yoonmin | 27

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I have a long way to go but why am I running in place?
I scream out of frustration but the empty air echoes
I hope tomorrow will be different from today
I'm just wishing

Ich habe lange auf den Moment gewartet, sagen zu können, das ich sich etwas in mir ändern kann. Und es ist die Zeit gekommen, etwas zu verändern. Es klingt komisch aus meinem Mund und ich schüttele über diese Worte gerade auch meinen Kopf, weil sie zum einen untypisch und zum anderen so fremd klingen. Ja, da besteht ein Unterschied. Aber nein, den werde ich hier jetzt nicht erklären. Aber was ich erklären kann, ist, das es jetzt Menschen gibt, die nicht nur an mich glauben, sondern auch helfen. Ohne zu helfen. Das macht nur für die wenigsten Sinn, aber es geht nicht weiter zu übersetzen. Nicht aus meiner Sprache. Aber ich freue mich auf morgen. Im übertragenen Sinne. Ich freue mich auf mein Leben, denn es scheint endlich Licht in mein Loch.
~ d-boy
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YOONGI
Erstaunt beobachtete ich Jimin und Jungkook während sie eins meiner Lieblingslieder sangen. Fool gehörte schon lange in meine Playlist, den dieses Lied beschrieb so ziemlich alles. Und ich kannte jede Facette dieses Liedes, konnte es auf dem Klavier vorwärts und rückwärts spielen und doch überraschten die beiden mich. Sie machten ihr eigenes Ding und trotz, das der Song eher schwer war grinsten sie sich an. Dann war da noch etwas. Jimins Stimme. Sofort hatte ich Songtexte und Melodien im Kopf. Zu schnell war das Lied vorbei. Ich sah Hoseok an und er grinste mich frech an. In seinen Augen glänzte trotzdem eine Frage: Alles in Ordnung? Ich nickte ihm zu. Er wusste, dass das meine Art war, mich dankbar und glücklich zu zeigen, da mir ja mein Lächeln verloren gegangen war.
Jetzt waren Hobi und ich an der Reihe. Still skipte ich durch die Songauswahl. Kein Lied doppelt, hatte Taehyung gefordert und alle hatten zugestimmt. Ich wusste, dass mein bester Freund gerne Ice Cream Cake gesungen hätte, aber nicht mit mir. Ich würde keine Lieder von Girl Groups singen, das tat ich in der Band schon genug. Am Ende einigten wir uns auf Bling Bling von iKON.
Anfangs sang und rappte ich Jays Teil eher zurückhaltend, den Blick starr auf den Bildschirm gerichtet, obwohl die Lyrics ziemlich einfach waren. Hoseok hingegen rappte freudenstrahlend B.I's Lines und ich spürte, wie alle Blicke auf mir landeten, als Bobby's und Ju-Ne's Teil nach dem ersten Refrain kam, da das meine zugeteilten Parts waren. Nur Sekundenbruchteile vor meinem Start fasste ich einen Entschluss. Jimin hatte sich nicht die Mühe gemacht, mich hierher nach Busan - zu ihm - zu holen, damit ich jetzt verschlossen und abweisend herumsaß. Bobby erschien auf dem Fernsehbildschirm und seine Lines wurden eingeblendet. Problemlos wie vorher schon bei Jays Part rappte ich, doch diesmal konnte man mich tatsächlich hören. Mein Stimme klang in meinen Ohren komisch und unpassend doch als ich einen Seitenblick auf Hobi wagte, strahlte mich dieser an, als hätte ich ihm gerade offenbart, das ich meinen Abschluss mit einer 1,0 geschafft habe. Das gab mir einen Aufschwung und ich legte meine nochmal eine ganze Menge in Ju-Ne's Part bevor Hoseok - etwas verspätet, da er immer noch etwas überrascht schien - mit B.I's Lines wieder einsetzte. Als Hobi und ich das letzte „Bling Bling" sangen und die letzten Töne verklungen waren, brandete lauterer Applaus auf, als vorher bei Jungkook und Jimin. Erschrocken drehte ich mich zu unseren drei Zuschauern um, denn Applaus - ehrlich gemeinter Applaus - war mir noch nicht untergekommen. Doch da saßen Jungkook und Taehyung am Rand des Sofas und klatschten und lächelten mich an. Sie kannten mich nicht, konnten mich nicht beurteilen und trotzdem lachten sie mich offen und herzlich an. Na, Jungkook zumindest. Taehyung war mir noch ein wenig suspekt. Also, noch mehr, als alle anderen. Nur Jimin starrte mich an, als hätte es während unserer kleinen Gesangseinlage Bruchsteine geregnet und ich wäre daran Schuld. Und, als würde er sich freuen, dass es Bruchsteine regnete. Langsam und ohne den Blick von Jimin zu nehmen stand ich auf und setzte mich wieder auf die Couch. Jimin hielt meinem Blick so lange Stand, bis Jungkook begeistert Taehyung davon versuchte zu überzeugen, mit ihm TT von TWICE zu singen. Ich schlug mir mit der flachen Hand vor die Stirn - innerlich jedenfalls. Nahezu jeder TWICE Song nervte mich maßlos und das nur dank meines Musiklehrers, der der Meinung war, TWICE wären die bekannteste und beste Girl Group des Universums und wir als Schulband müssten das würdigen. Nichts gegen die neun Mädchen an sich, aber wenn man sich jede Woche unfreiwillig mit ihrer Musik auseinander setzten musste, hatte man - oder hatte vor allem ich - keine Lust mehr darauf, sie auch noch in seiner Freizeit zu hören. Trotzdem war es einfach nicht mein Recht, Jungkook und Taehyung anzuschnauzen. Sie kannten mich überhaupt nicht, waren mir deswegen auch herzlich wenig schuldig. Ich musste anders an die Sache herangehen. Nicht mit meiner normalen Sicht auf die Dinge alles betrachten, was sich hier an diesem Tag in Busan abspielen würde. Hatte ich mir beim Rappen nicht eben schon gesagt, dass Jimin sich so fühlen soll, als ob er alles richtig gemacht hätte und ich glücklich wäre? Aber wem mache ich hier eigentlich etwas vor? Mich glücklich stellen war genauso unmöglich wie unhöflich. Ich sollte mich fallen lassen und versuchen, Spaß zu haben, wie ich es immer versuchte, wenn Hoseok bei mir war. Denn das hatte Jimin verdient.

different worlds | yoonmin ; vkookWo Geschichten leben. Entdecke jetzt