14 Jahre Freundschaft

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14 Jahre Freundschaft

Es war Abend geworden und Steve, Felix, Jako und Marti waren gegangen. Sie hatten versprochen ihn in LeNews zu vertreten, bis es ihm wieder besser ging, denn keine Stunde nachdem er aufgewacht war hatte ein Arzt sein Zimmer betreten und hatte ihm erklärt er dürfte dieses Bett für einige Wochen nicht verlassen, da sonst die beachtliche Wunde an seinem Bauch aufreißen konnte und dann würde sie ihn doch noch töten.

Doch das interessierte Flo  herzlich wenig. Viel schlimmere Sorgen nagten ihm an der Seele. Wie war das Gemälde in Ganondorfs Thronsaal gekommen? Wie hatten sie erfahren, dass es dieses Gemälde war, durch das er kam? Die einzige Person, die davon wusste war Malon, doch Flo wusste, dass sie ihn niemals verraten würde! Aber wie war das Gemälde dann aus ihrer Küche in Ganondorfs Schloss gekommen?

Hatten die Gerudo sie überfallen, wie sie es damals ihren Vater?

Hatten sie die Farm niedergebrannt, so wie sie es schon oft versucht hatten, wenn sie sich geweigert hatte ihre besten Pferde an den Herrscher abzutreten?

Je später die Stunde wurde, je dunkler die Nacht, desto mehr wuchs Flos Angst um das Mädchen, die in den letzten 14 Jahren zu seiner Familie geworden war.

Die einzige Person, der er vertrauen konnte.

Eine Erinnerung durchzuckte ihn, 8 Jahre musste es her sein, Malons 19 Geburtstag. Flo konnte sich noch genau daran erinnern, wie er ihr einen Kuchen gebacken hatte und die junge Frau war beinahe in Tränen ausgebrochen, da sie selbst den Zucker sich alleine hätte nicht leisten können. Niemand in ganz Hyrule hätte das, außer Ganondorf selbst und seine obersten Wachen.

„Es freut mich, dass es dir gefällt.“

„Machst du Witze?“

Sie war herumgesprungen, in ihrem violetten Rock, den weißen Oberteil und der ledernen Schürze, als wäre sie noch ein Kind. Als er sie zum ersten Mal getroffen hatte, waren ihre blauen Augen dunkel vor Sorge und Trauer gewesen. Die Welt um sie herum war zwar nicht besser geworden, doch aus irgendeinem Grund schimmerten sie wieder seit er bei ihr war.

„Das wäre nicht nötig gewesen, Flo! Ich weiß nicht, wie ich dir das jemals zurückgeben kann!“

Er hatte nur gelacht und sie freundschaftlich umarmt. Das Mädchen, das er liebte wie eine Schwester.

„Das musst du doch nicht, Malon! Ich könnte deine ganze Farm in Rubinen aufwiegen und es wäre noch nicht genug für das, was du bereits für mich getan hast! 6 Jahre lang hast du mich versteckt, mich verarztet, wenn ich verwundet war…“

„… und ich werde es weiter tun, solange ich lebe.“

Fiel Malon ihm ins Wort und plötzlich waren ihre blauen Augen ernst.

„Du bist meine Familie, Florian. Die Einzige, die ich in diesen zwei Welten besitze.“

„Und genau deshalb habe ich noch etwas für dich.“

Seine Finger wanderten zu dem schwarzen Lederband um seinen Hals, an dem damals noch nur die beiden Ringe hingen. Eine eigene Wohnung hatte er noch keine gehabt.

Geschickt öffnete er den Knoten und zog sich die beiden Schmuckstücke vom Hals. Die beiden Ringe, die ihm eine Schwester genommen und eine neue gegeben hatten. Den kleineren, filigraneren zog er von dem Lederband und drehte ihn nachdenklich zwischen den Fingerspitzen hin und her.

„Den hat Joeleen getragen, als wir zum ersten Mal hierher kamen.“

Florian erhob den Blick seiner braunen Augen zu Malon.

„Wenn du diesen Ring trägst kannst du durch das Gemälde gehen. In meine Welt.“

Er legte ihr den Ring in die Hand und schloss ihre zarten Finger um das Schmuckstück aus Gold.

„Wenn ich nicht in Hyrule sein sollte, dann bin ich damit trotzdem nur zwei Treppen von dir entfernt. Ich könnte es nicht ertragen, wenn dir etwas passieren sollte, Malon, denn du bist auch meine einzige Familie. Meine Schwester ist fort und sonst glaubt mir niemand. Alle erklären sie mich für verrückt, wenn ich von einer Schwester erzähle, an die sich niemand außer mir erinnert. Alle, außer du.  Du bist für mich wie eine Schwester. Wenn du in Schwierigkeiten steckst und ich nicht da bin, um dir zu helfen, dann komme in meine Welt. Ich werde dich und die Farm mit meinem Leben verteidigen, wenn es nötig ist.“

Mit diesem Versprechen hatte er ihr damals den Ring gegeben, den Joeleen getragen hatte. Bis jetzt hatte sie noch nie von ihm Gebrauch gemacht. Sie war schon immer die Frau gewesen, die ein Talent dafür hatte sich alleine durchzuschlagen.

Wer auch immer Frodo hinüber nach Hyrule gezerrt hatte, der musste diesen Ring bei sich getragen haben! Es gab keinen anderen Weg hinüber! Aber Malon hatte ihn immer bei sich getragen, hatte ihn nie abgelegt. Was musste ihr zugestoßen sein, dass sie ihn abgegeben hatte?

So wuchs Flos Sorge um Malon und Frodo immer mehr, bis er es nicht mehr ertrug.

Egal, ob es lebensgefährlich war, oder nicht! Er musste aus diesem Krankenhaus raus und wieder nach Hyrule! Er musste nach Malon sehen und nach seinem besten Freund suchen!

Make it Rain, FloidGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt