Am 16. Tag des Monats setzte sich Thaddeus dann mit seinem Vater auseinander. Er versuchte mit ihm zu reden, aber endete letztendlich in einer Auseinandersetzung voller Geschrei. Er flüchtete nach wenigen Minuten aus dem Haus, nahm noch einige Sachen von ihm mit, die ihm als wichtig erschienen.
Er sah seinen Vater von dem Tag an nie wieder.
Am 17. Tag des Monats besuchte er seine Mutter in der neuen Wohnung, die sie sich besorgt hatte. Sie war glücklich. Das machte Thaddeus glücklich. Er schwor sich, sie öfter zu besuchen. Aber wusste, dass er es nicht einhalten würde, da er ihr nie für ihr Verhalten, das sie damals hatte, verzieh.
Am 18. Tag des Monats entschlossen Ardian und er sich dazu eine neue Wohnung zu mieten, in einer anderen Stadt, weit weit weg von all den miesen Erlebnissen. Sie kamen auf Köln zu sprechen, wo sie in Ruhe und Zufriedenheit sich selber finden können würden.
Am 20. Tag des Montag begaben sich Ardian und Thaddeus zu Luna's Grab. Sie waren nicht auf ihrer Beerdigung, da sie Beerdigungen nicht leiden konnten. Sie machten doch die Lebenden bloß noch trauriger, als sie es eh schon waren. Zudem versuchte Ardian über sie hinweg zu kommen. Er wollte ihr bloß noch eine letzte Ehre mit einem Strauß Blumen erweisen. Thaddeus leistete nur Beistand. Er kannte sie ja immerhin kaum.
Am 21. Tag des Monats fanden sie im Internet eine neue, tolle Wohnung und am 23. Tag des Monats besuchten sie Köln, um sich die Wohnung anzusehen. Sie fuhren mit einem Auto, das Ardian sich zusammen mit Thaddeus gekauft hatte. Sein Job ließ ihn gut Geld verdienen und Thaddeus begann damit Videos von sich im Internet hochzuladen. Es war nichts besonderes. Aber dadurch verdiente er Geld.
Am 28. Tag des Monats bekamen sie eine Zusage für die Wohnung. Sie wollten sofort umziehen.
Am 10. Tag des nächsten Monats wohnten sie dann in Köln, hatten noch mehr Tattoos und andere Frisuren. Sie wollten sich passend zum Neustart äußerlich noch weiter verändern. Thaddeus und Ardian machten mittlerweile beide Videos, die sie auf YouTube stellten. Ardian musste seinen Job kündigen, verdiente so aber wieder Geld. Es war ein passender Ausgleich.
Und am 20. Tag des nächsten Monats redeten sie einfach nur, während sie auf ihrer Couch saßen, in der noch immer irgendwo Papierstücke von Ardian's Down-Phase steckten. Ardian ging es mittlerweile um einiges besser. Er war wieder glücklich. Er liebte sein Leben wieder etwas mehr.
"Ich vermisse unseren Fluss.", sagte Thaddeus voller Einfühlsamkeit in die Zeit, in der sie sich kennenlernten, was bereits ein Jahr zurück lag.
"Ich auch", stimmte Ardian zu, "stell dir vor, wir hätten uns nicht kennengelernt."
"Will ich nicht, Mann.", antwortete Thaddeus und reichte Ardian einen Apfel, den er aus der Küche holte, da Ardian ihn darum bat. Ardian hörte damit auf Fleisch zu essen. In seinem Kopf hatte sich ein Schalter umgelegt, wie er es sagte. Thaddeus zog mit ihm.
"Ich glaube, wir leben gerade die beste Zeit unseres Lebens, Ardy.", sagte Thaddeus und sah aus dem Fenster des Wohnzimmers, von wo er den Kölner Dom sehen konnte und die hereinbrechende Dämmerung ihn ganz warm werden ließ. Er liebte solche Anblicke.
Und wahrscheinlich hatte er recht, wahrscheinlich lebten sie die beste Zeit ihres Lebens. Beide konnten ja nicht in die Zukunft sehen.
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Riverside
Fanfiction»Und alles, was sie taten, war anscheinend nichts weiter, als unten am Fluss zu sitzen und über die Probleme und Theorien dieser verkorksten Welt zu reden.« Sie waren unzufrieden mit der aktuellen Situation. Sie beide hatten den Glauben an die Mensc...
