"Lucy? Geht es dir gut?" Draco legt den Arm um mich. "Es könnte schlimmer sein. Dafür, dass ich gerade herausgefunden habe, dass ich die Tochter des schrecklichsten Zauberer der Welt bin, meine ich..." Okay, wem mache ich hier was vor? "Nein, mir geht's überhaupt nicht gut. Mein komplettes Leben ist auf einer Lüge aufgebaut worden..." Jetzt geht es los, ich kann die Tränen nicht mehr unterdrücken. Während ich weine, liegt Dracos Hand die ganze Zeit auf meinem Rücken. Ich wurde siebzehn Jahre lang angelogen. Mein Vater ist der gefährlichste Zauberer der Welt. Wer hat es denn noch gewusst? Ich fühle mich einfach nur vorgeführt. Ich bin die Tochter des Mannes, auf dessen Rechnung hunderte von Morden geht. Ich bin die Tochter des Wahnsinnigen. Ich höre überhaupt nicht mehr auf zu zittern. "Luce...", flüstert mein Freund. Ich fahre hoch und nun drehe ich wirklich durch: "Wie kannst du mich noch berühren? Ich bin eine Missgeburt!" Ich versuche seine Hände wegzuschlagen, aber er packt mich an den Handgelenken. "Würdest du jetzt bitte mal kurz still sein, Lucinda?" Ich wehre mich wieder, doch im Grunde weiß ich, dass ich aufhören sollte. Noch immer schluchzend lasse ich zu, dass Draco mich auf seinen Schoß zieht. "Du bist keine Missgeburt, ganz und gar nicht. Klar, ich kann verstehen, dass du lieber einen anderen Vater hättest. Trotzdem." "Wie konnte meine Mutter so dumm sein?!" "Lucy, denk nach. Es ist nicht ihre Schuld. Oder konntest du etwa was dafür, als du dich mir ausgesucht hast? Du hast doch selbst gesagt, dass eine Veela nur eine wahre Liebe haben kann. Bei Hannah war es eben der Typ, der jetzt keine Nase mehr hat. Liebe ist komisch, aber wenn sie bei einer Veela so eindeutig ist, und das weißt du, kannst du es nicht ändern. Ich meine, sieh uns an." Er küsst meine Stirn und hebt mein Kinn an. "Deine Mutter kann nichts dafür." Ich schmiege mich an ihn. "Tut mir leid, dass ich so ausgetickt bin..." "Hey. Das wäre ich auch, wenn ich vor ein paar Minuten herausgefunden hätte, dass ich der Sohn des größenwahnsinnigsten Zaubers der Welt bin." Ich muss leicht lächeln. "Wie nett du das doch ausdrückst." "Nett ist mein zweiter Vorname." Ich verdrehe nur die Augen und stehe auf. Dann ziehe ich mich vor seinen Augen bis auf die Unterwäsche aus, nehme mir eines seiner Shirts aus dem Schrank, werfe es mir über und lege mich schließlich wieder zu Draco ins Bett. Ich kann immer noch seinen gierigen Blick auf mir spüren, als ich endlich einschlafe.
"Wacht auf! Der Herr will uns sehen!" Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen habe, jedenfalls dämmert es schon. Das Gesicht meines Auserwählten ist blass, als er sich den Anzug zuknöpft. Ich weiß was er denkt. Narzissa ist schon wieder aus dem Zimmer verschwunden. Plötzlich habe ich eine Idee. "Dra? Gib mir zwei Minuten, ich will etwas versuchen." "Schönheit, wir haben keine Zeit mehr..." "Ich will mir doch nur die Haare hochstecken." Er starrt mich an. "Bei Merlins Bart! Du willst mich doch verarschen? Der Herr, der zufällig dein Vater ist, will, dass wir zur Versammlung kommen!" "Jaja, das habe ich nicht vergessen und jetzt geh schon mal vor." Als Draco den Raum verlässt, höre ich ihn noch so etwas wie Frauen murmeln. Ihr denkt jetzt bestimmt, ich hätte sie nicht mehr alle, aber das mit der Frisur hat tatsächlich seinen Grund: Ich habe eine Vermutung, was die Schwäche meines Vaters angeht. Merlin, ist das komisch das zu sagen! Ich stecke mir die Haare sorgfältig hoch, achte genau auf jede einzelne Strähne und verlasse schließlich den Raum.
Als ich den Saal betrete, sitzen schon alle. Draco wirft mir einen verwirrten Blick zu. Ich ignoriere ihn und schreite mit erhobenem Haupt an die Seite meines Vaters. Die roten Augen betrachten mich. "Eine neue Frisur, meine Schöne?" "Nun, meine Mutter trug die Haare sehr oft so." Ich lasse mich auf dem Stuhl nieder. Aus dem Augenwinkel kann ich beobachten, wie es in meinem Freund arbeitet. "Steht dir ziemlich gut, Lucinda." Ich kann eine kleine Spur Traurigkeit in diesem Gesicht sehen, allerdings ist diese nach einer Sekunde wieder verschwunden. Ich glaube zu beobachten, wie Draco ein Licht aufgeht. Ich lächle nur und erhebe die Stimme. "Herr, Ihr habt uns zu dieser Versammlung gerufen. Was ist der Anlass?" "Lucinda, eigentlich kannst du dir das denken. Harry Potter." Innerlich verdrehe ich die Augen. "Natürlich. Doch könntet Ihr das noch ein wenig konkreter fassen?" Flüstern geht durch die Reihen.
"Noch immer konnte man den Jungen nicht fassen, das ist erbärmlich. Doch vertrauliche Quellen haben mir verraten, dass der er bald zu dem Ort zurückkehren wird, wo alles begonnen hat." Mein Magen zieht sich zusammen. "Verzeiht mir diese Unterbrechung, aber wie könnt Ihr Euch da so sicher sein?" "Lucy. Denk nach. Harry Potter ist von Liebe und Familie besessen." Meine Aussage ist jetzt durchaus etwas gewagt, aber das riskiere ich: "Potter hatte wenigstens Eltern, die ihn geliebt haben." Dutzende Augenpaare sind auf mich gerichtet. "Du weißt, dass Liebe schwachsinnig ist, meine Schöne." Ich beiße mir auf die Zunge und nicke nur. Hätte ich jetzt noch was gesagt, hätte ich einfach zu viel riskiert. "Sobald der Junge dort ist, wird meine wundervolle Nagini den Rest übernehmen." Die restlichen Todesser lachen, doch Draco und ich schauen uns nur an. Harry darf nicht sterben. "Das ist alles, was ich sagen wollte. Lucy? Du bleibst bitte nochmal hier." Mein Freund verschluckt sich fast. Ich werfe ihm einen beruhigenden Blick zu."Weißt du, es ist schwierig den kompletten Plan im Auge zu behalten." Ich sehe meinem Vater dabei zu, wie er vor mir auf und ab geht. Sein grüner Umhang schleift schon fast auf dem Boden entlang. Er hebt die Hand, als ich ihn unterbrechen will. "Deswegen habe ich mir überlegt, dass du meine rechte Hand werden wirst. Natürlich bist du schon sehr viel in meine Entscheidungen involviert. Mehr als sonst jemand. Genau aus diesem Grund möchte ich, dass du ab jetzt planen wirst. Teile den anderen Todessern ihre Aufgabe zu. Bereite sie auf die Schlacht vor, den die wird garantiert eintreten." "Danke Herr, das ist mir eine große Ehre." Auch wenn ich äußerlich sehr cool und ehrfürchtig wirke, feiere ich innerlich eine Party. Ich sitze jetzt nicht nur an der Quelle des Bösen, ich darf dieses Böse auch nach meiner Pfeife tanzen lassen! Besser geht es doch überhaupt nicht! Wenn ich mehr über die Techniken und Tricks der anderen erfahre, werde ich Harry in der Schlacht besser helfen können. Perfekt! "Erlaubt mir die Frage, aber warum habt Ihr ausgerechnet mich ausgewählt?" Ein Lächeln, wenn man es so nennen kann, erscheint auf den Lippen meines Vaters. "Ich habe noch niemanden unter meiner Gefolgschaft gehabt, der solch einen scharfen Verstand hat, wie du. Deine Fähigkeiten sind erstaunlich. Ich weiß, dass ich dir vertrauen kann. Wenn ich das sage, meine ich das ernst." Ich bedanke mich noch einmal und verbeuge mich ehrfürchtig, ehe ich den Salon verlasse. Das muss ich unbedingt Draco erzählen!
Hallo Cookies ❤
Zu aller erst muss ich mich bei euch entschuldigen. Ich update momentan kaum, das tut mir auch echt leid, aber die Schule lässt momentan nichts Anderes zu :(
Wie fandet ihr das Kapitel? :)
Apropos, ich habe auch eine wichtige Information fürs nächste Mal: Ich lese ja immer mal Kapitel von meinen anderen Storys durch und ich habe beschlossen, dass ich im nächsten Kapi einen Flashback zu der Zeit machen werde, in der Lucy und Draco getrennt waren. Damit wird vor allem auch erklärt, wie das gute Verhältnis zwischen ihr und Fred zustande gekommen ist, da es für den weiteren Verlauf der Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen wird. Was sagt ihr dazu?
Ich freue mich auf eure Meinungen ;)
See you next time ;*
Momofelton ❤

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Good Inside ✔
FanfictionFortsetzung von "In Love With A Death Eater"❤ Was passiert, wenn du für den schlimmsten Magier aller Zeiten arbeitest? Was geschieht, wenn du dich entscheiden musst, für welche Seite du kämpfst? Was passiert, wenn du mehr über deine eigene dunkle...