Dann leckte es mir über den rechten Arm, schüttelte sich kurz und verschwand durch das weit geöffnete Balkonfenster.

„So also bist Du hier reingekommen"

  




Neues Leben (Band 1) *Überarbeitung abgebrochen*Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt