Am falschen Ort...

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Am falschen Ort…

Mit einem flauen Gefühl im Magen stellte er sich darauf ein in Malons Küche aus dem Gemälde zu treten. Vielleicht würde er dort noch etwas bleiben, bevor er den Weg zum Schloss antrat, der sein letzter werden konnte. Doch es war nicht das leise Knarzen ausgetretener Holzdielen, die ihn empfing, sondern ein leises, wiederhallendes Klacken, als seine Schuhe auf kalten, polierten Stein traten. Irritiert wollte er sich umsehen, als er aus reinem Reflex einem Schwerthieb auswich, der ihn wahrscheinlich getötet hätte. In einer einzigen, fließenden Bewegung zog Floid sein Schwert und fuhr herum.

Vor ihm standen 4 Gerudos. Hochgewachsene Kriegerinnen mit dunkler Haut, roten, langen Haaren und in jeder Hand ein gebogenes, scharfes Schwert.

Das Klirren von Metall hallte durch den kalten Raum, als er einen Schlag abwehrte und heiße Panik in seiner Brust aufstieg. Er hatte gegen viele Gegner gekämpft, doch wenn man an Gerudos vorbei musste, das hatte er auf schmerzhafte Weise gelernt, dann sollte man sie aus der Ferne erledigen. Niemals mit mehr als einer der Kriegerinnen direkt kämpfen, sonst sind die Chancen mit dem Leben davon zu kommen verschwindend gering.

„Du wirst hier draufgehen, Flo.“ Dachte er bitter, lenkte sich für eine Sekunde damit ab, wich zu langsam aus… Ein scharfes brennen zuckte über seine rechte Wange und LeFloid hatte plötzlich den Geschmack von seinem Blut auf der Zunge, als es aus dem tiefen Schnitt auf seine Lippen lief.

Aber irgendwie hatte er es doch gewusst, oder? Wie hatte Flo nur glauben können, dass er jahrelang plante Ganondorf zu töten ohne, dass dieser etwas davon mitbekam! Voller Verzweiflung krallte sich seine rechte Hand an das Schwert und seine linke an das Metall des Hylia Schildes, welches ihm schon so oft das Leben gerettet hatte.

Man sagte ja es sollen ab und zu noch Wunder geschehen…

„Um hier lebend raus zu kommen, Floid, brauchst du mehr, als ein Wunder.“

„Lasst ihn am Leben.“

Eine tiefe Stimme hallte durch den Raum und sofort hielten die 4 Gerudos inne und traten alle einen Schritt zurück. Jetzt endlich konnte LeFloid sich umsehen und die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag in den Magen. Auch, wenn er ihn zuvor nie mit eigenen Augen gesehen hatte wusste Flo, dass er in Ganondorfs Thronsaal stand. Nicht zuletzt, weil es der momentane Herrscher von Hyrule selbst war, der mit schweren Schritten und einem spöttischen Grinsen auf ihn zu kam.

„Du bist also der, von dem die Leute reden. Der, in den das gemeine Volk alle seine Hoffnungen setzt…“

Belustigt blieb er vor Floid stehen, sein spöttisches Grinsen nur von dem grellen Licht der Sonne beleuchtet, das durch die Fenster schien. Er war ein gutes Stück größer, als er selbst und unter seinen Kleidern zeichneten sich beeindruckende Muskeln ab.

„Aber ich muss sehen, dass sie sich wohl geirrt haben. Vor mir steht ein kleines, zerbrechliches Menschlein… Was bringt einen Menschen dazu sich in die Gelegenheiten meines Reiches einzumischen? Wenn du nur den Held spielen wolltest war das eine sehr, sehr dumme Idee…“

„Ich suche meine Schwester.“

Flo ließ weder sein Schwert, noch seinen Schild sinken und schmeckte noch immer sein eigenes Blut, das ihm von seiner Wange auf die Lippe lief.

„Wir sind vor 17 Jahren durch einen Unfall hierhergekommen…“

Ganondorf brach in schallendes Gelächter aus. Seine tiefe, mächtige Stimme hallte von den kalten Wänden wieder.

„Wie edel… Der Retter Hyrules sucht nur seine Schwester. Es wundert mich nur, dass du 17 Jahre dafür gebraucht hast endlich zu mir zu kommen. Seit dem ersten Tag ist sie davon überzeugt, dass du kommen würdest…“

Sie lebte! Joeleen lebte! Flos Herz machte einen hoffnungsvollen Sprung. All die Jahre hatte er sich gefragt, ob das alles nicht vergebens war, ob er nicht schon längst zu spät kam, ob Joeleen nicht in der selben Nacht getötet worden war, in der sie verschwand… Doch Ganondorfs Stimme ließ ihn unsanft aus seinen Gedanken aufschrecken.

„…Nur leider hat sie unrecht. Du wirst es nicht zu ihr schaffen, denn der Retter Hyrules wird diesen Raum nicht lebend verlassen.“

Mit diesen Worten zog Ganondorf sein Schwert und ließ das frisch geschärfte und polierte Metall mit einem Lächeln auf den dunklen Lippen durch die Luft gleiten.

Make it Rain, FloidGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt