17. Schwanger?

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Abigails POV

Die Wochen strichen dahin und es war soweit. Der Ball stand an.
Ich hatte keinem gesagt, mit wem ich dorthin gehen würde und welches Kleid ich anziehen werde.
So sicher war ich mir auch noch nicht, schließlich bestand mein Kleiderschrank hier in NY zu 70 Prozent aus Kleidern. Jedoch hatte ich mich für ein weißes, kurzes Kleid entschieden. Es war trägerlos, bis zu Taille eng geschnitten und fiel ab da locker bis zur Mitte meiner Oberschenkel.

Meine Haare lockte ich, ließ sie offen und steckte mir eine Sträne am Hinterkopf fest.
Make-up trug ich nur sehr bedacht auf.
Schließlich schlüpfte ich in weiße High Heels, nahm mir aber noch weiße Sneaker und Socken mit.

Fertig.

Ich schnappte mir noch mein Handy, meine schwarze Lederjacke und ging dann die Treppen runter.
"Du siehst fantastisch aus, Abby! Richard, schau sie dir an. Wirklich zauberhaft." Kate stand unten und schloss mich liebevoll in die Arme.
"Oh ja, du siehst toll aus! JAKE?! Ihr müsst lohos!!!" rief er und umarmte mich auch kurz.
Jake kam aus dem Wohnzimmer und erstarrte, als er mich sah.

Sein Ernst?

"Wir müssen los, Jake."
"Hmm..." Er verabschiedete sich von seinen Eltern und zusammen gingen wir in die Garage.
"Du...siehst echt...gut aus." Ist da jemand schüchtern?
"Danke. Du aber auch." sagte ich weniger aus Anstand. Er trug ein weißes Hemd und dazu eine schwarze Jeans.

*

Jake parkte den Wagen und lief dann voraus zu der Halle, wo anscheinend der Ball stattfand.
Warum genau läuft er jetzt vor mir weg?
Ich schüttelte mit dem Kopf und verkniff mir die Augen zu verdrehen.
Das Eingangstor stand offen und ich bekam den Mund nicht mehr zu. Innen wirkte alles wie auf einer Hochzeit. Alles war wunderschön geschmückt und verziert.

Auf dem Boden lag ein wunderschöner beiger Teppich, der um eine Kurve führte. Mittlerweile war die Musik deutlich zu hören. Mir kamen einige Schüler entgegen. Manche davon hatte ich schon in der Schule gesehen.

Ich ging um die Ecke und mein Herz blieb fast stehen, so toll sah die Location aus. Eine Treppe mit breiten Stufen führte in das Areal, wo schon zahlreiche Leute versammelt waren, miteinander sprachen, lachten und Spaß hatten.
Ich überflog die Menschenmenge, doch es war unmöglich meine Begleitung auszumachen.
Langsam, Schritt für Schritt, stieg ich die Stufen nach unten, bedacht, nicht hinzufallen.

Und da stand er.

Cole.

Meine Begleitung für diesen Abend. Er ließ seinen Blick meinen Körper auf und abfahren, bis ich ziemlich dicht vor ihm stand.

"Hallo."hauchte ich, in der Hoffnung, dass er es gehört hat, denn die Musik war schon ziemlich laut.
"Hey..." sagte er und zog mich in eine Umarmung. "Willst du was trinken?"
"Nein, danke. Seit wann bist du hier?"

Wir unterhielten uns das erste Mal so richtig. In der Schule hielt er ja bekanntlich immer seine Klappe oder gab kühle Sprüche von sich. Doch heute, und an dem Tag, als er mich fragte, ob ich mit ihm zum Ball gehen würde, war er richtig nett und nicht das Arschloch von nebenan.

Der Schuldirektor hielt eine kurze Rede, dann sollten alle auf die Tanzfläche und tanzen.
Es kamen immer im Wechsel wilde, lustige Lieder und langsame Lieder.
Ich hatte mit Cole wahnsinnig viel Spaß.

Der vorerst letzte Tanz wurde angekündigt. Ein langsamer Tanz.
Die Musik begann und Cole trat näher an mich heran. Dann legte er seine Hände an meine Hüfte und sah mir in die Augen. Ich legte meine Hände auf seine Schultern und der Tanz begann.
Er führte tatsächlich wahnsinnig gut.

Viel zu schnell verstummte die Musik und somit war der Tanz vorbei. Doch Cole machte keine Anstände mich loszulassen. Sein Gesicht kam mir näher und ich biss mir nervös auf die Unterlippe.

Urplötzlich flammte in seinen Augen etwas auf. Verlangen?
"Hör auf damit. Das macht mich verrückt. Ich kann mich sonst nicht zurückhalten, dich zu küssen."
Ich musste grinsen und wandte meinen Blick ab.
"Was...was hält dich davon ab?" flüsterte ich und sah ihm erneut in die Augen.
"Ich weiß nicht..."

Und dann geschah es.
Ich spürte den leichten Druck von warmen, weichen Lippen auf meinen. In meinem Bauch kribbelte es und ich konnte irgendwie nicht genug bekommen.

"Abby?" rief jemand doch es interessierte mich nicht.
"Was zur Hölle..." kam es dann etwas leiser.

Ich verdrehte innerlich die Augen und löste mich von Cole.
Dann drehte ich meinen Kopf und sah direkt in die Augen von Jake, die Enttäuschung und Wut wiederspiegelten.

Ist er schwanger oder warum hat er solche Stimmungsschwankungen?
Vor paar Wochen war ich ihm ja noch total egal und jetzt sah er so aus, als würde er Cole am liebsten zu Kleinholz hacken...

~~~

sry für das etwas verspätete kapitel, aber bei mir ist seit dieser woche auch wieder schule und ich hab absolut keine lust haha 😂
noch frohe halloween 🦇

Only an exchange studentWo Geschichten leben. Entdecke jetzt