Elizas Sicht
Eine Stunde später hat Quinn die Geburt sehr gut überstanden. Sie ist müde und erschöpft, besteht aber dennoch darauf ihr kleines Mädchen, dieses Mal in einem sauberen und bekleideten Zustand in die Arme gelegt zu bekommen. Will reicht ihr das kleine Baby und legt es ihr in ihre Arme. Danach weicht er zurück und atmet tief ein und aus.
»Herzlichen Glückwunsch, Schwesterchen.«, sagt er dann leise und drückt ihr einen Kuss aufs Haar.
»Sie ist perfekt«, höre ich Noah sagen und lächle. Ihm laufen ebenfalls Tränen die Wangen herunter und sieht mit Ehrfurcht und Liebe auf seine Frau und Tochter hinab. Quinn lächelt leicht und streicht ihr vorsichtig über ihre kleinen Bäckchen.
»Habt ihr euch schon für einen Namen entschieden?«, frage ich vorsichtig. Quinn sieht mich kurz lächelnd an, bevor sie Noah fragend ansieht. Er nickt kaum merklich, sodass Quinn ihren Blick wieder auf ihre Tochter richtet.
»Emma. Ihr Name lautet Emma«, sagt sie und lächle leicht.
»Ein sehr, sehr schöner Name«, erwidere ich lächelnd und sehe William an, der ebenfalls ein breites Lächeln auf den Lippen trägt. Seine Augen schimmern verdächtig und er wendet schnell den Blick von seiner Schwester ab, vermutlich damit niemand seine Freudentränen sehen kann.
»Kümmern Sie sich bitte darum, dass meine Schwester frische Kleidung bekommt und ein Einzelzimmer, okay?«, weist er die Schwester an, die neben uns steht und die größten sichtbaren Spuren der Geburt schon beseitigt hat.
»Natürlich, gerne«, sagt sie und macht sich dann an die Arbeit.
»Wir lassen euch dann allein, okay?«
»Danke, William«, sagt Quinn leise und sie lächelt ihn an. Noch immer laufen ihr Tränen die Wangen herab. Will nickt und verlässt dann den Raum.
»Viel Spaß beim Kennenlernen«, sage ich lächelnd und folge ihm dann nach draußen. Will läuft zu seiner Familie, weshalb ich beschließe mich ein wenig frisch zu machen.Allerdings stoppe ich, als ich sehe, dass Will seinen Arm um die Taille von Avery legt. Sie lehnt sich an ihn und umarmt ihn mit einem breiten Lächeln, als er die frohe Botschaft verkündet. Schnell wende ich den Blick ab und mache mich vom Acker.
Mittlerweile bin ich seit sechzehn Stunden im Dienst und es wäre sicherlich mal angebracht, dafür zu sorgen, dass die Patienten auch weiterhin von mir behandelt werden wollen.. Obwohl ich die meiste Zeit auf den Beinen bin, spüre ich keinen Funken Müdigkeit. Wahrscheinlich ist es das Adrenalin, das mich bei Kräften hält.
Ich betrete die Umkleide und laufe mit meinem Kulturbeutel ins WC. Schnell putze ich mir die Zähne und benutze Deo, bevor ich mir die Haare zu einem neuen Zopf binde, um wieder annehmbar auszusehen.
Ich schließe alles wieder ein, ehe ich mich wieder auf den Weg mache, um Will zu suchen. Bei seiner Familie kann ich ihn jedoch nicht entdecken, weshalb ich mich auf den Weg zu seinem Büro mache. Die Tür ist nur angelehnt, weshalb ich die Tür öffne, um ihn zu suchen.
Er fährt herum und wischt sich unauffällig über die Wange, ehe er mich ansieht. Er hat ganz eindeutig geweint. Vermutlich nimmt es ihn doch ein bisschen mehr mit, dass er jetzt Onkel geworden ist.
»Entschuldige. Ich gehe wieder«, sage ich schnell.
»Nein, bleib. Du hast dir eine Pause verdient. Momentan ist alles ruhig. Die Schwestern geben Bescheid, wenn sich etwas daran ändern sollte«, sagt er und ich nicke.
»Okay, trotzdem wollte ich dich nicht stören«, sage ich und will wieder umdrehen und gehen.
Doch kaum habe ich einen Schritt vor die Tür gesetzt, zieht er mich wieder zurück in den Raum zurück. Er presst mich gegen die Tür und kommt mir ganz nah. Noch immer sind seine Augen feucht und ich lege eine Hand an seine Wange, um mit meinem Daumen darüber zu streichen.
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The Secret I Hide
ChickLitWilliam ist der Älteste der Morrison-Geschwister und arbeitet als Oberarzt in einem Krankenhaus in San Francisco. Seine Arbeit spannt ihn viel ein, sodass für eine Frau gar keine Zeit übrig bleibt. Als Eliza jedoch in sein Leben stolpert, beginnt er...
