Honestly, I've never fit in with the world
I was always alone
It's been a long time since I've forgotten about love
I can't listen to hopeful love songs anymore
Alle um mich herum sind irgendwie ständig glücklich. Als Kind habe ich gedacht, dass das ganz einfach ist. Bevor sich mein Leben dazu entschloss, sich komplett vom Guten ins Schlechte umzukrempeln, dachte ich, dass diese Menschen einfach stark genug sind, um ihre kleineren oder größeren Problemchen im normalen Leben zu überspielen. Jetzt denke ich, dass, egal wie groß deine Probleme sind, du es dir nicht anmerken lassen darfst, weil unsere Gesellschaft eine Leistungsgesellschaft ist und wer schwächelt, bleibt zurück.
~ d-boy
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JIMIN
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, hatte ich nicht nur gnadenlos das Frühstück verschlafen, sondern auch immer noch meinen, nun etwas zerknitterten Anzug an. Total übermüdet und mit Kopfschmerzen rieb ich mir den Schlaf aus den Augen. An meiner Schrankwand hing ein Spiegel und ich versuchte vergeblich mich irgendwie an ihm vorbei zuschlängeln, ohne mich betrachten zu müssen, denn ich war mir sicher, dass man mir das vierte Sektglas mit Alkohol ansah. Ich fühlte es jedenfalls, durfte mir vor meinen Eltern aber keinesfalls etwas anmerken lassen, da sie, sagen wir, sehr konservativ waren und Alkohol in ihrem geordneten Leben nichts zu suchen hatte. Mit einer Jogginghose und einem ausgewaschenen Shirt bewaffnet machte ich mich auf meinen Streifzug Richtung Bad. Hauptsache, Ji Hyun begegnete mir jetzt nicht, denn er behauptete immer, wenn ich spät nach Hause kam, er könne eine Fahne riechen, selbst wenn ich nur Wasser trank. Doch heute konnte er recht haben - ich roch mich selbst nicht, beziehungsweise nahm es einfach wahr, schob es aber in den Unwichtig-Ordner in meinem Hirn. Ich öffnete die Tür, blickte nach links, dann nach rechts und wieder nach links. Aus dem Zimmer meines Bruders wummerte Musik - BIGBANG, seinen absoluten Lieblinge, auch wenn er die Jungs immer noch nicht alle beim Namen nennen konnte. Nach zwei Jahren. Darüber verdrehte ich regelmäßig innerlich die Augen, aber nun gut. Die Luft war also reif, da meine Eltern wahrscheinlich immer noch Zeitung lesend am Tisch saßen. Auf leisen Sohlen schlich ich mich ins Bad, schloss dann erleichtert die Tür hinter mir und drehte den Schlüssel herum.
Nachdem ich eine weckende und gleichzeitig viel zu kalte Dusche genommen und meine Zähne eine ganze Viertelstunde lang geputzt hatte, betrat ich wieder als vollwertiger Mensch den Flur, wo ich natürlich sofort meine Mutter an traf, die gerade an meine Tür klopfte.
,,Ich bin hier, Eomma", sagte ich. ,,Guten Morgen"
Meine Mutter zuckte kurz erschrocken zusammen, drehte sich dann aber lächelnd zu mir um, sodass ihr geblümtes Sommerkleid, welches ein wenig frisch für Ende September war, um ihre Knie wirbelte.
,,Ah, Jimin Hyung, da bist du ja! Wir haben uns schon Sorgen gemacht, dass du gar nicht mehr aufstehst. Wann bist du denn gestern nach Hause gekommen? Und wie waren die Festivitäten?", nahm sie mich in Beschlag und wand mir unauffällig meinen zusammengeknüllten Anzug ab, denn sie im Vorbeigehen eben mal so in den Wäschekorb in einer der Nischen im Flur warf, während sie mich in die Küche begleitete, in der das Müsli tatsächlich noch bereit stand.
Ich überlegte kurz. Die Uhr im Tanzsaal hatte 3:45 Uhr angezeigt und ich brauchte von der Tanzschule aus eine halbe Stunde zu Fuß nach Hause. Also müsste ich gegen 4:15 Uhr zuhause gewesen sein. Aber meine Eltern hatten eigentlich ein Limit von drei Uhr nachts gesetzt, also konnte ich ihr das so nicht sagen.
,,Kurz nach drei. Es war ganz lustig, wie immer", murmelte ich also, während ich mir Joghurt in eine Schüssel gab. Meine Mutter nickte zufrieden. Sie wusste nichts von dem Vorfall vor drei Jahren. Sie wusste nicht, dass ich immer alleine oder mit einem meiner Lehrer in einer Ecke stand und das den ganzen Abend, außer, um mir ein neues Sektglas zu holen. Problem dabei war gestern gewesen, dass es ab Mitternacht nur noch alkoholhaltiges Zeug gab. Man kennt den Rest der Geschichte.
Die Buchstaben auf meinem Bildschirm verschwammen vor meinen Augen. Diese Präsentation, die Jungkook und ich in Geschichte halten mussten, war eine zermürbend lange Aufgabe. Ich saß alleine heute seit fast vier Stunden im Café von Jungkooks Mom und hatte keine Lust mehr. Insgeheim wartete ich nur noch darauf, dass Hoseok endlich seine Schicht began und ich meine Idee bezüglich Yoongi mit ihm teilen konnte.
Ich schaute zum gefühlt einhundertsten Mal auf die Uhr über der Eingangstür, als endlich Hoseok den gemütlichen Innenraum des Cafés betrat. Er nahm mich zuerst nicht wahr und ich beschloss, ihn sich erstmal in Ruhe umziehen zu lassen, bevor ich ihn in Beschlag nahm. Jungkook stand am Tresen und begrüßte Hoseok mit einer kurzen Handbewegung, während er einen anderen Kunden bediente. Ich könnte so etwas nicht. Also, kellnern sicherlich schon, aber Multitasking war eher nicht so meins.
Endlich kam Hoseok wieder aus dem Hinterraum und meine Hand schoss sofort nach oben, als ob ich etwas bestellen wollte. Er lächelte mir zu, schnappte sich den Notizblock, den Jungkook ihm hinhielt und kam auf meinen Tisch zu.
,,Jimin, hey, was geht?", fragte er grinsend.
,,Alles was Beine hat.", antwortete ich grinsend und Hoseok fielen fast du Augen aus dem Kopf.
,,Habe ich etwas falsches gesagt?", fragte ich zögernd. Er schüttelte schnell den Kopf.
,,Nein. Also, nein, aber das sagt Yoon-yoon immer, also... äh, ja", er kratze sich am Hinterkopf. Ich zuckte mit den Schultern. ,,Hat er mir so noch nie geschrieben. Sowieso hat er lange nicht mehr geschrieben. Wie auch immer, ich habe eine Idee, wie wir Yoongi vielleicht helfen könnten. Oder ihn zumindestens für einen Abend aus seinem Loch ziehen können!" Hoseok nickte interessiert und schaute sich schnell um, ob ein anderer Cafébesucher bedient werden wollte, was zum Glück aber nicht der Fall war.
,,Erzähl mir mehr."
,,Ich weiß nicht, wie sehr du dich mit Musik auseinander setzt, aber ich höre gerne eine Girlgroup, die heißt BLACKPINK. Auf alle Fälle kommen die im Oktober auf Tour und weil Yoongi mal gesagt hat, er interessiere sich für Musik, habe ich gedacht, dass das vielleicht etwas schönes wäre. Wir könnten ihn nach Busan holen und ein schönes Wochenende machen oder so. Vielleicht ja auch mit Kookie. Was sagst du?", erklärte ich mein Idee, die man auch als sehr egoistisch betiteln konnte, wenn man denn wollte. Hoseok sah aber gar nicht abgeneigt aus. Langsam nickte er, doch dann meldete sich ein anderer Kunde und er eilte los, um Bestellungen aufzunehmen und Kaffee zu kochen. Ich speicherte und schloss währenddessen unsere Geschichtspräsentation und loggte mich bei Twitter ein. Die kleine blaue Eins sprang mir natürlich sofort ins Auge. Vorfreudig öffnete ich Yoongis Nachricht und war überrascht, diesen riesigen Textblock zu sehen.
Ich las seine Nachricht so oft, bis ich nur noch verschwommen sah und mir die Tränen über die Wangen liefen. Ich weinte nicht, weil mir diese Entscheidung schwerfallen würde. Ich weinte nicht, weil Yoongi mir leid tat. Ich weinte, weil ich wusste, dass ich ihm helfen musste und konnte und das, umso länger ich wartete, desto schlimmer würden meine Gedanken und vielleicht auch Yoongis Situation werden würden.
YOONGI
Hoseok: Jimin ist ein wundervoller Mensch, Yoongi.
Yoongi: ähm
Yoongi: ok
Yoongi: Wieso?
Hoseok: Er hat mir von deiner Nachricht von gestern Nacht erzählt
Yoongi: freiwillig??
Hoseok: Nicht unbedingt freiwillig, aber wer weinend und schluchzend in einem öffentlichen Café sitzt, muss damit rechnen, gefragt zu werden, ob alles okay sei
Yoongi: oh
Hoseok: Jungkook hatte ihn in den Raum für's Personal geholt und beruhigend auf ihn eingeredet - die Freundschaft zwischen den beiden ist schon ziemlich niedlich -, weil er dann aber von seiner Mutter vorne gebraucht wurde, hab ich mich halt um den Kleinen gekümmert.
Hoseok: Wusstest du eigentlich, dass Jimin pink-rosane Haare hat? Tut seiner Männlichkeit aber ehrlich gesagt keinen Abbruch
Yoongi: und weil du ja so super mitfühlend bist, hast du ihn natürlich gefragt, was los ist...
Hoseok: na klar
Yoongi: pink und blau. Zufall, dass die beiden Farben so gut zusammen passen
Hoseok: und du bist ihm wirklich wichtig
Hoseok: Ja, total!
Happy TaeDay und Happy JoshuaDay (wenn hier irgendwelche CARATS sind, ups)! Ich weiß, für uns ist es prinzipiell erst morgen but whatever; so here we go <3
~Nel
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different worlds | yoonmin ; vkook
Fiksi PenggemarYoongi und Jimin. Jungkook und Taehyung. Vier Menschen. Vier verschiedene Lebenssituationen. Eine Geschichte. __________ Anmerkungen: boyxboy 20% texting ! Triggerwarnung. You don't like it? Don't read it! started: 10.11.2017 finished: 16.03.2018 ...
