Ardian lag im Krankenhaus, nachdem Thaddeus ihn gebeten hatte, endlich wieder zu einer Untersuchung zu gehen. Er fühlte sich echt mies. Nicht nur, da er Krebs besaß, sondern auch, da er Thaddeus verschwieg, dass es kaum eine Chance auf Heilung gab.
Ihm war längst klar, er würde es nicht schaffen. Er würde es nicht hinbekommen. Und er würde ihn alleine lassen.
Zwei Tage, nachdem Ardian ins Krankenhaus kam, besuchte ihn Thaddeus erneut. Er brachte Blumen mit, aber die wurden ihm am Eingang untersagt, wegen der Erde. Es waren Ardian's Lieblingsblumen. Thaddeus wollte einen Streit mit der Lady am Empfang beginnen, doch hielt es für wichtiger jetzt für Ardian da zu sein, anstatt mit Krankenhausmitarbeitern zu streiten. Also ließ er von der Frau ab und begab sich zu Ardian, auf sein Zimmer, und klopfte ganz sanft an die Tür, da Ardian nicht alleine auf Zimmer 211 lag.
"Hallo", sagte er lieb und freundlich zu Ardian's Zimmergenossin, ein Mädchen mit Leukämie. Ihr Name war Sara. "Wie geht es dir?", wandte er sich danach an Ardian und setzte sich zu seinem besten Freund ans Bett, wo er die Packung Schokolade begutachtete, die auf dem Nachttisch stand.
"Scheiße", antwortete Ardian. Und es war die Wahrheit. Ihm ging es nicht gut. Überhaupt nicht gut. "Krank zu sein ist immer scheiße."
"Von wem ist die Schokolade?"
"Von Sara's Eltern"
"Sara's Eltern haben dir Schokolade geschenkt?", fragte er ungläubig.
"Ja, haben sie.", sagte Sara vom Nachbarbett lächelnd. "Sie mögen Ardy."
"Sie nennt dich Ardy?"
"Wir sind KK, klar nennt sie mich so."
"Okay, was hab ich verpasst?" Thaddeus begonn verzweifelt zu lachen, was Sara und Ardian auch zum Lachen brachte.
"KK - Krankenhaus Kids", erklärte ihm die haarlose Sara höflich und grinste ihn trotz ihrer Schmerzen an. Sie war eine wahre Kämpferin.
"Ach so", lächelte Thaddeus zurück und musterte ihre leuchtend blauen Augen, die ihn an seine erinnerten.
Was er nicht ahnte: Sara und Ardian freundeten nicht nur an, nein, sie begonnen einander wirklich zu mögen. Und das innerhalb von wenigen Tagen.
Zwei Tage zuvor ging Ardian gerade mit dem Doktor durch den Gang, auf dem sich Zimmer 211 befand. Sie schwiegen einander an, Ardian sah zu Boden. So lange, bis er aus Versehen jemanden anrempelte.
"'Tschuldige", sagte er lächelnd und hielt das dürre Mädchen bei den Schultern, sah ihr in ihre scheinenden blauen Augen, die er zuvor nur bei Thaddeus so gesehen hatte.
"Kein Problem", antwortete sie und fuhr sich mit ihrer Hand über ihre kahle Kopfhaut, die ihm sofort auffiel. Trotzdem fand er sie wunderschön.
"Ich- Tut mir leid, ich bin Ardy.", stellte er sich ihr vor und nahm ihre Hand, um sie zu schütteln.
"Sara", antwortete sie voller Höflichkeit und grinste. Ihre Zähne waren perlweiß.
"Hi" Ardian fehlte die Sprache. Er verlor sich in ihren Augen.
"Herr Bora, wir müssen leider weiter.", holte ihn sein Arzt zurück. Widerwillig ging er mit ihm weiter und musste Sara im Gang stehen lassen. Er sah zu ihr ein weiteres Mal zurück, lachte ehrlich.
Er war fasziniert von ihr.
Am heutigen Tag war er es noch immer. Und er schätzte sich wirklich glücklich, dass sie beide sich ein Zimmer teilten. Er hätte niemanden lieber gehabt, als Sara.
Thaddeus bemerkte die Blicke zwischen beiden. Es machte ihn glücklich. Es schien, als käme Ardian zum ersten Mal wieder etwas über Luna hinweg. Wirklich über sie hinweg. Und das freute ihn.
"Krankenhaus Kids", schmunzelte Thaddeus und sah sich im Zimmer um. Es sah fürchterlich aus, aber er konnte es nunmal nicht ändern.
"Ja, wir können unserer Gesundheit eben nicht entfliehen.", gab Sara zurück und ihre Augen strahlten Thaddeus an.
Er staunte, wie Recht sie doch hatte.
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Riverside
Fanfiction»Und alles, was sie taten, war anscheinend nichts weiter, als unten am Fluss zu sitzen und über die Probleme und Theorien dieser verkorksten Welt zu reden.« Sie waren unzufrieden mit der aktuellen Situation. Sie beide hatten den Glauben an die Mensc...
