Kapitel 3

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So hieß er also. Michael.

"Michael...", sagte ich leise vor mich hin. "Elizabeth.", antwortete er grinsend. Mein Kopf drehte sich in 0.1 Sekunden zu ihm. "Sag das nicht!", ich hasse es wenn man mich so nennt. Michael schob sich lächelnd einen Kaugummi in den Mund und fing an darauf rum zu kauen. "Wieso nicht? Das ist dein Name, Prinzessin." Ich war geschockt. "David...", war alles was ich sagen konnte. Er spielte mit einem seiner unzähligen Armbänder und guckte mich an. "Wer ist David?", fragte er. "David war mein Freund, meine aller erste große Liebe. Er hat mich immer Prinzessin genannt und mir immer gesagt wie wunderschön ich doch sei.", als diese Worte meinen Mund verliesen kam gleichzeitig auch noch ein verächtliches Lachen heraus. "Ich war so dumm. Ich hab ihm jedes einzelne Wort geglaubt. Dabei hatte er die ganze Zeit was mit dieser dummen Schlampe, Maya.", so langsam wurde ich wütent auf mich. "Sorry Michael, ich will dich nicht vollmüllen mit ihm. Aber wieso hast du ihn geschlagen?" Auf diese Antwot warte ich seit einer Woche. Sein Blick blieb auf meinem Ring hängen. Den Ring, den mir David geschenkt hatte, als wir einen Monat zusammen waren. Er war aus echtem Gold mit einem eingravierten D auf der Vorderseite. Ich konnte mich einfach nicht von ihm trennen. 

"Er hat es verdammtnochmal verdient. Kein Junge sollte seine Freundin betrügen oder zum weinen bringen.", als er das sagte wusste ich, dass er es total ernst meinte. "Außerdem ging er mir schon immer tierisch auf den Sack und jetzt hatte ich endlich einen Grund ihn zu schlagen.", fügte er noch mit leichtem Lachen hinzu.

Sein Lachen ist so süß und echt, dass ich auch anfing zu lachen, aber sofort aufhörte als er mich anguckte. "Sorry.", sagte ich nur und vergrub meine Hände unter meinen Beinen. Ich fing an weiter zu sprechen, während ich auf meine Schuhe starrte: "Ich weiß das mein Lachen sich total schrecklich anhört. Tut mir leid." 

Michael fing an zu lachen, sodass seine Brust sich auf und ab bewegte. Ich wollte nicht anfangen zu weinen, aber irgendwie war er der letzte Mensch, von dem ch erwartet habe mich auszulachen. Als mir ausversehen ein Schluchzer entwich hörte er sofort auf zu lachen. "Alles Okay? Wieso heulst du auf einmal?" 

Ich wusch mir die Tränen mit meinem Handrücken ab und biss auf meine Lippe. Er sah mich verwundert an. "Doch nicht ernsthaft, weil ich gelacht habe?", fragte er. Doch genau deshalb. Doch ich wollte es nicht zugeben. 

Michael nahm meine Hand und striff den Ring von meinem Finger. "Weißt du, es ist ziemlich lustig wie oft du dich entschuldigst und es ist ziemlich traurig, wie unsicher du doch bist." Ich wollte jetzt nicht über mich reden, ich wollte meinen Ring wieder. "Gib mir den Ring, Michael.", das klang nicht wirklich selbstsicher, aber das war ich in diesem Moment auch nicht. "Nö.", kam es von ihm. Ich fing an ihn mit meinen roten Augen anzugucken und fragte: "Wie nein? Gib ihn mir zurück!" Das klang schon besser. "Damit du weiter an diesem Idioten hängen kannst? Ich denke nicht daran." Ich stand auf und lief hinüber zu ihm, während ich meine Hand ausstreckte. "Ich finde das nicht witzig. Gib ihn mir bitte wieder." 

Inzwischen lag er auf der Matratze und stütze sich mit seinen Ellenbogen ab. "Nenn mir einen Guten Grund wieso du ihn so dringend brauchst.", er dacht nicht daran den Ring irgendwann herzugeben. Meinen Arm ließ ich fallen. "Weil ich mich komisch nackt ohne ihn fühle." Michael fing an zu grinsen und machte eins seiner Armbänder ab. 

Es war aus schwarz geflochtener Schnur zum zuknoten mit einer silbernen Spirale in der Mitte. Er warf es mir zu ich ich fing es. "Was soll ich damit?" Er stand auf und nahm es mir aus der Hand, um es mir um mein linkes Handgelenkt zu binden. Michael guckte mir in die Augen und ich ihn, bevor er sprach: "Damit dein Hand nicht mehr ganz so nackt ist." Ich fing unkontrollierbar an zu lächeln. Das war so süß und bevor ich nachdenken konnte schlang ich meine Arme um seine Brust. Michaels Körper spannte sich kurz an, legte seine Arme dann aber doch um mich. "Danke.", flüsterte ich leise, in der Hoffnung er würde es nicht hören. "Kein Ding, Liz.", kam es doch von ihm. 

Wir standen da so noch ungefär 1 Minute. Und diese Minute war wundervoll, außerdem roch er himmlisch. 

Ding. Ich bekam eine Nachricht, also nahm ich mein Handy und entsperrte es.

Mum: Wir sind zu Hause und es gibt Essen. Wo bist du?

Oh Shit. Wie spät war es ? 

20:03 Uhr

Ich hab gar nicht bemerkt, wie schnell die Zeit rum ging. Ich wollte noch nicht gehen. 

"Michael? Ich muss los.." Er sah mich an und nickte. "Okay. Dann geh.", er sagte das auf keinen Fall wütend oder sauer, einfach nur gleichgültig. 

Ich stand auf und ging zur Leiter. "Bye.", sagte ich noch bevor ich runtr kletterte. 

Als ich unten stand und gerade los laufen wollte hörte ich Michael rufen: "Halt!" Er war nun auch unten und hielt mir ein blau karriertes Hemd hin. Das Hemd, dass er am ersten Schultag getrugen hatte. 

Ich zog meine Augenbrauen zusammen. "Was soll ich damit?" Er fing an zu grinsen. "Es ist kalt und ich dachte ... du ... äh." Bevor das noch peinlicher wurde nahm ich es ihm aus der Hand und zog es an. "Scheint so als ob du nicht oft etwas nettes tust.", sagte ich mit einem Grinsen. 

"Abweisung ist der beste Weg nicht verletzt zu werden.", damit drehte er sich um und lief weg. 

Save Me {m.c.}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt