"Denkt bitte an den Aufsatz", mahnt unser Deutschlehrer, obwohl es schon längst zum Ende des Unterrichts geläutet hat. Mit einem Seufzen packe ich meinen Ordner in die Schultasche.
Dass ich das hässliche graue Gebäude die nächsten zwei Tage nicht betreten muss, bessert meine Laune erheblich. Ein Grinsen schleicht sich auf mein Gesicht, weil ich heute endlich Shawn wiedersehen werde.
Vorfreudig stapfe ich die Treppen zum Lehrerparkplatz nach oben. Where are you?, tippe ich in mein Handy, als er nach zehn Minuten immer noch nicht auftaucht und ich schon einige Male auf- und abgegangen bin.
I'm next to the bus stop. Hurry xx
Genervt seufze ich. Ausgerechnet dort, wo uns jeder sehen kann. Als hätte ich ihm nicht schon hundert Mal gesagt, dass das keine gute Idee ist.
Sich darüber zu ärgern, bringt mich aber nicht weiter, weshalb ich den Weg zu meinem Freund einschlage. Mit einem mulmigen Gefühl denke ich an meine vermutlich gaffenden Mitschüler.
Wie zu erwarten, kann ich von weitem den gemieteten Jeep in der Sonne glänzen sehen. Und wirklich alle Blicke liegen auf diesem einen Auto.
Ich sprinte schon beinahe zur Beifahrertür, die ich mit einem Ruck aufreiße, bevor ich mich auf den Sitz setze und die Tür hektisch zuziehe, um mich vor den starrenden Blicken zu verstecken.
"Drive", murre ich ihn ein wenig zu sauer an ohne ihm ins Gesicht zu sehen. Aus dem Augenwinkel kann ich erkennen, dass Shawn mich durch seine Sonnenbrille schelmisch angrinst. "Don't you wanna greet your boyfriend more appropriate?"
"Good morning, your majesty", necke ich ihn mit verstellter Stimme und grinse ihn genauso dämlich an wie er mich. Sekundenlang passiert nichts, also werfe ich ihm einen finsteren Blick zu.
Shawn knufft mich ihn die Seite, bevor ich ausweichen kann. "I'm just mocking you, darling." Dann startet er den Wagen und fährt endlich von den ganzen Blicken davon.
Er biegt auf den Weg kurz vor meinem Heimatort ein und schaltet den Motor aus. Mein Blick fällt aus dem Fenster. Der Kastanienbaum erinnert mich an meine Kindheit. Daran, dass ich im Herbst die reifen Kastanien, die auf den Weg gefallen waren, aufgehoben und schubkarrenweise nach Hause gebracht und meine Mutter damit schier in Verzweiflung gebracht hatte, weil Tonnen an Kastanien unter unserem Vordach lagen. Ich muss schmunzeln und beobachte die sich durch den Wind leicht bewegenden Äste.
"How is she today?" Ich wende mich wieder meinem Freund zu, dessen besorgte Augen auf mir liegen. Ich seufze. "She felt okay this morning but I don't know if it changed." Shawn greift nach meiner Hand und zeichnet mit seinem Daumen Kreise auf meinen Handrücken. Verträumt starre ich auf unsere Hände.
"Look, Y/N, I feel like I shouldn't intrude into your family's stuff, I don't know if your mum wants to meet me and I... I am insecure." Ich sehe meinen Freund entgeistert an.
"Shawn, you're my boyfriend, so you need to meet my family and I already told them that I'd bring someone home. I have to admit I didn't talk about a boyfriend... But I'm sure that my mum will like you. When I was in seventh grade and my best friend living nearby got together with her boyfriend, his name's Cornelius and they're together for almost four years now, she asked me when I'd bring home my Cornelius. It was more kind of a joke but still, you're definitely welcome at our home."
"I know I'll be liked by your parents but I'm afraid to behave wrongly, honey."
"There's nothing you could do wrong. Trust me. Did you fly here for nothing?", sage ich mit Nachdruck, "And we're going to be late for lunch."
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Shawn Mendes Imagines
Fiksi PenggemarIch denke, der Titel sagt alles... *Dialoge auf Englisch*
