Elizas Sicht
Noch immer kann ich nicht glauben, dass Will und ich jetzt wirklich ein Paar sind. Nach den Monaten voller Chaos und Streitereien haben wir es doch noch auf die Reihe bekommen und ich könnte nicht glücklicher sein.
Ich merke einfach, dass es zwischen uns gut passt und hoffe, dass er es genauso sieht. Eigentlich weiß ich es sogar, aber irgendwas kann immer passieren – aus Absicht oder nicht.
Jedoch habe ich mir geschworen, dass ich ab jetzt nur noch die Zeit mit ihm genieße und das in trauter Zweisamkeit bis ich mein Praktikum bei ihm beendet habe und in eine andere Abteilung wechsele. Erst dann können wir uns zeigen und auch meinen Eltern von uns erzählen. Das wird denke ich noch eine kleines Hindernis sein, aber sie werden es schon verstehen. Hoffe ich.
Die ganze Nacht waren wir wach, haben miteinander geschlafen oder uns über alle möglichen Dinge unterhalten, sodass wir erst irgendwann um fünf Uhr morgens in der Frühe eingeschlafen sind. Auch, wenn ich normalerweise rumlaufen würde wie eine wandernde Leiche, fühle ich mich fit. Ich bin hellwach und bereit für den Tag.
Will und ich haben extra zwei verschiedene Eingänge genommen, damit es nicht allzu auffällig ist, dass wir zur gleichen Zeit kommen. Nach wie vor haben wir abgemacht, dass wir uns im Krankenhaus zurückhalten, auch wenn es uns eventuell schwerfallen könnte. Noch bin ich seine Praktikantin und ich möchte wirklich nicht, dass wir jetzt Probleme bekommen, wenn wir doch gerade erst richtig zusammengefunden haben.
Ich bleibe vor dem Personenaufzug stehen und warte bis sich die Türen vor mir öffnen, als Will neben mir auftaucht und mich angrinst.
Man – er macht seinem Namen alle Ehre. Dr. Sexy ist wirklich verdammt sexy.
Ich erwidere ein kleines Lächeln, doch keiner von uns sagt ein Wort, während wir auf den Aufzug warten. Als sich die Türen endlich öffnen, lasse ich die Leute aussteigen und betrete dann den Aufzug. Will folgt mir und stellt sich mit einem süffisanten Grinsen im Gesicht neben mich. Die Türen schließen sich und nun sind es nur noch wir zwei im Fahrstuhl.
Bevor ich mich versehen kann, packt Will mich und drückt mich gegen die kalte, stählerne Wand. Seine Lippen treffen auf meine und ich keuche überrascht auf, als seine Zunge in meinen Mund eindringt. Ich erwidere den Kuss einen kurzen Moment, bevor ich mich von ihm löse und ihn anlächle.
»So viel dazu, dass wir uns im Krankenhaus zusammenreißen«, meine ich lachend und schubse ihn leicht von mir. Will grinst nur und zuckt mit den Schultern.
»Wir haben eine Schicht vor uns. Ich kann dich also erst in acht Stunden wieder küssen und da musste ich es eben ausnutzen, dass wir allein sind«, sagt er und ich lache leicht. »In einem Fahrstuhl, der jederzeit auf einer Etage anhalten kann, damit weitere Leute einsteigen können? Ja, das ist ein toller Ort zum nicht erwischt werden«, erwidere ich kichernd.
Der Gong ertönt und der Fahrstuhl hält an, sodass wir Abstand voneinander nehmen. Im selben Moment taucht allerdings Dr. Sherman vor unseren Augen auf und ich versteife mich. Will steht allerdings tiefenentspannt neben mir und begrüßt ihn freundlich.
»Guten Morgen, Will. Guten Morgen, Eliza. Ihr seid aber pünktlich hier, um mich und Kyle abzulösen. Der Arme hat ebenfalls eine gebrochene Nase. Komischere Zufall, oder?«
»Ja, allerdings«, sage ich nervös.
Dr. Sherman grinst nur, ehe er den Fahrstuhl betritt.
»Keine Sorge. Euer Geheimnis ist bei mir gut aufbewahrt«, meint er und ich sehe ihn überrascht an. Auch Wills Gesicht wird augenblicklich kalkweiß.
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The Secret I Hide
ChickLitWilliam ist der Älteste der Morrison-Geschwister und arbeitet als Oberarzt in einem Krankenhaus in San Francisco. Seine Arbeit spannt ihn viel ein, sodass für eine Frau gar keine Zeit übrig bleibt. Als Eliza jedoch in sein Leben stolpert, beginnt er...
