Neue Erfahrungen

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Nach der Schule mache ich kurz Hausaufgaben bevor ich zur Grundschule gehe. Nick und ich wollen uns dort treffen, denn ich will auf gar keinen Fall, dass wir uns beim Heim treffen. Natürlich kommt er mit Verspätung. ,,Auch mal da.", begrüße ich ihn patzig. ,,Ok, wo sollen wir hin gehen?", fragt er. Keine Begrüßung? Keine Entschuldigung fürs zu spät kommen?

,,Also bei mir geht's nicht, habe meinen Schlüssel zuhause vergessen.", Lüge ich. ,,Ok zu mir?", etwas überrascht bin ich schon, dass er mich zu sich nachhause nimmt, aber egal. Ich nicke. ,,Hast du schon mal jemanden geküsst?", hab ich mich gerade verhört. ,,Was?", frage ich. ,,Ob du schon mal jemanden geküsst hast.", fragt er mich todernst. ,,Ähm, i-ich wüsste nicht was dich das angeht.", antworte ich ein wenig aus der Fassung gebracht. ,,Hast du nicht oder? War so klar.", ,,Was ist dadran bitte klar?", ,,Naja, du bist... wie soll ich es sagen...", natürlich weiß ich, dass er mich provozieren will, wie immer. ,,Wie weit müssen wir zu dir gehen ?", Wechsel ich das Thema. Mir ging das Gespräch eben in die deutlich falsche Richtung. ,,15 Minuten.", ,,Würdest du gerne jemanden küssen?", kann er mal damit aufhören.

Natürlich werde ich bei solchen Sachen rot. ,,Ach, dass muss dir nicht peinlich sein.", scherzt er. ,,Wie lustig", und verdrehe meine Augen. ,,Ich bin glücklich, wie es gerade ist.", ok, abgesehen, dass ich keine Eltern mehr habe und kaum was esse, aber ist er ganz sicher der letzte, den ich das erzählen würde.

Den Rest des Weges zu ihm herrscht stille. In seinem Zimmer schaue ich mich neugierig um. Er hat ein relativ große Bett, einen relativ kleinen Schreibtisch, einen Fernseher, ein Sofa und ein Schrank und Regal. Der Klassiker hallt. Wir beide setzten uns an den Schreibtisch und Nick beginnt mir den Stoff zu erklären. Während der Nachhilfe stellt er zum Glück die Provokationen aus und ist völlig konzentriert, worüber ich sehr froh bin. Nick ist ein guter Lehrer und kann gut erklären, natürlich sage ich ihm das nicht. Am Ende schmeiße ich mich erschöpft auf sein Bett, mir ist völlig egal, was er dabei denkt. Mein Gehirn raucht und mich würde es nicht wundern, wenn gleich Qualm rauskommen würde. Nick setzt sich neben mich und ich erhebe mich aus meiner Liegeposition. ,,Hast du es verstanden.", ich nicke. ,,Hier dein Geld.", er nimmt es und steckt es in seine Hosentasche.

,,Ich glaube dir nicht.", fragend schaue ich ihn an. ,,Dass du nicht gerne jemanden küssen würdest, ist gelogen.", ,,Nein das stimmt.", sage ich entrüstet.

Plötzlich legt er seine beiden Hände an meine Wangen und kommt meinem Gesicht immer näher. ,,Tut mir leid, für das was ich jetzt tue.", murmelt er und Zack liegen seine Lippen auf den meinen.

Stromschläge ziehen durch meinen Körper und in meinen Bauch fliegen Schmetterlinge. Immer wenn ich sowas im Buch gelesen habe, dachte ich es stimmt nicht, aber das tut es.

Der Kuss wird immer intensiver bis wir uns voneinander lösen. Mit rotem Wangen betrachte ich ihn. Er ist nicht ganz so kurzatmig wie ich, was aber irgendwie auch klar ist.

,,Wieso hast du das gemacht.", wir beide schauen uns in die Augen. ,,Weil du wunderschön bist.", er streicht mit seinen Handrücken über meine Wange. ,,Was bin ich für dich? Irgendwer zum Spaß?", sage ich und werde immer lauter. ,,Nein, dass bist du nicht.", ich springe vom Bett auf und verlasse fluchtartig sein Haus. Er lügt. Die Rufe von ihm ignoriere ich.

Doch an der gegenüberliegenden Seite bekommt er mich zu fassen. ,,Lina, dass stimmt nicht. Wirklich,", dabei hält er mich an meiner Taille fest, was ein angenehmes Kribbeln auslöst. ,,Achja? Und warum warst du immer so gemein?", ,,Ich wollte es mir einfach nicht eingestehen.", flüstert er so leise, dass ich Mühe hatte, ihn zu verstehen. ,,Was nicht eingestehen?", flüstere ich. ,,Das ich in dich verliebt bin.", hat er das gerade wirklich gesagt? ,,Tut mir leid, aber ich kann dir einfach nicht glauben, du bist jemand, welcher bestimmt schon was mit 100 Mädchen hatte und ja...", ,,Du musst mir glauben. Ich beweise es dir, ich werde mit keinen Mädchen mehr was haben.", das klingt fair, also nicke ich. ,,Darf ich dich denn jetzt küssen?", fragt er und grinst mich an. Ich nicke. Er legt seine Hände an meine Taille und zieht mich zu sich. Ich lege meinen Hände hinter seinen Hals. Ich hatte immer schiss vorm Küssen, schließlich wusste ich nie wie es geht, aber jetzt überlegt man garnicht mehr und macht es einfach.

Langsam lösen wir uns voneinander. ,,Ich würde dich gerne näher kennen lernen Lina Mickelsen.", ,,Woher weißt du meinen Nachnamen?", frage ich erstaunt und lachend. ,,Jahrbuch.", ,,Hast du extra nur nach mir gesehen?", grinse ich. ,,Jap.", ,,Wollen wir ins Kino gehen?", fragt er mich. ,,Ja super Idee."

Beim Kino entscheiden wir uns für irgendeine Komödie. Händchen haltend gehen wir zusammen Getränke und Popcorn holen. Nick erzählt viel von sich. Er hat zum Beispiel eine kleine Schwester, die 9 ist und einen älteren Bruder, der ist aber schon ausgezogen. Er meint Familie ist für ihn das wichtigste. Bei dem Wort zieht sich mein Bauch schmerzhaft zusammen.

Soll ich ihm erzählen, dass ich Waise bin? ,,Du Nick?", ,,Ja?", wir sitzen auf zwei Stühlen und warten darauf, dass wir den Kinosaal betreten können. ,,Ich muss dir was sagen...", nun hat er meine volle Aufmerksamkeit. Traurig schaue ich ihn an, woraufhin er mich besorgt mustert. ,,I-Ich ähm...also ich, stört dich der Altersunterschied?", fack, fack, fack! Ich bin so ein schisser.
Kritisch mustert er mich. Er merkt, dass es nicht die eigentliche Frage ist. ,,Sind doch nur 3 Jahre.", sagt er gelassen. ,,Willst du mir noch irgendetwas sagen?", fragt er ernst. ,,Ähm..I-Ich, a-also ich bin ähm, also ich habe keine Eltern mehr.", seufze ich. Sofort bin ich erleichtert es endlich gesagt zu haben. ,,Oh mein Gott! Das tut mir echt leid.", sofort steht Nick auf und umarmt mich. Dann küsst er mich. ,,Seid wann denn?", frag er etwas angespannt, wahrscheinlich weil er Angst hat, dass ich jeden Moment in Tränen ausbrechen, was natürlich jetzt nicht mehr passieren würde.", ,,Knapp 3 Monate. Und bevor du fragst, ja mir geht es einigermaßen gut. Ein paar gute Freunde haben mir sehr geholfen.", Niclas, Niko, Dule.

,,Und ähm wie?", ,,Autounfall.", ,,Und wo lebst du jetzt?", ,,Heim in Russee.", ,,Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich von Anfang viel netter gewesen.", ,,Stopp! Keine Extrawurst.", und signalisiere es mit meinem Zeigefinger. ,,Ok.", im Kino gucken wir dann den Film und danach bin ich zurück ins Heim gefahren mit dem Bus. Es war ein echt schöner Tag. Und Nick ist echt mega nett und sieht so gut aus.

Das Leben läuft nicht immer nach Plan...Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt