22. Vielleicht

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Ich hörte die Stimme meiner Mom. Jemand schüttelte mich. "Süße!" Mom schrie mir ins Ohr. "Aufstehen! Du musst los!" Stöhnend machte ich meine Augen auf und setzte mich auf. "Was?" Murmelte ich. "Du musst dich anziehen, ich werde dich zur Schule fahren. Jetzt mach schon." Sie zog ein paar Klamotten aus meinem Schrank.
Einen Jeansrock, dazu ein rosa Shirt mit einem leichten Ausschnitt beim Rücken. Dazu zog sie in dem selben rosa, Knie hohe Strümpfe heraus und schmiss mir das Outfit aufs Bett. "Putz dir schnell die Zähne, wo ist deine Unterwäsche?" Ich zeigte ihr die Schublade und sie nickte. Ehrlicherweise musste ich zugeben, dass das Outfit das Mom heraus gesucht hatte, cool aussah. Doch die Unterwäsche war viel zu unfeminin für das Shirt. Also suchte ich eine etwas schönere heraus. Das alles zog ich schnell an und betrachtete mich im Spiegel. Es sah total gut aus. Doch meine Haare mussten hoch. Ich machte mir einen unordentlichen Dutt und lief zu Mom in die Küche. "Wow, süße ich sollte dir öffter die Sachen heraus legen, und Zeitschriften lesen." Sagte sie und streckte mir ein Toast hin. "Iss, ich hab auch was für die Schule gemacht." Mom lief in mein Zimmer und steckte mir das Essen in die Schultasche. "Danke." Sagte ich mit vollem Mund und stopfte den letzten rest auch noch in den Mund. "Komm, ich fahr dich." Sofort sprang mein Schlechtes Gewissen an. Sie hatte noch nicht einmal ihre Arbeitskleidung ausgezogen. "Das musst du.." " Mach deinen Mund zu. Ich fahre dich und schluss. Zieh dir deine Stiefel an." Sie hielt mir meine Knöchel hohen schwarzen Stiefel entgegen. Ich nickte, und zog sie an. Dazu eine schwarze Lederjacke.

"Du siehst toll aus." Mom parkte auf dem Parkplatz. "Bis später." Sie küsste mich auf die Stirn und ich stieg lächend aus. Rechtzeitig ging ich durch die Tür. Doch kurz bevor ich hinein ging, winkte ich noch einmal Mom. Sie lächelte müde und fuhr davon. Ja, heftige Schuldgefühle im Anmarsch.

Kyle saß schon am Tisch. Als er mich ansah strahlten seine Augen. Leichte röte stieg mir in die Wangen als seine Augen über meinen Körper glitten.
Schnell setzte ich mich neben ihn. "Hi." Sagte ich und packte meine Sachen aus. "Hey." Er drehte sich zu mir. Ich blieb normal nach vorn gerichtet sitzen. Ich hasste das hin und her und ich verstand nichts.
"Sam, sieh mich bitte an." Flüsterte Kyle. Langsam drehte ich mich, sah ihn aber nicht an. Er seufzte. "Komm schon." Mit seinen Finger hob er mein Kinn. "In die Augen sehen ist schon angemessen." Er lächelte traurig. Irgendetwas war anders. Ich fühlte es. Wahrscheinlich das von Gester, und Vorgestern und Vorvorgestern. All die Streiterein, die Gefühle, die Küsse, die Worte die Ausgesprochen oder nicht Ausgesprochen wurden. "Du siehst toll aus." Vorsichtig strich er über meine Wange. Ich schloss meine Augen. "Ich..." meine Stimme brach und ich schaffte es nicht, nochmal anzusetzen. "Ich weiß." Murmelte er und zog seine weiche Hand weg.
Die unsichtbare Wand baute sich immer höher, und wir waren immer weiter entfernt. "Danke." Sagte ich und löste mich aus seinem Griff.
"Vielleicht sollte es nur kurz sein. Vielleicht ist er für eine längere Zeit." Flüsterte Kyle traurig und drehte sich ebenfalls nach vorn. "Vielleicht." Hauchte ich, den Tränen nah.

Mr. Spencer trat ein und begann mit dem Unterricht.
Ich hörte nichts, musste die ganze Zeit über gerade nach denken und was genau das jetzt alles hieß.
Keine Berührungen mehr von ihm, keine überraschenden Küsse, keine Stimmungsschwankungen. Ich musste schmunzeln. "Was gibt es da zu lachen Samantha?" Fragte Mr. Spencer. "Nichts. Ich werde mich wieder konzentrieren." Und abschließen. Fügte ich in Gedanken hinzu. Mit Kyle und den schönen Erinnerungen.

Abschließen.

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Traurig Traurig

♡Marleen88♡

Veränderung Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt