Flucht aus dem Kasino

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"Die Wände hier haben Ohren. Hinten gibt es eine Abstellkammer, dort können wir reden. Folgt mir.", flüstert der Zukunft-Luke.

"Professor."
Layton dreht sich zu mir um und unser Luke bleibt ebenfalls stehen, genauso wie der Zukunfts-Luke.
"Stimmt was nicht?", fragt der Professor.
"Ich bleibe lieber hier und warte auf euch.", antworte ich indirekt auf des Professors Frage. Dieser nickt nur nachdenklich, "Gut, in Ordnung. Aber sei Vorsichtig."
Nun nicke ich und die drei zogen sich zurück.
Kaum das sie außer Sichtweise waren, ließen meine Kopfschmerzen etwas nach.
Ich beschließe, mich ein wenig im Kasino umzusehen und schaue den Leuten gelegentlich beim spielen zu.
Mir entgehen die Blicke einiger schwarz gekleideter Herren nicht; das zum Thema 'Dubiose Gestalten haben hier keinen Zutritt'. Das ich nicht lache.
Was soll ich tun?
Einfach weiter gehen und so tun, als würde ich sie nicht bemerken?
Oder sie darauf ansprechen?
Letzteres streiche ich sofort von der Liste. Ich darf kein Aufsehen erregen. So würde ich dem Professor nur Ärger einhandeln. Und das hatte ich in den vergangen 10 Jahren schon oft genug getan.
Ich hatte ihn schon genug Zeit gekostet und gerade hier, in der Zukunft, durfte ich ihm nicht im Weg stehen.
Ich spiele an einem meiner geflochtenen Zöpfe und sehe in die Richtung, in die Layton, Luke und der Luke der Zukunft verschwunden sind. So langsam sollten sie zurückkommen.
Ich lehne mich an eine Säule und starre an die Decke, ob der Professor und ich auch ein zukünftiges Ich haben?
Wenn ja, werden wir sie treffen?

Ich stand noch ungefähr fünf Minuten an Ort und Stelle, ehe ich die drei zurückkommen sah.
"Da seid ihr ja wieder."
"Entschuldige, das wir dich warten ließen.", lächelt der Professor.
"Kein Problem, ich war ja diejenige, die nicht mitgehen wollte.", ich sehe den Professor jetzt direkt an, "Sind wir jetzt schlauer, Herr Professor?"
"Ja, in der Tat. Das sind wir. Luke hat uns einiges erzählt.", der Professor deutet auf den Zukunfts-Luke, als unser Luke das bemerkte, sah er nur auf den Boden.
Ich würde ihn später fragen, was los ist.
"Und jetzt?", frage ich.
"Wir verlassen ersteinmal diese Spielhalle. Den Rest erkläre ich dir unterwegs, Cheryl.", antwortet der Professor.
Im Augenwinkel bemerke ich, wie mich der Zukunfts-Luke eindringlich und zugleich geschockt ansieht.
Was hat er denn?
Ich sehe ihn an und augenblicklich wurden meine Kopfschmerzen wieder stärker.
"Alles in Ordnung?", fragt unser Luke besorgt.
"J-Ja... ich denke schon..."
"Du bist ganz blass. Lass uns schnell raus an die frische Luft gehen. Dann geht es dir bestimmt besser.", sagt der Professor und ich nicke.
Wir verlassen das Kasino, jedenfalls hatten wir es vor.
Allerdings wurden wir von einer lauten, kratzigen Stimme davon abgehalten.
"Da bist du ja, Boss!", sagt jene Stimme, wir bleiben stehen und drehen uns um. Dort steht ein großer, grauhäutiger Mann mit Narbe an der linken Stirnseite.
"Wie bitte?", fragt der Professor.
"Hey, wieso trägst du die Sachen vom Boss? Soll das etwa 'n Witz sein?", fragt er und man hörte Aggression in seiner Stimme aufkeimen.
Oh je, da war doch direkt Ärger im Anmrasch.
"Nun, wissen Sie", beginnt der Professor, wird aber unterbrochen.
"Wenn ich's mir genau überlege, hab' ich vorher noch nie einen von euch hier gesehen."
"Der Grund dafür könnte sein, das wir nur selten Gelegenheit haben, Ihr verehrtes Etablissement aufzusuchen.", sagt nun der Professor.
Sein Gegenüber war mir nicht geheuer.
"Kein' Schimmer, wovon du sprichst, aber ihr vier kommt erstmal mit.", sagt der Mann bestimmend und mit einem Ton in der Stimme, der keine Widerrede duldet.
Der ältere Luke mischt sich ein, "Professor! Nichts wie raus hier!"
Der Rückzug wurde angeordnet, aber hätten wir wirklich eine Chance zu entkommen? Immerhin sind diese komischen, in schwarz gekleideten Männer noch hier.
Der Mann schlug den älteren Luke zur Seite.
"Oh nein!", Luke wich ein paar Schritte zurück.
"Das uns auch immer soetwas passieren muss!", zische ich leise und stelle mich beschützend vor unseren Luke.
"Schnell, ihr drei! Hier entlang!", sagt der Professor und deutet tiefer in das Kasino.
Plötzlich waren vier weitere Männer an der Seite des Großen augetaucht.
"Schnappt sie euch!", riefen die fünf Männer im Chor und schon kamen die schwarz gekleideten Gesellen mit Gewehren aus allen Ecken und schießen auf uns.
Layton und der kleine Luke verstecken sich hinter den Spielautomaten, dies haben der ältere Luke und ich zu spät bemerkt, also rennen wir eine Reihe weiter.
Hinter uns, am Anfang der Spielautomaten, taucht einer der Männer mit dem Gewehr auf und schießt.
"Vorsicht!", der ältere Luke zieht mich an sich und stürzt sich, im wahrsten Sinne des Wortes, mit mir aus der Gefahrenzone.
Als der ältere Luke mich berührte und seine Hand an meinen Hinterkopf legte, um diesen beim Sturz zu schützen, durchzuckte ein unerträglich schmerzhaftes Stechen meinen Kopf und ich musste die Augen fest zusammenkneifen und mir auf die Lippe beißen, um nicht vor Schmerz aufzuschreien.
"Entschuldige den Sturz. Geht es dir gut?", fragt der älter Luke, nach dem er sich aufrecht hingehockt und sich gegen den uns nun schützen Spielautomat gedrückt hat.
Ich konnte gerade so ein nicken Zustande bringen.
Kurz darauf steht der Professor geduckt an dem Spielautomaten zwei Reihen von uns entfernt.
"Ich geh zum kleinen Luke.", sage ich, der älter Luke nickt.
"Sei Vorsichtig."
Seine Worte hallten in meinem Kopf wieder und wiederholten sich in einer Endlosschleife.
Diese Worte hatten mich Paralysiert, doch jetzt erwache ich aus der Starre und renne geduckt zu dem kleinen Luke, während uns die Kugeln aus den Gewehren noch immer um die Ohren fliegen.
"Cheryl!", ruft der kleine Luke.
"Keine Sorge, der Professor und dein zukunftiges Ich haben schon einen Plan.", sage ich, als ich bei dem Jungen im Schutz des Spielautomaten hocke.

Und ich behielt Recht. Layton und der ältere Luke hatten eine Kanone aus den Schrottteilen, die wegen der Schießerei überall herumlagen, gebastelt.
Der ältere Luke füllt Münzen in den Trichter auf der Kanone und der Professor feuert die Münzen auf die Männer mit den Gewehren. Damit konnte er unsere Gegner in die Flucht schlagen.
Der kleine Luke rennt schnell zum Professor und seinem älteren Selbst und sieht den Ganoven hinterher.
"Da rennen sie. Haben die Hosen voll, hah!", grinst der kleine Luke.
"Bitte? Wie genau hast du denn dazu beigetragen?", fragt der ältere Luke kopfschüttelnd und ungläubig lächelnd.
"Ich bin doch du. Also habe ich genauso geholfen!", stolz verschränkt der kleine Luke die Arme vor der Brust.
Auch mir huscht ein schmunzeln über die Lippen.
"Da kann man wohl kaum wiedersprechen.", stimmt der Professor dem jüngeren Lehrling zu und wir verließen das Kasino.

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_Sylfaen_

Zerbrochene ErinnerungenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt