SECHSUNDZWANZIG

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Nachdem ich mich entkleidet hatte, schmiss ich mich auf mein weiches Bett und streckte mich erstmal genüsslich.

Das Kleid ist nach dem schmerzhaften Sprung aus dem Fenster dreckig geworden und von meinen Schuhen wollte ich erst gar nicht sprechen, da der eine Absatz beim Weglaufen umgeknickt war.

Toll, das ich immer alles zerstören musste.

Mein Handy vibrierte wieder und ich entdeckte zwei ungelesene Nachrichten von meiner Mum.

Hey mein Schatz! Ich weiß es ist schon spät, doch ich wollte dich unbedingt fragen, ob du dieses Wochenende wieder mal zu uns kommen möchtest?

PS: Wir lieben dich!

Ich vermisste meine Eltern sehr, aber was ist wenn sie bemerken würden, das ich mich verändert hatte und wie sollte ich ihnen meine Sommersprossen erklären?

Wenn sie etwas herausfanden und weiter nachhaken würden, dann würden sie sterben, so hat es der Schuldirektor gesagt. Was ist wenn mit ihnen das Gleiche wie mit Thea passieren würde?!

Seufzend kroch ich unter meine Decke und versuchte einzuschlafen.

Ich wurde aus meinem schönen Traum über einen Strandurlaub an den karibischen Inseln gerissen, als mein Standarthandyklingelton durch mein Zimmer dröhnte, wobei ich geschockt aus dem Bett fiel, da mein Handy dirket neben mein Ohr lag.

Verschlafen tastete ich nach meinem Handy auf meinem Bett ab und drückte auf Annehmen.

"Hallo?", gähnte ich in den Hörer hinein und das Lachen meiner Mutter ertönte.

"Es ist fast zehn Uhr, wie kannst du noch schlafen?", fragte mich meine Mom und ich machte es mir auf meinem weichen Teppich gemütlich.

"Es ist ganz einfach, man liegt im Bett mit geschlossenen Augen und träumt von schönen Dingen.", antwortete ich ironisch.

"Jetzt musst du aber leider aufstehen, Liebes."

"Wieso das?", sprach ich irritiert.

"Dein Vater und ich warten vor dem Haupteingang bei den Parkplätzen auf dich. Ich habe dir ja gestern Abend - Ne, Quatsch - , heute früh geschrieben, dass du das Wochenende bei uns verbringen wirst.", erklärte sie und ich schloss fluchend meine Augen.

"Gibt mir zehn Minuten.", legte ich das Gespräch auf und riss meinen Kleiderschrank auf.

In meine fette Sporttasche schmiss ich ein paar Klamotten rein und danach ging ich auch schon zum Bad, um mir meine Zähne zu putzen und mich fertig zu machen. Wieder in meinem Zimmer zog ich mich um und packte andere wichtige Sachen ein, wie mein Ladekabel, Wecker und ein paar Snacks, die lecker in meinem Zimmer rumstanden.

Hinter mir schloss ich mein Zimmer ab und dann joggte ich auch schon die Treppen hinunter.

"Heyyy?", fragte Ashley neugierig und zog eine Augenbraue hoch, als sie von ihrem Kaffee aufschaute.

Wahrscheinlich wusste sie, dass ich eine Langschläferin war.

Sie trug Hot Pants und ein zu großes, jedoch schickes Tshirt, welches sie mit einem Knoten zusammen gebunden hatte.

"Hey. Geiles Tshirt.", grinste ich und sie grinste zurück, was uns an unser erstes Treffen zurück erinnerte.

"Wenn du es tragen würdest, müsstest du dir nicht mal einen Knoten reinmachen, so wie du aussiehst.", erwiderte Ashley, ganz die Alte und wir kicherten.

"Wohin gehst du?", fragte sie auf die Tasche angedeutet, während ich mir ein Glas Wasser eingoss und mit einem Zug austrank.

"Familie."

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