"Franzi, was stehst du denn hier draußen rum?" Fragt das schwarzhaarige Mädchen, während sie die Tür aufreist. Sie muss mich aus dem Fenster, hier stehen gesehen haben. Maria trägt eine Skinny Jeans und einen Pullover, Schuhe trägt sie im Haus keine. "Ich weiß es nicht." sage ich verlegen. "Komm rein, drinnen ist es warm" Sagt Sophie und dreht sich ins Haus. Sobald ich ihm Haus stehe, überflutet mich ein Gefühl der wärme. Es ist zwar noch Sommer, aber irgendwie ist heute ein nicht gerade ein Tag den man als warm bezeichnen würde. Das Haus ist sehr gemütlich ausgestattet. Es wurden warme Farben und Paket verwendet. Ich fühle mich sofort wohl. Marias Eltern sind nicht zu Hause. Meine Eltern würden mich nie alleine mit Freunden in unserem Haus lassen. "Fühl dich wie zu Haue!" Sagt Maria und wirft sich auf die Couch. Ich sehe mich um, aber außer mir ist noch niemand da, nur Sophie, aber das war irgendwie klar. "Ich habe ein paar Horrorfilme geholt." Zwinkert Sophie mir zu. Ich starre sie an. Dann erst verstehe ich was sie meint. "Das hättest du wohl gerne!" Sage ich und fange an zu lachen. In diesem Moment klingelt es an der Tür und sämtliche Jungs stehen vor Tür. "Finn, Nick, Simon, Nico, Jan! Da seid ihr ja endlich." Ruft Maria und drückt ihre Faust an Finns Schultern. Sie sind alle so vertraut miteinander. Merke ich. Ich warte währenddessen im Wohnzimmer und schaue mich um. Das Wohnzimmer ist voller Familienbilder. An einer Wand hängt eine riesige Uhr, unter der Uhr steht ein Fernseher etwa 7 Meter dahinter die Couch, auf der ich mich gerade breit mache. Drei der Wände sind in rot gestrichen, die andere ist weiß. An der Wand mit der Tür steht ein Schrank mit vielen Gläsern und Tellern. Ein Teeservice steht auch dabei. "Ey Franzi!" Ruft einer der Jungs plötzlich. Wenige Sekunden später haben sich Nick und Simon neben mich auf die Couch gepfeffert. "Naa?" Fragt Nick und legt seinen Arm um meine Schultern. Doch doch so mutig heute? Denke ich und ziehe mich aus seinen Armen. Ich weiß, dass das nicht besonders nett ist, aber.. Alle schauen mich überrascht an und Nick schaut entmuntert auf den Boden. Das war nicht so freundlich. Gut gemacht Fiona, jetzt hast du ihn vor all seinen Freunden lächerlich gemacht. Das musst du wieder gut machen. Daraufhin klingelt es wieder an der Tür. Die Mädchen sind da. "Kommt rein." Höre ich Maria sagen. "Tut mir leid. Ich werde dir das vielleicht später erklären." Flüstere ich Nick ins Ohr. "Lass gut sein." Flüstert er zurück, lässt seinen Blick aber auf den Boden gerichtet. "Es ist unhöflich auf den Boden zu starren, während jemand mit dir redet" Sage ich und schiebe seinen Kopf mit meinen Händen an und bringe ihn dazu mich eine Sekunde anzusehen. Für diesen einen Augenblick lächle ich ihn aufmunternd an, dann sinkt sich sein Kopf wieder. "Franzi?" Tippt mich Simon plötzlich auf die Schulter. Als ich mich umdrehe schaue ich dem kleinen braunhaarigem Jungen direkt in seine grünen Augen. "Franzi, bitte sei nicht so streng mit ihm, er mag dich wirklich sehr. Er schafft es nur nicht es dir zu sagen." Haucht er mir ins Ohr. Ungläubig starre ich ihn an. "Ich meine das Ernst, er hat mir vorhin gesagt, als wir auf dem Weg hieher waren." Fügt er hinzu. Die Mädchen hatten doch recht, aber ich kann mit dieser Sache irgendwie nicht richtig umgehen, ich weiß nicht, was ich jetzt sagen soll. Das Eintreten der Mädchen löst mich aus meiner Starre und befreit mich von meiner Antwort. "Dann sind jetzt alle da!" Zwitschert Maria glücklich. Luna, die als letzte in den Raum kommt, schaut sich um. Als sie mich erblickt, reißt sie ihre Augen auf, dann zieht sie eine Augenbraue kurz nach oben. ich schüttele kurz den Kopf. Sie versteht die Geste und sucht sich wie die anderen einen Platz. "Folgendes ist geplant. Der Abend wird in die Geschichte eingehen." Fängt Sophie an. "Zuerst werden wir einige Spiele spielen, dann gegen 10 oder später schauen wir entweder Psycho, Don't breathe oder Zimmer 1408, das sind alles Horrorfilme. Welchen wir gucken, dürft ihr dann entscheiden. Was wir danach machen, wissen wir noch nicht." Beendet Maria. "Aber zuerst, was wollt ihr trinken. Uns steht alles zur Verfügung." Sagt Sophie und zwinkert uns zu. Jeder außer mir nimmt zunächst einen Radler. Ich nehme nur eine Cola. "Gut, wir hatten vor zuerst vor 'Ich hab noch nie...' zu spielen, einfach um uns ein wenig besser kennen zulernen. Bei allem was ihr schon Mal gemacht habt müsst ihr einmal trinken." Erklären beide abwechselnd. Jan meldet sich zu Wort: "Dann hätte ich gerne etwas anderes zu trinken" Gelächter bricht aus. "Dafür ist es jetzt zuspät." Prustet Maria. Man sieht deutlich, wie Jan Panik bekommt, ich glaube, dass die mehr als die Hälfte mit zu viel Alkohol, den sie im Laufe der Nacht zu sich nehmen werden, nicht umgehen kann und das ganze mächtig in die Hose gehen wird. Aber dafür bin ich ja da. Denke ich. "Let's go!" Ruft Sophie und fängt an. "Zunächst sind das noch ganz Humane fragen, die man ohne mit der Wimper zu zucken beantworten kann, aber irgendwann werden die Fragen zu solche, die man noch nicht man seiner besten Freundin beantworten würde. "Denkt dran, ihr MÜSST ehrlich sein!" Warnt Maria noch einmal darauf hin, ehrlich zu sein. Du wolltest unbedingt hin, jetzt musst du da auch durch. Dinge wie: 'Ich habe noch nie erotische Fotos von mir schießen lassen' oder 'Ich habe noch nie für jemanden gestripped' waren noch die Harmlosesten. Aber die Reaktionen und Antworten darauf, unbezahlbar. Nachdem 90% meiner Klassenkameraden jetzt sehr 'leicht' angetrunken ist, wird erst einmal eine Runde Twister gespielt. Sich zu dritt die Matte zu teilen ist schon anstrengend, aber dann auch noch mit zwei, die nicht mehr ganz nüchtern sind, ist das noch einmal eine andere Sache. Zusammen mit Valu und, wenn wundert es, Nick, muss ich auf die Matte. Mit dem Gleichgewicht halten, habe ich normalerweise kein Problem, aber wenn sich zwei Menschen zusätzlich noch auf dich stützen, wir das sehr schwierig. Mein linker Fuß befindet sich auf grün, meine rechte Hand auf rot und meine linke Hand und meiner rechter Fuß auf Blau. Valu ist auf grün und gelb verteilt und Nick muss sich jetzt irgendwie zwischen mich quetschen. Sein linker Fuß muss auf gelb, sein rechter auf blau und seine Hände jeweils auf rot und blau. Um sich nun so geschickt wie möglich zu positionieren muss er sich über mich beugen, da sonst die Gefahr droht um zufallen und als Brezel zu enden. Aber wie man sich vorstellen kann, endet diese Aktion in einem einzigen Chaos. Valu verliert den Halt und fällt um, sie reißt Nick mit sich, der auf mich fällt und mich auch nach unten zieht. Ich kann mir nur vorstellen, wie seltsam das ausgesehen haben muss, denn alle lachen. Nur Maria, Sophie und Luna schauen sich zufrieden nickend an. Ich befürchte, dass das Absicht von den dreien war. Nach gefühlten 10 Minuten bewegt sich immer noch keiner von den beiden und wir liegen noch immer am Boden. Valentina ist total rot vor lachen und Nick vor Scharm. Ich erinnere mich an die Wort von Simon. Normal stünde ich jetzt kurz vorm ausrasten, aber ich reiße mich zusammen und bleibe ruhig liegen. Nachdem sich alle wieder beruhigt haben, zieht Maria Valu nach oben und diese Nick. Nach einer langen Denkpause, streckt auch Nick mir die Hand hin um mich nach oben zu ziehen. Ich nehme die Hand dankend an und lasse mich von ihm wieder auf die Beine ziehen. Er hat sich vermutlich wieder gefangen, nach meinen Fehler vorhin. Ich stelle mich zu Luna, mit der ich seit wir hier sind, noch so gut wie kein Wort gewechselt habe. "Das hast du dir ausgedacht." Sage ich ohne eine Miene zu verziehen. Natürlich meine ich es nicht so Ernst, wie ich es sage, aber ich will sie ein wenig ins Schwitzen kommen lassen. "Von was redest du?" Fragt sie. "Gerade. Ich finde das echt nicht lustig." Sage ich. "Du meinst, ich habe Valentina einen Schubs gegeben, damit sie umfällt?" Sagt sie schmunzelnd. "Niemals!" Fügt sie hinzu. Und auf die Art und Weise, wie sie das gerade gesagt hat, weiß ich, dass sie was damit zu tun hat. Dank ihr sind wir umgefallen. "Du kleiner Schlawiner du" Blubbere ich und gackere los. "Du sagst ja gar nichts dagegen, dass wir dich und du weißt schon..." Fängt sie an "Nick.. näher bringen wollen." Beendet sie den Satz flüsternd. "Meinung geändert?" Fragt sie dann. Ich ziehe die Augenbrauen nach oben: "Wenn du wüsstest." "Was soll das denn heißen?" Fragt Luna mich skeptisch. "Das erkläre ich der bei Gelegenheit!" Sage ich und setzte mich neben sie auf die Couch. "Als nächstes wollen wir Flunkyball spielen." Sagt Maria nach einer Weile. Dafür werden 2 Teams gebildet aus je 5 Personen. (Team 1: Finn, Simon, Jan, Valentina und Maria. Team 2: Nick, Nico, Sophie, Luna und ich). Jeder hat ein Getränk vor sich stehen, vorzugsweise Alkohol, außer mir, ich trinke nach wie vor Cola, und in der Mitte steht eine Flasche, die zu ein viertel gefüllt ist. Die Flasche muss mit Hilfe von einem Ball umgestoßen werden, das Team, das getroffen hat, darf sobald die Flasche liegt, solange an dem Getränk trinken, bis das Gegnerteam die Flasche wieder aufgestellt hat und wieder steht. Nach 3 Runden verlässt die meisten die Zielgenauigkeit und auch die Standfestigkeit. Wir spielen insgesamt 8 Runden von denen wir 6 gewinnen. Es ist bereits 11 Uhr und wir verziehen uns wieder nach drinnen. 7 von 10 anwesenden geht es jetzt sehr dreckig und deshalb wird jetzt erst einmal Wasser getrunken. Wir haben uns entschlossen den Film 'Zimmer 1408' zu schauen. Wir werfen uns irgendwie neben irgendjemanden auf die Couch und warten gespannt auf den Anfang des Filmes. Er soll einer der gruseligsten Filme sein, die es gibt. Für gewöhnlich machen mir gruselige Filme gar nichts aus, aber dieser Film hat es echt in sich. Am Anfang ist das gar kein Thema, aber sobald 'Mike Enslin' in das Zimmer eincheckt, wird der Film kriminell. Nach wenigen Minuten bereits, vergrabe ich mein Gesicht in den Armen des neben mir liegenden Jungen. Seine starken Arme packen mich an den Schultern und halten mich fest. Jetzt erst realisiere ich wer neben mir liegt, aber im Moment ist mir das egal. Sein Eigengeruch liegt mir in der Nase. Er richt angenehm, nicht wie die meisten Jungs. Die meisten riechen wie die Männerabteilung im Douglas, aber er, er riecht nach Waschmittel und nach frisch geduscht. Man bekommt keine Gasvergiftung, wenn man sein Gesicht an seinen muskulösen Oberkörper gräbt, also bleibe ich ein Weile so liegen. Es ist sehr bequem so zu liegen, ich könnte einschalfen, doch dann fällt mir ein, dass das nicht geht. "Ist es vorbei?" Hauche ich mit zittriger Stimme. "Ja es ist vorbei." Antwortet Nick und lächelt mir zu. Er zieht mich mit seinen Armen nach oben, sodass ich wieder den Fernseher sehen kann, lässt mich jedoch nicht los. Ich folge dem Rat von Simon und versuche nicht zu streng mit ihm zu sein. Aber ich will nicht, dass noch jemand von meinem Geheimnis erfährt und da ist eine männliche Person auch keine Hilfe. Zumal ich für eine Beziehung sowieso noch nicht bereit bin, zumindest glaube ich das. Liegend in seinen Armen, lässt sich der Film sehr gut ertragen und es gibt mir ein Gefühl der Sicherheit, dass jemand seine Arme um mich geschlungen hat während ein Film läuft, der tote Menschen zeigt, die jederzeit und überall neben- oder hinter dir stehen. Ich schaue mich einmal um. Die Mädchen liegen in den Armen der Jungs, zwar bei den meisten unfreiwillig (sowohl bei den Jungs als auch bei den Mädchen), aber jeder hat einen Partner bei dem er sich kurz verstecken kann, wenn es zu gruselig wird. Auch das stärkere Geschlecht muss sich für manche Augenblicke zurückziehen. Nach 1 Stunde und 47 Minuten ist der Film vorbei. Maria und Sophie richten sich auf und schauen sich kurz um, als sie mich sehen lächeln kurz und stupsen Luna an, auch sie richtet sich auf. Die 3 lächeln. Ich habe noch nie so etwas wie jetzt gefühlt. Ich kann das Gefühl nicht ganz zuordnen, ich weiß nicht, was genau gerade vor sich geht. "Jetzt kommen wir zu einem klassischen Party Spiel. Wahrheit oder Pflicht. Wir setzten gleich die Regel, dass alles, ALLES, erlaubt ist" Erklärt Maria. Ich habe jetzt schon Angst vor dem Spiel. Ich habe angst, Dinge zu erfahren, die ich nicht erfahren wollte. Und ich habe Angst, Dinge über mich preis zu geben, die ich nie verraten wollte... Aber eigentlich freue ich mich auch meine Klassenkameraden in Wahrheit besser kennen zulernen und in Pflicht zu quälen. Wir nehmen eine Flasche zur Hilfe. Maria dreht zuerst und der Flaschenhals bleibt bei Finn stehen. Der etwas korpulenteren Junge starrt Maria durch seine haselnussbraunen Augen an. Sein Gesichtsausdruck sagt förmlich 'Wenn du mir jetzt eine falsche Frage stellst, raste ich aus.' "Wahrheit" Sagt er dann. "Ist das Mädchen in das du verliebt bist, gerade hier unter uns?" Fragt Maria. Er schaut sich unschlüssig um. Dann nickt er und sagt dann: "Ja!" Jeder schaut sich Interessiert um und fragt sie wer wohl die Glückliche ist. Alle Blicke treffen sich bei Sophie, die aber schaut zu Valentina. Finn schüttelt nur den Kopf. Aus dem bekommen wir wohl keine weiteren Informationen. Das Spiel geht immer so weiter, jeder muss sagen, ob die Person, in die verliebt ist, anwesend ist. Wirkliche Überraschungen gibt es aber keine. Als ich schließlich an der Reihe bin weiß ich nicht was ich antworten soll. Ich will niemanden verletzen, aber anderseits, bin ich nicht wirklich verliebt, glaube ich zu mindestens. Ich entschließe mich die Wahrheit zu sagen: "Ich bin nicht verliebt. Also nicht, dass ich wüsste." Alle schauen mich verdattert an. "Was heißt 'Nicht, dass ich wüsste'?" Fragt Luna. "Ich kenne das Gefühl des Verliebt seins nicht. Ich war noch nie verliebt." Antworte ich etwas niedergeschlagen, finde es aber gar nicht so schlimm, dass ich mir das Gefühl bis her erspart gelassen habe. Den Gesichtern zu Folge, glaubt mir keiner was ich gerade gesagt hab. Der nächste Satz von Finn, lässt mich etwas erröten, aber er bringt es, laut den anderen, genau auf den Punkt, was ihr heftiges zustimmendes Nicken verdeutlicht. "Du kannst uns doch nicht erzählen, dass du noch nie verliebt warst und auch demzufolge noch keinen Freund hattest. Du bist so hübsch und hast gleichzeitig auch noch Charakter. Das sind Dinge, die man heute nicht mehr findet. Ein nettes Mädchen." Mit dem Punkt, dass man heute noch Menschen trifft, die einen einzigartigen, netten Charakter haben, hat er absolut recht. Aber mit dem Rest, bin ich nicht ganz einverstanden. Dass ich nett bin, sagt man mir häufig, aber der Rest ist für mich unerklärlich. "Dann hast du mich noch nie ohne meinen Abdeckstift gesehen" Spaße ich. Tatsächlich tage ich nicht mehr auf, als ein wenig Abdeckstift und ein bisschen Niveacreme. Reicht, wenn ich einen Haufen Make- up auf der Bühne tragen muss, und damit aussehe, wie eine Barbie Puppe, da muss ich das Zeug nicht noch Privat oder in der Schule tragen. "Du sagst also, dass du nur ein bisschen Abdeckstift trägst?" Wirft Simon plötzlich ein, doch keiner beachtet seine Frage. "Das macht es auch nicht. Der Charakter macht eine Frau erst so richtig hübsch." Erklärt Finn. Das erstaunt mich, dass es immer noch Jungs gibt, die so denken. Die meisten Jungs in unserer Zeit gehen eher auf das Aussehen ein. Da haben die Mädchen, die den Jungs nicht gefallen, keine Chance und das ist nicht gerecht. "Auch wenn du nicht verliebt bist, es gibt ganz viele die dich sehr mögen." Sagt Simon nun. Jeder linst zu Nick hinüber nur ich bleibe mit meinem Blick auf Finn gerichtet, der mich gerade mit seinen Worten echt umgehauen hat. "Haben wir hier etwa jemanden, der Franzi etwas sagen will?" Schmunzelt Sophie Simon an. "Ich glaube, hier ist jemand an einer gewissen Person ganz schön interessiert." Fügt sie hinzu. Jetzt schaue ich einen kurzen Augenblick zu Nick, dessen Miene sich verfinstert. Wenn Blicke töten könnten. Denke ich. "Ich nicht." Sagt er ernst und schaut Nick streng an, er hat wohl den Blick von ihm mitbekommen und will ihm verdeutlichen, dass er sich locker machen soll. Trotz des Alkohols, den er in sich trägt, bekommt Nick keinen Ton raus, aber das macht gar nichts, also mir nicht, ihm macht das offensichtlich schon etwas aus. Seine Freunde setzten sich kurz neben ihn und flüstern ihm einige Dinge ins Ohr, hin und wieder schüttelt er den Kopf oder knurrt etwas. Minuten später treffen sich Simons und mein Blick, er nickt in Nicks Richtung. Er formt etwas mit den Lippen, was ich allerdings nicht verstehe. Ich deute die Geste mit dem Kopf, dass ich mich neben ihn setzen soll, so wie als wir den Film gesehen haben. Ich weiß zwar nicht wozu das gut sein soll, aber wenn es ihn beruhigt und die Jungs dann zufrieden sind. Ich rutsche ein wenig an Nick heran. Er merkt, dass ich näher rutsche und löst seine Hände vor der Brust. Ich setze mich direkt neben ihn in seine Arme. Alle nicken zufrieden. "Ey, bist du wieder anwesend?" Fragt Jan. "Ich war weg?" Fragt Nick. "Ja?! Du warst völlig weg, nachdem Finn Franzi, erklärt hat auf was Jungs stehen." Erklärt Jan. Nick lächelt verlegen. "Sorry!" Dann lasst uns weiter spielen. Ich bin die nächste die drehen darf. Die Flasche bleibt bei Luna stehen. Ihr eine Pflichtaufgabe auszusuchen ist gar nicht so leicht. Zum Glück dürfen die anderen mithelfen und schnell einigen wir uns auf eine Aufgabe. Sie soll den Jungen in den sie verliebt ist anrufen und ihm sagen, dass sie ihn liebt. Von der ersten Runde wissen wir, dass dieser Junge hier nicht dabei sitzt. Erst protestiert sie heftig, dann lässt sie sich aber auf die Aufgabe ein .Ich würde ja neben sie krabbeln, aber das ist im Moment etwas schwierig. Es ist mir quasi untersagt, mich von meinem Platz wegzusetzen. Ich schaue die anderen Jungs zwar bettelnd an, aber die schütteln heftig mit dem Kopf. Die Arme tut mir echt leid. "Marc? Luna hier!" meldet sich Luna am Telefon, ihre Stimme ist zittrig vor Aufregung, aber sie will sicher klingen. Marc ist einer der Jüngsten in unserer Klasse. Er ist klein und schmal. Er ist sehr schlau und mit einer der Besten im kompletten Jahrgang. "Luna?" Fragt er verschlafen. So wie der sich anhört, glaube ich nicht, dass er sich morgen noch daran erinnern wird, was Luna ihm sagt. "Ich muss dir was sagen." Fängt sie an, atmet tief ein und haut mit der Information raus: "Ich wollte dir sagen, dass ich dich gern habe. Wirklich sehr gern." Es dauert eine Weile, bis sich Marcs Stimme wieder erhebt. "Von was redest du?" Fragt er noch etwas verwirrt, wäre ich an seiner Stelle aber auch, wenn mich mitten in der Nacht irgendein Mädel anruft und mir sagt, dass sie mich gern hat. "Du hast schon richtig verstanden." Antwortet Luna. "Luna, es ist mitten in der Nacht. Ich verstehe nicht, was genau du jetzt gerade von mir willst." "Marc, ich habe dich sehr gern!" Sagt sie erneut. Luna will nicht ganz genau das sagen, was alles klar machen würde, ich sehe, dass ihr das unangenehm ist. Man hört durch den Hörer ein "Ach so!" Er scheint verstanden zu haben. "Das kostet mich jetzt auch sehr viel Überwindung, aber ich mag dich auch. Schon sehr lange, nur habe ich mich nie getraut dir das zu sagen." Antwortet er verlegen. Wir Mädchen fangen an zu quietschen vor Freude. Luna fuchtelt mit den Armen in der Luft herum und bittet uns leise zu sein. Damit ist Marc definitiv mutiger als mein Verehrer. Denke ich und schaue nach oben in Nicks Gesicht. Luna und Marc unterhalten sich noch kurz und dann verabschieden sie sich. "Uh là là!" Rufen wir im Chor. "Was ein Zufall. Das nenne ich ein Spiel zu deinen Gunsten." Sagt Sophie und lächelt vom einen Ohr zum anderen. "Und wie geht es zwischen euch jetzt weiter?" Fragt Maria neugierig. "Ich will nichts überstürzen, es schön zu wissen, dass er das Selbe empfindet und das reicht." Strahlt sie, währenddessen nimmt sie die Flasche und dreht sie. Nick ist an der Reihe und wählt ebenfalls Pflicht. Ich hab so das Gefühl, dass das keine gute Entscheidung war, warte aber ab, was passiert. "Schau deiner linken Partnerin mindestens 30 Sekunden lang in die Augen." Lautet seine Aufgabe. Ich wusste, dass es etwas mit mir zu tun hat und ich habe genug Filme gesehen, um zu wissen, was nach ungefähr 15 Sekunden passiert. Ihr seid so mies, meine Lieben. Denke ich. Ich persönlich bin da eigentlich total dagegen. Auch Nick neben mir sträubt sich ein wenig, aber schließlich ist es eine Pflicht Aufgabe. Der Plan der anderen, Nick zu 'enttarnen' soll so also seinen Lauf nehmen. Denke ich. Ich würde ihn wenigstens noch gerne vorwarnen, dass ich zurückzucken werde, wenn wirklich das passiert, was ich vermute, aber dazu bleibt mir keine Zeit, unsere Köpfe werden nach vorne geschoben und etwa 7 cm vor dem Gesicht des anderen werden wir gestoppt. Dann heißt es warten. Meine Augen wechseln von seinen Augen zu seinem Mund oder wieder zurück. Auch er beobachtet mich genau. In den ersten 15 Sekunden passiert nichts, so wie ich es eigentlich erwartet hatte. Erst nach 20 Sekunden scheint sich sein Gesicht langsam auf mein zuzubewegen. Ich will ihn nicht schon wieder verletzten, aber für einen Kuss bin ich definitiv noch nicht bereit. Noch 5, noch 4.. verdammt, was soll ich machen? Denke ich und schließe die Augen. Ich kneife sie regelrecht zusammen. Ich will die Hände vor das Gesicht nehmen, aber ich glaube dafür ist es zu spät. Ich warte.
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Double Life (Wird überarbeitet)
TienerfictieFranziska und ihre Eltern sind gerade von einer Großstadt in ein Dorf umgezogen. Für ihre neuen Mitschüler ist sie ein ganz normales Mädchen, aber sie verbirgt ein Geheimnis, wegen dem sie aus ihrem alten Wohnort wegziehen musste. Sie versucht alles...