FÜNFUNDZWANZIG

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"Möchten Sie tanzen?", sprach mich Mr. Clayton an.

Die Tanzfläche war schon gefüllt mit verschieden gekleideten Vampiren und bis jetzt hatte ich noch nicht getanzt, obwohl der Ball seit geschätzten anderthalb Stunden eröffnet war. Doch fürs Tanzen hatte ich jetzt wesentlich wenig Lust. Ich blickte zu ihm hoch und wollte schon einer weiteren Person für diesen Abend ablehnen, doch er kam mir zuvor.

"Nein. Keine Widerworte.", lächelte mein Vamp-Veränderungen-Lehrer und reichte mir seine Hand.

Nach einem kurzen Zögern stand ich seufzend auf.

"Ich bewundere Sie.", sagte er übergangslos, nachdem wir den Walzer angeschlagen haben.

"Warum?", fragte ich irritiert.

"Es liegt nicht nur an Ihrer einzigartigen Fähigkeit, sondern auch an Ihrer Persönlichkeit.", antwortete Mr. Clayton und seine dunklen Augen trafen kurz meine.

"Ich kann das nicht nachvollziehen. Außer das ich aus irgendeinem Grund Sommersprossen habe, habe ich nichts besonderes an mir.", erwiderte ich und betrachtete die tanzende Menge über seiner Schulter hinweg.

"Manchmal sehen wir nicht immer das, was wir sehen sollten.", flüsterte er und ich glaubte mich verhört zu haben.

"Wie bitte?"

"Ach nichts. Ich finde, dass Ihre Sommersprossen Sie nicht nur zu einem besonderen Menschen ausmachen. Sie besitzen eine starke Persönlichkeit und Handeln meist zielgerichtet. Es scheint so, als ob niemand Sie wirklich zu Fall bringen könnte.", erklärte Mr. Clayton nachdenklich.

"Wie sagt man so schön: 'Große Worte aber nichts dahinter.'", erwiderte ich pessimistisch und er grinste.

"Die bemerkenswertesten Leute sind die Leute, die nicht wissen wie viel in ihnen steckt.", sprach mein Vamp-Lehrer. "Was halten Sie davon, wenn ich Ihnen berichte, das Kate in einem Monat die School Of Darkness wechselt?", wendete er das Thema und ich sah ihn überrascht an.

"Um ehrlich zu sein, habe ich sie nach dem ganzen drunter und drüber völlig vergessen. Das Leben ist zu kurz, um sich um Unwichtiges Gedanken zu machen."

"Wahre Worte.", sprach Mr. Clayton, als die Musik endete und verbeugte sich. "Es war mir eine Ehre."

"Die Ehre ist ganz meinerseits.", grinste ich zurück und machte einen Knicks.

Es ertönte ein lautes Gongen und verflucht nochmal, warum zuckte ich immer bei so einer Harmlosigkeit zusammen?

Alle Augen richteten sich auf das riesige Uhrwerk und der lange Sekundenzeiger begann sich wieder zu bewegen.

Vermutlich hatte ich einfach zu viel Fantasie im Kopf, aber ich dachte gleich würde alles in diesem Raum auf den nächsten Moment verschwinden, als wäre nie etwas dagewesen. Aber nun ja, ich war nicht Cinderella mit ihrer Gnädigkeit und Herzensgüte. Nein. Ich war ein Vampir.

Froh darüber, dass das Buffet noch stand, ging ich zu den leckeren Köstlichkeiten über. Ich schnappte mir ein paar Chicken Nuggets und Pommes, die ich schnell aufaß, derweil sich die Leute aus dem Saal drängten.

Mit einem großen Schluck trank ich irgendein bitterschmeckendes Zeug aus, um die Essensreste runterzuspülen und riet auf Vodka.

Tyler und Ashley mussten wahrscheinlich vor mir schon den Saal verlassen haben, denn von ihnen war keine Spur mehr übrig. Es befanden sich nur noch ein paar Lehrer, Joe mit seiner Clique und Will hier.

Will lehnte lässig neben der Ausgangstür und quatschte mit irgendeinem Mädchen, der ich gern die Kehle aufreißen würde. Dieser Idiot versperrt mir den einzigen Ausgang. Ich hatte nie gut laufende Beziehungen, also wieso sollte das zwischen uns je etwas ernstes werden? Wahrscheinlich will er nur irgendwas von mir und das wars.

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