*Kapitel 6*

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Schnell rannte Ich, so schnell wie mich meine Beine auf sich trugen, das Monstrum aber war schneller. Ich kannte diesen Wald nicht, das Wesen jedoch schon, es jagte mir nach als wäre es schon sein ganzes Leben lang diesen Weg heruntergerannt und hätte gejagt bis Ihm die Beute zwischen die Lefzen ging. Es stand nicht gut um mich, das wusste selbst Ich.

Viel zu spät bemerkte Ich, das es mich nur tiefer in den Wald hetzte, tiefer in sein Revier, enger in seine Fänge.

Ich drehte mich nach Ihm um, wollte sehen wie schlimm es um mich stand, doch da stolperte Ich, fiel und schlitterte unbeholfen über den harten Kiesboden. Als Ich den Schrei losließ bluteten meine Beine, meine Ellenbogen und Unterarme waren aufgeschoren und sogar von meinem Kinn tropfte die Zähe Rote Flüssigkeit. Die schmerzen machten es mir unmöglich aufzustehen, vielleicht auch weniger der Schmerz, vielleicht war es vielmehr der Anblick meiner Beine, die Schreckliche Enttäuschung, weil sie mir meine Schwäche vor Augen führte. Sie machte mich angreifbar, dass erkannte auch das Monstrum, das mit gefletschten Zähnen direkt auf mich zu schlurfte.

Niemand würde meine Schreie hören, erkannte Ich, als das Wolfsähnliche Wesen, so groß, vermutlich größer als ein Bär auf mich zu schritt und laut aufheulte.

Und wenn mich doch jemand hören sollte?

Dann wäre er genauso tot wie Ich es gleich wäre...

Meine Gedanken schlichen zu Jinger, zu Amanda, zu Luces.

Ich wäre im Streit mit Ihnen gestorben und Jinger würde sich ein Leben lang vorwürfe machen, dass sie mich gehen lassen hatte. Sollte Ich das überleben würde Ich allen verzeihen. Irgendwie.

Zusammenreißen, ein letztes mal.

Das Biest setzte gerade zu seinem Finalen Hechtsprung an, ging in die Hocke und zog die Lefzen fast wie bei einem Grinsen hoch, da stieß in etwas anderes unsanft zur Seite, so schnell, dass Ich es mit bloßem Auge fast nicht erfasst hatte.

Erst als sie kämpften, als sie mit einander rangen und sich bissen und zu Boden warfen erkannte Ich meinen Retter. Das Ding das heute Morgen in Meinem Zimmer erschienen war, den Wolf den Ich noch heute Morgen als meinen Mörder empfunden und mich geirrt hatte.

Er war größer als der andere, packte Ihn und warf Ihn von sich wie einen Sack Kartoffeln. Fast mühelos schien es, jedoch steckte eine solche Wucht dahinter, dass der Baum, gegen den er den zweiten Wolf geworfen hatte, in zwei Hälften brach wie ein dürrer Zahnstocher.

Der kleine Wolf war braun, hatte kaum noch kraft sich aufzuraffen, aber kroch wimmernd davon, robbte fast schon, geprägt von den Wunden seines Angreifers.

Kaum zwei Tage hatte Ich hier verbracht, in dem ja so wunderschönen Miami und schon saß Ich hier. Weinte, wie Ich es schon seit Jahren tat, so als hätte sich nichts verändert. Als wäre Ich wieder sechs Jahre alt, schwach wie ein Lamm, brechbar wie Glas, aufzulösen wie purer Zucker. Das hier passierte niemandem. Es war unmöglich, wieso also Ich? Wieso Ich?!

Als jemand die Arme um meine Schultern schlag, da war es mir egal WER es war. Ich war so beschäftigt in meine Gedanken, mit meinen Gefühlen und Ängsten, als Ich bemerkte das es Luces war, interessierte es mich nicht woher er so plötzlich gekommen war, oder wohin das schwarze Wolfswesen verschwunden war.

Ich sagte Ich würde verzeihen.

Jetzt war er für mich hier...um das Versprechen einzulösen...


Neues Leben (Band 1) *Überarbeitung abgebrochen*Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt