[Mein Kopf ist leer, doch es fühlt sich so an, als ob er platzt.]
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Irgendwie fühlte ich mich so... leer.
So allein.
Ich vermisste jemanden, und ich wusste auch wen: Es war mein Mate. Ich vermisste Cayden.
Ich lag in meinem Bett und wollte schlafen. Ich war so unglaublich müde von diesem Tag. Doch ich... ich konnte es nicht. Es fehlte etwas.
Er fehlte.
Ich kannte Cayden noch nicht einmal richtig, und trotzdem konnte ich jetzt schon nicht mehr ohne ihn einschlafen.
„Bella...?"
„Ja, July?"
Können wir bitte, bitte laufen gehen und eventuell nach unserem heißen Mate mit seinen wunderschönen schokoladig braunen Augen schauen...?
Ich seufzte und schlug meine Bettdecke so auf, dass ich aus dem Bett steigen konnte- Was ich dann selbstverständlich auch tat.
Ich öffnete das Fenster meines Balkons, welcher an mein Schlafzimmer grenzte.
Der Balkon zeigte direkt zum Wald.
Ich lehnte die gläserne Tür an, und stellte mich an das weiß gestrichene Geländer des Balkons. Der kalte Wind strich mir durch die Haare und wieder einmal schneite es. Ich streckte meine Arme zu beiden Seiten aus, schloss meine Augen und genoss den Moment des puren Daseins.
Doch schon das zweite Mal an diesem Tag erklang ein panisch erfülltes Heulen seitens des Waldes, was mich dazu brachte meine eisblauen Augen ruckartig wieder zu öffnen. Direkt nachdem ich das getan hatte, wagteich den Sprung vom Balkon und verwandelte mich währenddessen in meinen weißen, mit blauen Sprenkeln verzierten Wolf.
„So etwas wie dich darf es nicht geben." erklang die boshafte Stimme der Frau, die mich Jahre lang bei sich wohnen lassen hatte. Ein kleiner Stich durchfuhr mich, bei dem Gedanken an diese Szene.
Doch ich schüttelte nur den Kopf und rannte so schnell ich konnte los, als ich gelandet war.
Meine Pfoten trugen mich schneller denn je, denn ich machte mir Sorgen um unseren Mate und um... das Rudel?
Warum machte ich mir Sorgen um das Rudel meines Mates?
Ich schlängelte mich durch die von Schnee überzogenen Tannen, Kiefern, Fichten, Linden, Ahornbäume.
Erneut erklang ein lautes Heulen, doch dieses Mal war es nicht irgendeines. Es war das Heulen meines Mates.
Automatisch lief ich noch schneller, und als ich ganz nah in der Richtung des Heulens war, trat ich auf eine Lichtung. Keine kleine ‚Mini-Lichtung', sondern eine ziemlich große Lichtung. Sie sah aus, wie ein riesiges Kampffeld, welches man extra für einen Krieg erbaut hatte und offensichtlich war das auch der Fall. Um die Lichtung herum erstreckten sich ausschließlich riesige Fichten, die vom Schnee wie mit Glitzer überzogen schienen. Das Feld an sich war recht groß, und auch komplett mit Schnee bedeckt. Mit dem Unterschied, dass auf diesem bereits rote Flecken zu erkennen waren.
Blut.
Mein Mate- den ich durch seinen Geruch erkennen konnte- und der Alpha eines anderen Rudels- wie ich an dessen Ausstrahlung als Wolf erkennen konnte- kämpften miteinander, während sich alle anderen Wölfe gegenseitig zu zerfetzen schienen.
Erschrocken über diesen Anblick der Gewalt und der Erkenntnis, dass mein Mate anscheinend kein gewöhnlicher Krieger war, gab ich ein markerschütterndes Knurren von mir.
Sofort pausierten alle, wirklich alle Wölfe ihre Kämpfe gleichzeitig und richteten die Augen auf mich. Der Großteil der zwei Rudel waren sichtlich verschreckt von meinem Anblick.
„Stopp!", durchschnitt meine Stimme die Stille in dem öffentlichen Wolf-Mindlink, welcher existierte, damit alle Wölfe, und nicht nur die Rudel sich untereinander verständigen konnten. Es war fast wie Gedanken lesen, nur, dass man ausschließlich die gewollten Gedanken hören konnte.
„Das hat keinen Sinn! Egal weshalb ihr kämpft, egal worum, es ist überaus unnötig. Krieg bringt absolut nichts. Er vermittelt nur Hass, Demut und Dummheit.
Wenn ihr echte Anführer wärt, dann würdet ihr eure Probleme mit Worten klären, und eure beiden Rudel nicht in den Tod stürzen.
Hört auf meine Worte, denn sie werden absolut sein." ich hatte keine Ahnung, wer oder was in diesem Moment aus mir sprach. Aber eines stand fest: Es war alles Andere als normal.
Die beiden Rudel sahen von mir weg, sich gegenseitig an, nickten sich zu und verschwanden.
Huch, das ging ja einfach.
„Kümmer' dich darum, dass es allen gut geht. Ich bin so schnell wie ich kann wieder zu Hause, Kyle." hörte ich meinen Mate über seinen Rudel-Mind-Link flüstern.
Besagter ‚Kyle' nickte ihm zu und verschwand mit dem Rest des Rudels.
Cayden kam in seiner plüschigen, dunkelgrauen, fast schwarzer Wolfsgestalt auf mich zu.
Alles was ich tun konnte, war da zustehen. Seine braunen Augen hielten mich gefangen, während mein Mate auf mich zu kam. July knurrte innerlich verlegen.
Hatte er mich erkannt?
Und wenn ja, was dann?
Würde er mich dann noch akzeptieren?
Würde er mich verstoßen?
Würde er mich hassen?
Hilfe!
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Hallu meine lieben Leser & Leserinnen,
verzeiht mir, dass so lange kein neues Kapitel online kam, aber ich habe momentan recht viel Stress.
Ich hoffe, dass euch das Kapitel trotz dessen gefallen hat.
Was meint ihr, wird Cayden sie erkannt haben? Und wie wird er reagieren?
~Nelly
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𝙼𝙰𝚃𝙴- 𝙱𝙻𝚄𝙴 𝙴𝚈𝙴𝚂
WerewolfIhre blauen Augen strahlten ihn regelrecht an. Sie waren so besonders. So wunderschön, und doch irgendwie gefährlich. In ihrem Blick lag Verwirrtheit. Würde sie ihn überhaupt akzeptieren? Bella war nun endlich dort angekommen, wo sie immer hinwollt...
