Halleluja. Das Kapitel musste ebenfalls dringend überarbeitet werden. Was habe ich mir bitte vor einem Jahr gedacht?!
Ratlos stehe ich mit meinen Händen an der Hüfte vor meinem Kleiderschrank, dessen beide Türen sperrangelweit geöffnet sind. Mein Blick wandert nun schon zum zehnten Mal über die einzelnen Fächer, trotzdem kann ich mich immer noch nicht entscheiden, was ich anziehen soll.
Zwar daten wir uns schon seit sieben Monaten und Shawn hat mich mehr als nur einmal im Pennerlook gesehen, aber in die Öffentlichkeit traue ich mich so nicht. Da meine Wahlmöglichkeiten ziemlich beschränkt sind und ich eigentlich zu wenige Klamotten für zu viel Schrank habe, müsste die Wahl des richtigen Outfits keine Schwierigkeit sein. Ich habe aber leider ein Problem, Entscheidungen zu treffen und stehe so jeden Tag vor einer Herausforderung.
Das Summen meines Handys unterbricht meine Gedanken abrupt und zeigt eine neue Nachricht an: "Don't wear your best clothes but something white would be great." Das Herz am Ende der Nachricht zaubert unmittelbar ein Grinsen auf mein Gesicht.
Ich lege mein Handy zurück auf den Schreibtisch und wende mich wieder meinem Schrank zu. Da meine Suche soeben um einiges erleichtert wurde, habe ich keine Probleme mehr mein einziges komplett weißes T-Shirt aus meinem Schrank zu fischen und überzuziehen.
Die heißen Junitemperaturen der letzten Tage helfen mir bei der Frage nach der richtigen Hose. Während ich mir die Hotpants überstreife und im Spiegel mein Aussehen noch ein letztes Mal überprüfe, male ich mir aus, wohin Shawn mich wohl heute ausführen wird. Unweigerlich stoße ich dabei auf die Frage, wieso ich etwas weißes anziehen sollte. Ich schüttele den Kopf und stecke die Haarsträhne, die sich immer aus meinem Zopf löst, zurück an ihren Platz.
Gleichzeitig höre ich das Hupen seines Jeeps von der Straße, woraufhin ich mir mein Handy schnappe. Ein kurzer Blick auf die Uhr bestätigt mir, dass ich erneut zu viel getrödelt habe. Vorfreudig springe ich ein wenig zu voreilig die Treppen nach unten, kann mich aber im letzten Moment am Geländer festhalten und abfangen, bevor ich mich der Länge nach auf dem Parkettboden hingelegt hätte.
Mein Herz rast und ich kann nur schwer meinen Griff vom Geländer lösen. Meine Mutter, die die ganze Szene vom Wohnzimmer aus durch die geöffnete Tür beobachtet hat, wünscht mir mit einem Kopfschütteln viel Spaß. Ich winke ihr zum Abschied zu, ziehe wenige Augenblicke später die Tür hinter mir zu und sehe ihn direkt, ebenfalls mit einem weißen Shirt, an der Beifahrertüre lehnen.
Shawn lächelt auf der Stelle als er mich sieht. Ich erwidere sein strahlendes Lächeln und lasse mich von ihm in eine warme und feste Umarmung ziehen. Seine Hände streichen über meinen Rücken, sodass mein Lächeln noch ein kleines bisschen breiter wird. "I missed you so much", nuschelt Shawn in meine Haare.
Ich löse mich leicht von ihm, um ihm in seine braunen Augen zu schauen. "We saw each other yesterday", blicke ich ihn vorwurfsvoll an, "but I missed you too." Wir grinsen uns an, bevor er mir die Beifahrertüre öffnet und mit einer einladenden Handbewegung in das Wageninnere zeigt. "You look completely ridiculous" kann ich mir nicht verkneifen, ehe ich einsteige.
Shawn schließt die Türe und lehnt sich durch das geöffnete Fenster zu mir ins Auto. Er verzieht keine Miene, sondern sieht mich ernst an. "Maybe I like to be ridiculous." Seine Mundwinkel ziehen sich leicht nach oben. Einen Augenblick später sitzt er neben mir auf der Fahrerseite und startet den Motor. Ich fange sofort an, zu dem Lied, das gerade gespielt wir, zu singen, während Shawn sich in erster Linie auf den Verkehr konzentriert.
Es stört ihn überhaupt nicht, dass ich durchgehend schiefe Töne zum Besten gebe. Als jedoch seine Single 'If I can't have you' aus den Lautsprechern ertönt, singt er lautstark mit mir zusammen und biegt auf die Autobahn ein.
"Here we are." Nach einer einstündigen Fahrt kommen wir an einem großen Parkplatz an. Shawn öffnet mit ernster Miene die Beifahrertüre und wartet, bis ich ausgestiegen bin, um danach die Türe wieder zu schließen. Seine Hand greift direkt nach meiner und er zieht mich an seine Brust bevor ich überhaupt erkennen kann, wo wir uns befinden.
"Let's go." Er drückt mir einen leichten Kuss auf die Stirn und lässt mich wieder los, sodass ich mich endlich umschauen kann. Eine große Menschenmenge wartet darauf, auf das Gelände gelassen zu werden. Auf einem riesigen Schild daneben prangt in geschwungenen Lettern 'Holi Festival of Colours'. Mein Gesicht erhellt sich auf der Stelle und ich springe überglücklich in Shawns Arme, die mich sofort festhalten.
"Thank you so much." Ich drücke meinen Kopf an seine Schulter. Freudestrahlend hüpfe ich neben meinem Freund auf und ab. Ich kann es gar nicht erwarten, mit den Farben um mich zu werfen. Dass ich mich ein wenig wie ein Kleinkind verhalte und mir deshalb die restlichen Festivalbesucher komische Blicke zuwerfen, irritiert mich keineswegs.
Shawn legt seine große Hand um meine drückt sie leicht und grinst mich an. "I love to see you happy." Er navigiert mich um die lange Schlange der bereits Wartenden herum zu einem Nebeneingang. Ohne meine Hand loszulassen, zieht er die Eintrittskarten aus seiner Hosentasche. Wir bekommen direkt ein paar Farbbeutel ausgehändigt. "You ready?" Ich nicke und grinse: "Sure."
Wir mischen uns gemeinsam unter die Menge, die schon ausgelassen zu der Musik eines DJs feiert. Mein Mund verzieht sich zu einem diabolischen Grinsen, als das Signal ertönt und ich Shawn die erste Ladung Farbe frontal ins Gesicht werfe. Blaue Farbe breitet sich auf seinem Gesicht und den Locken aus. Seinem entsetzten Blick zufolge hat er damit nicht gerechnet.
Ich lache lauthals bis ich selbst von einer roten Farbwolke getroffen werde. Nach kürzester Zeit sehen wir aus wie Regenbögen. Außer Atem lasse ich mich in das nicht mehr grüne Gras fallen. Als Shawn neben mich fällt erhebt sich eine Wolke aus den unterschiedlichsten Farben. Ich drehe meinen Kopf zu ihm. Obwohl er sehr sportlich ist, hebt und senkt sich sein Brustkorb fast genauso schnell wie mein eigener.
Wir grinsen uns ohne Worte breit an und er greift wieder nach meiner Hand. Ich schließe entspannt meine Augen, die ich aber sofort wieder aufreiße, weil ein Regen aus Farbe auf mich niederprasselt. Empört drehe ich mich nach rechts, um mich an meinem Freund zu rächen, halte jedoch in der Bewegung inne, da er genauso überrascht von dem Angriff aufspringt.
Er wirft eine gelbe Wolke auf die einige Meter entfernten jungen Menschen, die sich vor Lachen die Bäuche halten. Bald kann man in dem bunten Farbentumult gar nichts mehr erkennen, dennoch feuern wir zu zweit und bei weitem in der Unterzahl auf unsere Angreifer. Als die Farben langsam auf den Boden schweben, sind die Anderen unauffindbar.
"Cowards." Wir sehen uns an und brechen in Gelächter aus. "Just look at your hair", mache ich mich über Shawn lustig, da seine Locken strohig von seinem Kopf abstehen. "You should look at yours first", grinst er schief. Ich unterbreche unser kurzes Schweigen. "Thank you." Er sieht mich verwirrt an und legt den Kopf schief.
"For what?" - "For giving me a perfect memory, spending time with me and for making my dream come true." Ein Lächeln ziert sein Gesicht, als er seine Hände an meine Wangen legt und mit den Daumen sanft darüber streicht.
"You don't have to thank me", er kommt meinem Gesicht näher, "It made a lot of fun and I'd do anything to make you happy, honey." Er steckt eine Strähne, die sich aus meinem Zopf gelöst hat, hinter mein Ohr. Seine Augen leuchten. "I love you, Y/N." Er gibt mir nicht die Möglichkeit zu antworten sondern legt ohne Umschweife seine Lippen auf meine...
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Shawn Mendes Imagines
Hayran KurguIch denke, der Titel sagt alles... *Dialoge auf Englisch*
