"Wo treffen wir uns?"
"Ich werde im London der Zukunft im Hotel 'Duke' auf euch warten. Bis dann!"
Nun ließ ich mich nicht aufhalten und rannte schnell durch die Straßen Londons.Schon nach kurzer Zeit habe ich die Bushaltestelle erreicht.
"Zum Glück fahren die Busse hier noch!", so dankbar wie jetzt, war ich der Existenz des Busverkehrs noch nie.
Kaum hatte ich die Bushaltestelle erreicht, kam auch schon der Bus und hielt mit quitschenden Reifen vor mir.
Mein Weg sollte mich nach Scotland Yard führen.
Nicht etwa, damit ich dem Professor zuvorkommen konnte, sondern wegen etwas anderem.
Etwas, was ich nun jahrelang verdrängt hatte, weil ich glaubte, es nie zu brauchen.
Aber nun brauchte ich sie doch, die Unterlagen zu dem Unfall, wegen welchem ich im Krankenhaus war.Ich hatte damals das Gespräch zwischen Professor Layton und Inspektor Chelmey belauscht. Dabei hatte ich den Grund erfahren, weshalb ich ihm Krankenhaus gelandet war: mein Zusammenbruch war die Folge eines schweren Schocks gewesen und diesen, so sagte Chelmey, habe ich durch jenen Unfall erlitten. Komisch nur, das der Professor mir gegenüber diesen Unfall nie erwähnt hat.
Nun gut, ich musste zugeben, dass mir die Unterhaltung zwischen dem Professor und dem Inspektor erst vorhin wieder eingefallen war.
Ich konnte mich nicht an die Art des Unfalls erinnern. Aber bald würde ich Gewissheit haben.
Ich lehne meinen Kopf gegen die kühle Fensterscheibe des Busses.
Ich schließe meine Augen und musste unwillkürlich daran denken, wie der große Luke mich in seinen Armen gehalten hatte.
Warum waren meine Kopfschmerzen nicht ins unermessliche gestiegen, als er seine Arme um mich legte?
Im Kasino war es doch auch passiert.
Mir war schon nach kurzer Zeit, während wir im zukünftigen London waren, aufgefallen, dass ich Kopfschmerzen bekam, sobald ich den ältern Luke sah.
Und seit ich meinen ersten Schritt im London der Zukunft gemacht hatte, wurde ich von meinen Erinnerungen in die Vergangenheit geschickt.
Um den möglichen Ursprung meiner plötzlich auftauchenden Erinnerungen zu finden, deshalb bin ich auf dem Weg nach Scotland Yard.
Genau so wenig wollte mir das Bild mit dem Jungen, welches vor meinem inneren Auge aufgetaucht war, dessen Gesicht ich nicht erkennen konnte, aus dem Kopf gehen.
Als ich die Augen wieder öffne, erkenne ich bereits die Polizeistation, welcher ich immer näher kam.Ruckelnd kommt der Bus zum stehen und ich steige aus.
Ich sollte Inspektor Chelmey erst einmal fragen, ob ich ins Archiev darf. Ich habe weder Lust noch Zeit mir eine Standpauke von ihm anhören zu müssen, wenn er mich im Archiev findet und vorher nichts von meiner Anwesenheit wusste.
Rasch überquere ich die Straße und gehe durch die Tür ins Innere der Polizeistation.
"Guten Tag, Mr. Peter.", begrüße ich den Wachmann am Schalter.
"Oh, ebenfalls einen Guten Tag, Cheryl. Was führt dich denn hierher? Soweit ich weiß hast du diese Woche frei.", lächelt der Wachmann.
"Ja, ich weiß. Ich bin wegen etwas Privatem hier. Sagen Sie, wissen Sie vielleicht ob Inspektor Chelmey in seinem Büro ist?"
"Gewiss, er sitzt hinter seinem Schreibtisch, wie gewohnt zwischen etlichen Papierstapeln."
"Vielen Dank.", ich lächele den Wachmann an, gehe eilig zum Büro des Inspektors und klopfe an die Tür.
Als ich ein mürrisches "Herein!" von der anderen Seite der Tür hören konnte, betrete ich den Raum.
"Guten Tag, Inspektor Chelmey, Wachtmeister Barton."
Der Inspektor schaut von dem Papierkram, an dem er gerade arbeitet, auf.
"Ah, Cheryl. Wie kann ich dir helfen?"
"Dürfte ich vielleicht ins Archiev gehen und einige Akten einsehen?", dem Inspektor gegenüber falle ich oft mit der Tür ins Haus und er war meine direkte Art mittlerweile gewohnt.
Und doch schien es ihn zu überraschen.
"Aus welchem Grund?", fragt er und klang dabei untypisch ruhig.
Wie sollte ich das jetzt erklären?
"Es geht um den Unfall, den du hattest und wegen welchem du ins Krankenhaus musstest, nicht wahr?", fragt der Inspektor nun.
Ich sehe ihn überrascht an.
"Woher..."
"Ich wusste, dass das früher oder später kommen würde. Glaube ja nicht, wir hätten damals nicht bemerkt, das du uns belauscht hast.", Chelmey stützt sein Kinn auf seine gefalteten Hände, die, dank der Arme welche er angewinkelt hat, genau unter sein Kinn passen.
"Oh, natürlich. Wie töricht von mir, zu glauben, Sie beide hätten nichts bemerkt."
"Es geht in Ordnung, Cheryl. Such die Informationen zusammen, die du willst. Du brauchst dich danach nicht bei mir abzumelden.", sagt Inspektor Chelmey dann.
"Vielen Dank, Inspektor. Ach ja, eine Sache noch...", erneut hebt der Inspektor seinen Blick, "bitte sagen Sie dem Professor nicht, dass ich hier war."
Bevor der Inspektor etwas erwiedern konnte, verlasse ich sein Büro und begebe mich ins Archiev, welches im Keller ist.
Flackernd gingen die Deckenlampen an, nachdem ich den Lichtschalter betätigte, und warfen unzureichendes warmes Licht gegen die Regale, welche wegen der Akten schon fast aus allen Nähten platzten.
"Hier muss es irgendwo sein...", langsam fahre ich mit den Fingern über die Rücken der unzähligen Ordner, "Aha! Da haben wir es ja!"
Ich ziehe einen recht dünnen Ordner aus dem Regal. Ich wusste nicht, um was für einen Fall es sich handelte, ich hatte mich lediglich an dem Datum, an dem ich damals in Krankenhaus eingeliefert wurde, orientiert.
"Der Fall", ich stocke kurz, "der Explosion am Institut für Polydimensionale Forschung...", ich senke den Blick etwas.
》Eine Explosion also, ja?《, ich atme tief durch, 》Na dann mal los!《"Einen schönen Tag noch, Cheryl!", verabschiedet Mr. Peter mich am Schalter.
"Wünsche ich Ihnen ebenso.", ich überlege kurz und bleibe stehen, "Darf ich Sie um einen Gefallen bitten?"
"Was kann ich für dich tun?", fragt der Wachmann, freundlich wie immer.
"Professor Layton wird nachher wahrscheinlich hier auftauchen, in Begleitung von Luke. Bitte sagen Sie keinem der beiden, dass ich hier war."
"Ich werde Schweigen wie ein Grab. Aber meine Schicht ist sowieso bald zu Ende. Ich denke nicht, das ich den werten Professor noch zu Gesicht bekommen werde.", erklärt der Wachmann.
"Achso... trotzdem, vielen Dank."
Somit verließ ich das Polizeirevier und warte an der Bushaltestelle auf den Bus.
Ich würde jetzt sofort zurück nach Baldwin in die Midland Road fahren, um zurück in die Zukunft zu reisen.
Das, was ich im Archiev herausgefunden habe, hat meine Laune ziemlich stark beeinflusst.
Ich war nicht enttäuscht oder wütend. In mir fühlte sich einfach alles leer an. Dabei hatte ich nicht mal etwas konkretes herausgefunden.Leicht wankend gehe ich durch die Midland Road und erreiche schließlich die Lichtscheue Gasse, in welcher sich der Uhrenladen befindet.
Ich wende das geheime Klopfzeichen an, betrete das Geschäft und gehe sogleich ins Hinterzimmer."Tickley, wären Sie so freundlich, in die Vergangenheit zu reisen? Professor Layton und Luke sollten bald bei Ihnen eintreffen."
Langsam und in Gedanken verloren schlendere ich zum Park und setze mich dort auf eine Bank.
Ich lehne mich zurück, lege den Kopf in den Nacken und starre in den Himmel.
Seit ich die Akten im Archiev eingesehen habe, war ich nur noch mehr verwirrt als zuvor.-----------------------------------------------------------
Hellau :)Wie gefällt euch die FF bis jetzt?
Gute und schlechte Kritik wird dankend angenommen!Eure _Sylfaen_
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Zerbrochene Erinnerungen
FanfictionEine Professor Layton FF Die FF spielt in dem PL-Game "Professor Layton und die verlorene Zukunft. Lasst euch überraschen ;) !Spoiler Warnung! Wer das Spiel noch spielen möchte und diese FF liest, läuft auf die Gefahr hinaus die gesamte Story im Vor...