Kapitel 25

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Unwissenheit


"Nur das du es weißt, meine Arme stehen dir immer offen."

Eren senkte den Kopf und trat aus der Tür, er schloss sie hinter sich.
Als sie ins Schloss fiel, atmete er einmal tief aus.

/Wieso? /

Das war alles, an was er momentan denken konnte.

/Wieso hatte Levi es dann getan? Wieso möchte Levi nicht mit mir kommen?
Wieso hatte ich ihn als Staatsanwalt?
Wieso hat er sich für mich feuern lassen?
Wieso gibt er mir einen Kuss, wenn er vielleicht gar nichts für mich empfindet?
Wieso... gebe ich nicht einfach auf? /

Erneut seufzte er und ließ sich an der Tür hinuntergleiten.

Levi packte seine Sachen fertig zusammen und ging zur Tür, doch als er sie öffnete fiel ihm ein Eren entgegen, den er mühsam irgendwie auffing.

"Levi?", war das Erste, was er sagen konnte.
Er nickte. Wieder einmal sah ihn das Engelsgesicht fragend und verzweifelt an, wie er es früher auch immer getan hatte.

"Ja, ich bin es. Ich muss schließlich meine Sachen aus dem Spind holen."

Es tat ihm weh, so neutral in Gegenwart von der Person, die er liebte, zu handeln, doch er empfand es als beste Lösung. Ohne mit der Wimper zu zucken ging er also an Eren vorbei.
Dieser aber richtete sich auf und packte Levi am Jacket, er klammerte sich um seinen Arm.

"Ich bitte dich, bleib bei mir. Oder liebst du mich gar nicht? Siehst du in mir nichts anderes als einen Kerl, der Probleme mit sich bringt, wie du sie begangen hast?", fragte er ganz verzweifelt.
Man sah ihm bereits an, wie sich Tränen bildeten.
Levi handelte schnell und zog ihn hinter sich her, in das Zimmer, wo sie sich früher schon immer um seine Handgelenke gekümmert hatten, welche derweil noch immer nicht verheilt waren. Er schloss die Tür hinter sich und drückte Eren an der Schulter gegen die Wand.
Die zwei sahen sich eine Weile schweigend an. Eren's Herz pochte bereits wie wild. Er war etwas nervös und verwirrt, Levi handelte ihm momentan viel zu zügig und in Schritten, die er nur schwer verstand, weshalb sich ein rosafarbener Schimmer auf die Wangen legte. Levi lächelte darauf hin nur vergnügt, so schien es zumindest. War nicht unbedingt eine Unterstützung, seine Nervösität damit herunter zu fahren, doch vielleicht war es ja seine Absicht, diese zu füttern.

"Wieso sollte ich dich nicht lieben?", er kam Eren's Gesicht ganz nahe indem er seine Brust gegen den Oberkörper Eren's drückte. Dieser spürte bereits seinen Atem auf den Lippen, doch es war ihm nicht unangenehm, im Gegenteil, es weckte tatsächlich etwas Gier, welche in seinen Augen aufblitzte.
Levi sah noch einmal zu Eren hoch, welcher in ebenfalls ansah. Seine Augen fragten so viel wie:

Willst du das wirklich?

Eren antwortete auf diese Frage, indem er sich einfach vorlehnte um ihre Lippen zu verbinden. Eren spürte das Lächeln auf Levi's Lippen förmlich, und sie küssten sich kurz, dennoch war es für beide ein besonderer Moment. Während Levi's Lippen weich und ein wenig feucht waren - zudem viel kleiner als die leicht rauen Eren's, was jedoch kein bisschen unangenehm war - umschlungen seine diese von ihm förmlich. Sie waren vorsichtig, doch trotzdem schwappten Emotionen auf.

Nachdem sie vom zarten Kuss voneinander abließen, sahen sie sich erneut eine Weile in die Augen des jeweils anderen und Eren grinste über sein gesamtes Gesicht. Auch Levi wirkte nicht unbegeistert, doch er schien dies nicht so offen darzulegen.

"Ich wusste es, ich empfand schon immer was für dich."

Levi bestätigte das.

"Geht mir auch so. Aber jetzt möchte ich eine wirklich ehrliche Antwort von Dir bekommen."

Sein Gesichtsausdruck wurde ernst.

"Möchtest Du wirklich mit mir zusammen sein?"

Sein Blick durchdrang die Augen Eren's intensiv, seine Augenbrauen waren sichtbar in sein Gesicht gezogen. Er war sich sicher, dass Eren keinen blassen Schimmer an Ahnung hatte, was auf ihn zukommen würde, doch trotz dessen nickte dieser. Zwar zögerlich, doch das war vollkommen nachvollziehbar.

"Dann möchte ich es auch."

Levi lächelte und ließ Eren los, dieser lächelte noch immer überglücklich und folgte Levi nun zu seinem Spind.
Einige Sachen trug Eren, da er nicht wollte, dass Levi alles tragen musste. So kamen sie am Ausgang an. Eren mit den Händen voll, Levi mit seinem Aktenkoffer und einigen Dingen unter seinem Arm.
Armin, Mikasa und Grisha warteten bereits eine ganze Weile. Als sie aber sahen, wen er in Begleitung hatte, wurde das Lächeln kleiner.

My everything<3 EreRirenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt