Kapitel 8

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[Nichts ist, wie es scheint.
Nichts bleibt, wie es ist.
Nichts kommt, wie man denkt.
Gewöhne dich daran und lebe einfach weiter.]

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Der Wind wehte mir durch meine weißen, bis zur Brust reichenden Haare und ich ballte meine Faust zusammen.
Nachdem ich das Rudel, welches sehr freundlich und familiär auf mich wirkte, kennengelernt hatte, ging es mir gut.
Wirklich gut.
Und das nach so langer Zeit des Alleinseins. Ich war froh, eine solche Familie haben zu dürfen und fragte mich, womit ich das verdient hatte.
Doch dann bekam ich eine weitere Nachricht, nach der vorigen. Ich hatte Angst und meine Reaktion darauf war erschrocken. Ich wollte mein Rudel nicht mit in meine Angelegenheiten ziehen.
Ich würde weg müssen. Jedoch steckte ich nun in offiziell der schrecklichsten Zwickmühle in der ich je gesteckt hatte.

Schon die erste Nachricht von dem Alpha meines alten Rudels hatte mich schockiert, denn sie besagte, dass er mich holen wollen würde. Dass ich deren Sklavin sei, und ihrem Rudel angehören würde.
Ich war Eigentum des Tenebris Rudels. Und sie wollten mich nach meiner Flucht wiederhaben.

Und aus dem Grund wollte ich fliehen, jedoch war das nun anscheinend keine Option mehr, denn der Alpha, a.k.a. Zac, hatte Wind von meinem Mate und seinem Rudel bekommen.
Und er drohte mir, dass er, sollte ich nicht mit ihm gehen, mein Rudel und meinen Mate auszulöschen vermochte.
Das hieß mir blieb nicht viel Zeit mich zu entscheiden. Entweder ich blieb bei meinem Rudel und Mate und opferte meine Liebsten, oder ich würde mit Alpha Zac mitgehen und Cayden und mein Rudel dadurch schützen.

Es war eine dieser Zwickmühlen, in denen niemand je stecken wollte.

Ich verfluchte mich selbst für das, was ich war. Für die Person, die ich war.
Warum musste ich auch so dumm sein, und zu lang abwarten? Wieso war ich nicht sofort aus Moskau verschwunden?

Ich seufzte und plötzlich fing es an zu regnen. Ich stand an einer Klippe und nur wenige Meter hinter mir ragte der Wald aus der Erde.
Ich war nicht sonderlich weit von der Stadt entfernt, nein.
Aber trotz dessen kam es mir so vor. Ich war so allein hier, und ich genoss die Stille. Die Klippe ragte an einen Fluss heran, und auf der anderen Seite des Flusses war wiederum eine Klippe. Von hier aus konnte ich den schneebedeckten Wald auf der anderen Seite gut erkennen.
Was wäre, wenn ich jetzt springen würde?
Wäre es nicht sogar besser für alle?

Ich wünsche mir so sehr, dass ich einfach dort hinunter springen könnte, denn dann wäre alles vorbei. Ich hätte keine Sorgen mehr. Niemand würde mehr wegen mir leiden müssen.
Aber ich konnte es nicht. Nein, viel zu selbstsüchtig war ich.
Und so drehte ich mich um, verwandelte mich wieder in meinen so eigenartig aussehenden Wolf, und rannte Richtung Moskau. Der Schnee knirschte angenehm unter meinen weiß, mit blauen Sprenkeln verzierten Pfoten. Ich liebte Schnee, und hatte ihn auch schon immer geliebt. Schon als Kind, wenn ich in den Garten sah, konnte allein der Schnee mir ein kleines Lächeln in dieser harten Phase hervorrufen.

„Ich denke ich werde nochmal bei Cayden vorbeischauen. Ich sollte mit ihm reden. Denn schließlich kann ich ihn nicht einfach so verlassen. Oder? Was meinst du, July?"

„Wir sollten auf jeden Fall mit ihm reden und ihm wenigstens ungefähr die Situation erklären- Sag aber bitte dazu, dass du mir so behandelt wurdest, weil du ein Mensch warst, solltest du ins Detail gehen. Ich will nicht, dass auch er uns wegen mir hasst..."

„Ach July... Ich verspreche ich werde aufpassen, was ich sage. Aber es liegt keinesfalls an Dir. Ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen würde, Julchen."
ich spürte, wie ein Lächeln sich auf Julys unsichtbare Wolfslippen zauberte.

Danke meine Bella. Ich wüsste auch nicht, was ich ohne dich machen würde."

Und so schlug ich den Weg zum Rudelhaus von Caydens Rudel ein. Kurz vor dem Haus, wo ich sicher war, dass keiner der anderen Wölfe in der Nähe war, verwandelte ich mich zurück. Ich strich meine Sachen nochmal glatt und schon ging ich Richtung der Haustür entlang.
Es war ein Wunder, dass bis jetzt im Wald noch keiner der Rudelwölfe auf mich getroffen war.
Ich wollte gerade an der Tür klingeln, als diese auch schon aufgerissen wurde- Und zwar von keinem Anderem, als meinem Mate höchst persönlich.
„Herzblatt! Meine Schönste- Was machst du denn hier? Also- Nicht, dass ich mich nicht über deine Anwesenheit freuen würde, aber..." fing er an. „Alles gut." lachte ich. „Na ja, komm erstmal rein." er lächelte mich mit seinem so perfektem Lächeln an.
Und so trat ich in das Rudelhaus ein und ging mit Cayden hoch in das Alpha-Stockwerk.
Denn die meisten Ränge hatten zusammen ein Stockwerk und das des Alphas war ganz oben.
„Setz dich doch, mein Herzblatt. Gibt es einen bestimmten Grund, aus dem du hier bist, oder hast du mich einfach vermisst!" er grinste mich an.
„Nein, diesmal gibt es einen triftigen Grund. Cayden, ich muss mit dir reden."

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Hallo meine lieben Leser.♥️ Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen.:D

Was vermutet ihr denn, wie Bella Cayden die Geschichte erzählen wird? ^^

~Nelly ♥️

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