2. Die Reise, Die Ankunft

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Abigails view

Meine Eltern, Sara, ihre Eltern, Noah, seine Schwester, Noahs Eltern, meine Großeltern, meine anderen Großeltern, auch meine große Schwester und mein großer Bruder begleiteten mich auf den Flughafen.

Ich würde ganz alleine, ohne jegliche Begleitung und Unterstützung fliegen müssen. Jetzt wo ich es mir so recht überlege, würde ich am liebsten da bleiben. Was, wenn mich Kate und Co. nicht mochten? Was, wenn ich Heimweh bekomme? Was, wenn ich in der Schule gemobbt werde? Was, wenn mir was schlimmes passiert?

Sara schien meine Gedanken lesen zu können.

"Abby, mach dir keine Sorgen. Du schaffst das schon. Außerdem hast du mich und Noah und eine ganz tolle Familie! Wenn du was hast, ruf mich an, egal wann und wo. Und lass dich dort noch feiern nh?!"sagte sie noch zum Abschluss und umarmte mich ein letztes Mal.

Als ich mich von allen verabschiedet hatte, ging es auch schon los. Vor Aufregung hatte ich kaum Tränen verloren, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass noch jemand Vertrautes mitkam.

*

Panisch überflog ich mit meinem Röntgenblick das Abteil, wo mich meine Gasteltern abholen wollten.

Da, mit einem Schild aus Pappe in der Hand mit der Aufschrift Welcome in New York City, Abby standen sie. Wie süß von ihnen.

Hinter dem Schild stand ein junger, ordentlich angezogener Mann. Er trug Anzug und Krawatte. Das musste Richard Davies sein. Neben ihm stand eine junge hübsche Frau, sie trug ein langes, blaues Sommerkleid, was ihr ausgesprochen gut stand. Kate Davies.

Ich ging auf sie zu, wurde begrüßt und zusammen verließen wir den Flughafen.

Ich steuerte schon auf den Parkplatz zu.

"Abby? Wo willst du hin? Denkst du, wir parken auf dem normalen Parkplatz? Komm, wir zeigen dir, warum es vorteilhaft ist, eine V.I.P. zu sein."zwinkerte Kate mir zu und legte einen Arm um meine Schulter.

"Oh, okay."Ich folgte ihnen stutzig.

Wir betraten einen abgekenzelten Bereich. Kate und Rich (er wollte nicht Richard genannt werden) grüßten ein paar Leute von der Security und gingen dann zu ihrem Auto. Einem schwarzen Maserati Lavante S (wenn ihr nicht wisst, was das ist: Google ist euer Freund und Helfer XD).

Kaum saßen alle im Auto, fuhren wir aus dem Sicherheitstrakt und fuhren irgendwie eine Dreiviertelstunde durch ganz NYC. Ich blickte gedankenverloren aus dem Fenster und kam erst auf den Boden der Tatsachen zurück, als Rich kurz vor einer riesigen Villa hielt und eine Fernbedienung betätigte. Am Rand des Hauses öffnete sich ein Tor zur Tiefgarage. Rich fuhr hinein.

Dort standen so 20 Autos oder so. Porsche, Ferrari, teure Audis, Bendleys und Mercedes und noch so ein Maserati.

Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Leute hatten echt viel Geld.

Rich fuhr rückwärts in eine Parklücke.
Wir stiegen aus.
"Bill und Steve bringen dein Gepäck nachher hoch. Jetzt zeigen wir dir erstmal das Haus und dein Zimmer."sagte Kate und nahm mich an der Hand.

Zugegeben, ich fühlte mich kurz wie ein kleines Kind, das nicht verloren gehen darf, aber nach diesem Moment, war ich darüber froh, denn ich hätte mich sonst total allein gefühlt. Und wer weiß, vielleicht wäre ich ja tatsächlich verschollen in dem riesigen Haus...

Kate zeigte mir in aller Ruhe das ganze Haus und mein Zimmer.
Es war riesig, aber nicht zu groß. Zwei Türen zweigten noch mal ab. Das eine war ein riesiges Badezimmer und die andere Tür führte in meinen begehbaren Kleiderschrank.

"Jake ist noch in der Schule, er kommt aber bestimmt bald nach Hause. Hast du Hunger? Ich könnte ja was zum Mittag kochen. Pizza?" vielleicht sollte sie Pizza lieber backen...
"Also... ja Pizza klingt gut!"sagte ich und reckte meinen Daumen in die Höhe.

Plötzlich fing jemand bzw. etwas an zu bellen.

"Oh, das ist Jessy. Unsere Labrador Hündin. Ich nehme an, Jake kommt heim. Ich gehe jetzt runter und mache die Pizza. Brauchst du noch irgendwas?"

"Nein, danke. Ich bin rundum versorgt."sagte ich und folgte Kate die Treppen runter und blieb auf der letzten Stufe stehen. Dort trugen gerade zwei junge Männer in Anzug und Krawatte und mit Sonnenbrille, meine Koffer und das restliche Gepäck hoch.

Ein Schlüssel bewegte das Schloss der großen Sicherheitstür und herein kam ein großer, dunkelbraunhaariger Junge. Ich konnte zuerst nur seinen Kopf von oben sehen und starrte auf die mega weichen Haare. Wow.

Das ist er. Das ist Jake. Jake Davies.

Oh.

Mein.

Gott!

"Hi Mom."quetschte er zwischen seinem Kiefer hervor und streichelte Jessy, die wild um seine Beine herumtollte.
Anscheinend hatte er mich nicht bemerkt.
Man man man, das wird lustig.
Als hätte er es gehört, drehte sich Jake um und sah mich an. Man konnte deutlich sehen, dass er mich musterte.

"Wer bistn du?"nuschelte er und sah mir in die Augen.
Gott, diese Augen. Grün und funkelnd. Wahnsinn, ich hab noch nie solche Augen gesehen. Sie passten perfekt zu ihm. Mit dem mega hübschen Gesicht und seinem tollen Körper-

"Hallo? Ich hab dich was gefragt!"sagte er und kam auf mich zu.
"Oh äh, hi ich bin Abigail, aber alle nennen mich Abby."sagte ich und hielt ihm meine Hand hin.
"Aha."knurrte er musterte mich ein letztes mal und ließ mich dann stehen, da er wahrscheinlich gerade den Duft der Pizza gerochen hatte. Mehr kann der wohl nicht sagen? Vorstellen oder so? Ne ist halt anscheinend nicht🙄.

Auch ich wurde vom Duft der Pizza angezogen.
Jake interessierte sich zum Glück nicht sonderlich für mich.
"Abby, du weißt ja noch gar nicht, wann hier die Schule wieder losgeht. Also: in genau 2 Wochen ist wieder Start und wenn du kein Problem damit hast, wird Jake dich mit in die Schule fahren, ja? Wir würden dann sehr gerne übermorgen für dich und Jake eine neue Schuluniform holen, da müsstest ihr allerdings mitkommen." Zum Ende des Satzes wurde Kate lauter und sah Jake an.

Der war jedoch mit seinem Handy beschäftigt und reagierte nicht.
Wahrscheinlich hatte er es nicht mal gehört.

"Ich kann auch mit dem Bus fahren, das ist kein Problem, oder ich nehm das Rad."sagte ich und könnte mich dafür schlagen, weil was nützt mir ein Fahrrad in der Innenstadt von NYC?
"Nene, lass mal lieber mit dem Rad gut sein. Jake wird dich fahren!"sagte Rich und verließ die Küche.

Only an exchange studentWo Geschichten leben. Entdecke jetzt