Elizas Sicht
Der Stationscounter platzt fast vor lauter Chaos, als ich am Montag zur Arbeit komme. Als Will mich dann auch nur noch relativ knapp begrüßt und mir die Aufgabe gibt, diesen aufzuräumen, bis er aus seiner Notfall-OP zurück ist, stelle ich fest, dass heute einer dieser Tage ist, die absolut scheiße werden.
Ein richtiger Montag.
Der einzige Lichtblick ist, dass ich mich heute Abend mit meiner besten Freundin Zoey treffen werde und wir endlich wieder einmal Zeit zu zweit verbringen. Meistens ist das nämlich nicht so. Zoey studiert Jura und hat direkt viele Freundinnen gefunden, die sie zu unseren Treffen immer mitschleppt. Ich sage meistens nie etwas dagegen, weil ich ihr keinen Stress bereiten möchte. Zoey und ich sind seit unserer Kindheit unzertrennlich, was auch daran liegt, dass unsere Eltern sehr eng befreundet sind. Wir haben im Prinzip alles miteinander erlebt, nur sagt sie mir in letzter Zeit immer ab, wenn wir etwas geplant haben, sodass ich am Ende allein dastehe.
Es ist nicht so, dass ich nicht auch andere Freunde hätte, allerdings habe ich bei ihnen das Gefühl, dass sie mehr an meinem Geld als an meiner Persönlichkeit interessiert sind. Ich halte es aus und achte auch darauf, vorsichtig zu sein, wenn ich mit ihnen Zeit verbringe, allerdings bin ich es leid, dass ich nur auf die finanziellen Vorzüge reduziert werde, die eine Freundschaft mit mir mit sich bringt.
Das ist unter anderem auch der Grund, wieso ich die Suche nach neuen Freunden aufgegeben habe. Es führt sowieso nur zu Enttäuschungen.
»Hey, Eliza!«
Ich zucke zusammen und werfe einen Haufen Papiere in die Luft, ehe sie alle auf mir hinab sinken. Ein Seufzen entfährt mir, als ich in das Gesicht von Quinn, Wills kleiner Schwester, blicke. Sie grinst schief, als ich sie mit roten Wagen anblicke und mich zu einem Lächeln zwinge.
»Sorry, du hast mich erschreckt«, sage ich und suche schnell die Papiere zusammen, um sie in einer der Schubladen zu verstauen. »Was kann ich für dich tun?«, frage ich, als ich mich ein wenig gesammelt habe.
»Ich habe heute meinen Nachsorge-Termin bei Dr. Sherman. Die acht Wochen sind ja schließlich schon rum«, sagt sie und deutet auf den Maxi-Cosi, den sie an ihrem Arm hängen hat. Ich stehe auf und sehe das kleine Mädchen an, was darin liegt und friedlich schläft.
»Sie ist immer noch so winzig«, sage ich lächelnd und Quinn lächelt.
»Das Gefühl, dass ich etwas an ihr kaputt machen könnte, habe ich leider immer noch«, sagt sie und ich lache leicht. Ich setze mich wieder an den PC und öffne die Terminübersicht. Ich klicke Quinns Termin an und bestätige ihre Anwesenheit, als mir einfällt, dass Dr. Sherman und Kyle gerade mit Will im OP stehen.
»Ich fürchte, ich habe schlechte Nachrichten. Dr. Sherman steht gerade mit Will... ehm... Dr. Morrison im OP und seine Assistenz ist ebenfalls mit an Bord«, sage ich und Quinn grinst mich nur an.
»Hast du so eine Untersuchung schon gemacht?«
»Ja, schon häufig und das auch ohne Will, aber ich weiß nicht, ob du dich dabei wohlfühlst, weil ich noch in der Ausbildung bin«, sage ich und sie schüttelt mit dem Kopf.
»Ach, komm. Das bekommst du schon hin. Ich vertraue dir und wenn du sagst, du hast schon öfters diese Untersuchungen gemacht, dann klappt das schon«, erwidert sie lächelnd und ich nicke.
»Okay, dann können wir anfangen«, sage ich und stehe auf, bevor ich mir ihre Akte aus der Schublade fische und mit ihr gemeinsam zum Untersuchungsraum laufe.
»Wie ging es dir nach der Geburt eigentlich? Habt ihr euch gut eingelebt?«
»Jedenfalls war die erste Zeit ziemlich turbulent. Wir haben bereits ein Kind, meinen Stiefsohn Leo, und dann natürlich jetzt Emma, die ja immer noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich glaube es war schwierig für Leo damit umzugehen, dass wir und vor allem Noah nicht mehr voll und ganz auf ihn allein eingehen können, weil Emma immer dort ist, wo auch wir sind. Aber ich denke mittlerweile haben wir uns gut arrangiert und Leo und Emma lieben einander. Er ist ein perfekter großer Bruder«, sagt sie lächelnd und auf meinem Gesicht befindet sich ebenfalls ein Lächeln.
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The Secret I Hide
Chick-LitWilliam ist der Älteste der Morrison-Geschwister und arbeitet als Oberarzt in einem Krankenhaus in San Francisco. Seine Arbeit spannt ihn viel ein, sodass für eine Frau gar keine Zeit übrig bleibt. Als Eliza jedoch in sein Leben stolpert, beginnt er...
