9. Heimfahrt

241 11 0
                                        


"So, legt eure Bilder beim rausgehen auf meinen Tisch. Schönen Tag noch." Ms. Dearing lächelte und beendete die Stunde damit. Fast alle stürmten raus. Am Ende waren nur noch Kyle,James und ich übrig. "Fertig?" Kyle setzte sich auf meinen Tisch und verschränkte seine Beine. "Gleich, mach nicht so viel Stress, mein Bus kommt erst in Zehn Minuten." Langsam steckte ich meine Sachen ein. "Hey Sam, mit welchem Bus fährst du denn?" James kam von hinten und stellte sich neben mich. "Äh, mit der 155. Wieso?" James lächelte. "Cool, dann fahren wir zusammen." Seid wann das denn? Mir ist er nie aufgefallen. "Okay." Ich schappte mir meine Tasche und stand auf. "Fertig." Sagte ich und schlug Kyle auf den Oberschenkel. "Wir können los." Kyle schreckte aus seiner wütenden Starre hervor und stand auf. "Ja, dann mal los." Er zog mich an der Hand aus dem Raum, weg von James. Er rannte fast. "Hey, was soll das?" Fragte ich genervt. "Ich muss zum Bus, er kommt in drei Minuten!" Kyle stieß gereizt die Luft aus. "Ich bring dich nach hause." Murrte er. Gereizt warf ich meinen freien Arm in die Luft. "Toll, jetzt fährt James alleine. Und außerdem kannst du nicht einfach so bestimmen das ich mit dir fahre, denn gerade bin ich stink sauer auf dich." Seine Gesichtszüge wurden wieder weich und er sah mich entschuldigend und traurig zugleich an. "Sorry, ich kann es einfach nicht haben wenn du mit ihm in Kontakt stehst." Vorsichtig strich er mir über die Haare und sein Mundwinkel zuckte nach oben als ich erschrocken von der Geste die Augen aufriss. "Komm, ich bring dich nach hause." Er lächelte und hielt mir die Tür des Ausgangs auf.

Wir standen auf dem Parkplatz. "Welches ist dein Auto?" Fragend sah ich zu ihm auf. Ohne zu antworten steuerte er auf eins zu. Ich glaubte das diese Automarke teuer war. Es war jedenfalls schwarz wie die Nacht. "Cool." Ich lächelte und rutschte auf die Beifahrerseite. "Du verstehst eh nichts von Autos." Kyle schmunzelte belustigt. Ich biss mir auf die Lippe und nickte. Elegant schnallte er sich an und fuhr aus der Parklücke. "Anschnallen nicht vergessen." Er zwinkerte und erinnerte mich an die Sicherheitsmaßnahmen. Ich schnallte mich an und stellte meine Tasche auf den Boden. "Gut." Er fuhr sehr sicher, aber trotzdem schnell, und so manch eine Kurve jagte mir Angst ein. Bei der Kurve die gerade passierte krallte ich mich in den Sitz. "Hey, bleib locker." Kyle legte mir beschwichtigend eine Hand auf den Oberschenkel und meine Anspannung verflog. Der Teil des Beines, auf dem seine Hand lag, fing an zu kribbeln. Im ersten Moment hätte ich sie am liebsten wieder weggeschlagen. Aber nun beruhigte sie mich und langsam nahm ich die Hände vom Sitz und legte sie in meinen Schoß. Dabei berührten sich für einen winzigen Moment unsere Hände und Kyle sah aus dem Augenwinkel zu mir rüber. Diese Situation war mir peinlich. Beschämt schaute ich weg und aus dem Fenster. Kyle legte seine Hand wieder auf das Lenkrad, und so war der Moment vergangen. Ab da, redeten wir nicht mehr miteinander und hüllten uns in Schweigen.
Erst vor meiner Haustür meldete er sich zu Wort. "Bis morgen." Lächelnd sah ich ihn an. "Bis dann." Meine Arm streckte ich nach unten und griff nach der Tasche, mit dem anderen wollte ich die Tür öffnen als Kyle sich vor lehnte und mir einen Federleichten Kuss auf die Wange drückte. Das brachte mich so aus der Bahn, das ich ihn einige Sekunden nur anglotzen konnte. "Alles okay?" Kyle sah mich verwundert an. "Ähm...klaar...also bis dann." Schnell öffnete ich die Autotür und stieg auf den Fußgängerweg. Dann knallte ich die Tür zu, und winkte zum Abschied. Er zwinkerte wieder und fuhr los. Erst als Kyle um die Ecke war, ging ich in den Hausflur und lief die Treppen hoch in unsere Etage. Es war die dritte, von sechs.

Unsere Nachbarn gegenüber waren total nett und oft im Urlaub. Was ich gut fand, denn so konnte ich mir Geld dazuverdienen. Ich musste nur Pflanzen gießen. Aber diese Woche waren sie Zuhause. Vor unsere Wohnungstür, stellte ich mich hin und fischte den Schlüssel aus meiner Tasche. Dann schloss ich auf und schmiss die Tasche auf das blaue Sofa. Danach knallte ich die Tür hinter mir zu und schmiss die Schlüssel auf das Regal daneben. "Mom, bin zuhause." Rief ich durch die Wohnung. Und wartete auf die Antwort.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Danke an euch alle!!!

♡Marleen88♡

Veränderung Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt