Jimin verdammte sein Mundwerk. Manchmal sprach er, bevor er dachte.
"Wie willst du das schaffen?", fragte ihn dieses Mal eine Frau. Er kannte sie nicht. Ihr kurzes oranges Haar strich sie mit einer geschickten Handbewegung hinter ihr Ohr. Ihr Auftreten war Jimin sofort sympathisch.
Die Erinnerung, welche sich in seinem Kopf verankert hatte, welche er gefunden hatte hinter einer dicken schwarzen Tür versperrt durch schwarze faulige Ranken, hatte ihm einen Weg eröffnet, wie er Youngjae finden konnte. Er war nur nicht mehr so geübt wie früher. Und er brauchte lediglich ein Bild.
"Ich brauche ein Bild von Youngjae", war das Einzige, was er sagte.
Jimin durchstöberte seine Gedanken erneut. Im Augenwinkel nahm er wahr, wie ein Junge mit blondem Haar aus dem Raum verschwand.
Die Tür in seinem Inneren war an einer Stelle gebrochen, doch mehr Erinnerungen, als das 'Finden', brachen nicht hindurch. Er zog und stemmte sich gegen diese Ranken, doch es geschah nichts.
Taehyung, der immer noch neben ihm stand und mit einem undefinierbaren Blick ansah, schüttelte den Kopf.
"Du hast uns angelogen. Du weißt doch etwas", stellte er mit knurrender Stimme fest.
"Ich weiß, dass ich ein Werwolf bin und anders", entgegnete der Blonde und blickte ihm in das wütende Gesicht des Betas.
"Eure Zankerei könnte ihr auf später verschieben", mischte sich Jaebum ein und reichte ihm das Bild.
"Ich lasse nichts unversucht, um mein AnamCara wieder zu bekommen. Also tue es."
Jimin setzte sich auf den Teppich, welcher sich unter dem Tisch mit den dreizehn Stühlen befand.
Er schloss die Augen und blendete den Lärm um sich herum aus.
Das vertraute Kribbeln durchströmte seinen Körper. Das leichte Rauschen seiner Macht. Sie sang für ihn ein Lied. Und die Welt begann sich zu drehen. Die Dunkelheit, in der er sich befand, hatte kein Anfang und kein Ende. Nur endlose Schwärze.
Als er seine Augen öffnete, schwebte er in der Luft. Über der Schule. Ohne seinen Körper. Er war bloß eine neblige Hülle. Am Fenster zum Konferenzraum erblickte er seinen Körper, auf dem Rücken liegend mit starren offenen Augen. Seine Augen, aus denen Blut quoll. Jimin beobachtete wie Taehyung und Hoseok sich panisch zu ihm herunterbeugten, um an seinem Körper zu rütteln.
Sich jetzt aber irgendwie bemerkbar zu machen, würde keinen Sinn ergeben, also begann er loszufliegen.
Youngjae brauchte Hilfe.
Es war leicht seine Seele zu spüren, aber viel schwieriger den genauen Aufenthaltsort ausfindig zu machen.
Der Weg, welchen er zurückgelegt hatte, war nicht mit dem eines Wolfes, der mit seiner maximalen Geschwindigkeit rannte, zu vergleichen. Jimin segelte durch Büsche und Sträucher, durch Bäume und Hügel, durch Bäche und kleine Seen. Und war fasziniert, von der Vielfalt und der Schönheit dieses Ortes. Auch wenn er keine Zeit hatte es zu bewundern.
Youngjae wusste nicht, wie lange er schon an diesem Baum hing. Gefesselt mit Ketten. Es fühlte sich an wie Wochen, wobei wahrscheinlich erst ein Tag oder mehrere Stunden vergangen waren. Das Zeitgefühl hatte ihn nach seiner ersten Folterung verlassen. Doch er war dankbar, dass seine Knochen bereits am Heilen waren. Etwas praktisches hatte es, ein Wolf zu sein.
"Also, kleiner Beta, erzähl mir doch mal von deiner Schule. Gibt es Eingänge, die niemand kennt? Oder einen Schlüssel, um den Schutzwall zu umgehen?", wisperte die Stimme, die ihn vor Stunden oder Minuten gequält hatte, dass seine Kehle von seinen Schreien völlig ausgetrocknet war.
Youngjae schüttelte den Kopf. Er wusste es nicht, wenn, dann waren die Tunnel längst vergraben und verschlossen. Und auch der Schutzwall konnte nicht umgangen werden.
"Die Hexen haben den Schutzwall vor Jahrhunderten errichtet. Niemand kann ihn umgehen", krächzte der Blauhaarige.
"Erzähl keinen Mist. Es gibt keine Hexen", Youngjae erschauderte beim dem Ausbruch seiner Stimme. Dieser Mann war kein Mensch oder Wolf mehr. Diese düsteren Augen versprühten nur Angst. Und dieser Gestank. Der Gestank des Todes und der Verwesung hing in der Luft, dass der Blauhaarige zu würgen begann. Er hielt es zurück. Wenn er von dieser Welt abtritt, dann mit Würde.
"Du Scheißbalg, sagst mir jetzt, was ich wissen will und wir machen es kurz und schmerzlos."
Der Gefangene wusste, dass das Monster keine Späße machte, jedoch würde er Schweigen. Und er wusste, dass sie ihn brechen würden. Brechen und töten.
Er rief sich das Gesicht von Jaebum ins Gesicht. Seinem AnamCara, seinem Seelengefährten, den er mir jeder Faser seines Körpers vergötterte. Er wünschte sich, sie hätten mehr Zeit gehabt. Zeit, die die zweigesichtige Göttin für sie anscheinend nicht vorgesehen hatte. Vielleicht würde er wieder glücklich werden. Youngjae hoffte es und wappnete sich für den Schmerz, der jeden Moment eintreffen würde.
Der Schrei eines Adlers ließ den Blauhaarigen in den Himmel schauen. Mit ungeheurer Schnelligkeit schoss der Vogel auf den Entführer zu und riss ihm mit seinen Krallen das Fleisch von seinem Arm, um ihn am Zuschlagen zu hindern. Das Fluchen der Kreatur würde er nie vergessen. Mit dem Schnabel hackte der Vogel mehrfach auf ihn ein.
"Steht da nicht dumm rum", brüllte er seine Untergebenen an. "Haltet ihn auf!"
Allerdings war der Adler zu schnell und wich ihnen mit geschmeidigen Bewegungen aus, als würde er in der Luft tanzen. Er zerstörte mit geschickten Flügel- und Krallenschlägen das provisorische Lager und verschwand, so schnell er gekommen war. Und Youngjae dankte ihm für die erkaufte Zeit.
Vielleicht konnte er sich befreien.
Es war praktisch mit seinem Astralenkörper in ein anderes Lebewesen eintauchen zu können. Der Adler, welcher ihm entgegen gekommen war, hatte sich dafür perfekt angeboten. Und nachdem er ein wenig Unruhe gestiftet hatte, um Youngjae zu beschützen, raste er zurück zur Schule.
Jemand hatte seinen Körper auf die Couch im Konferenzraum gelegt und als Jimin sich aus dem Alder befreit hatte, sank er in seinen Körper zurück. Mit einem keuchenden Laut erhob sich sein Oberkörper in eine aufrecht sitzende Position. Die Anwesenden im Raum starrte ihn erschrocken an.
"Er ist-", der Blonde musste erst Mal den Rhythmus des Atmens wieder finden.
"Östlich von hier steht ein riesiger Baum. Da sind sie."
Das Rudel angeführt von Jaebum war aufgesprungen und schon auf dem Weg zu Tür. Jimin kämpfte mit dem Aufstehen. Jin, der ihn die ganze Zeit schon stumm angesehen hatte, trat an seine Seite und stützte ihn.
"Es sind zu viele. Ihr braucht mehr Wölfe", erklärte Jimin. Das Taschentuch von Yoongi nahm er dankend entgegen, um seine Augen von dem Blut zu befreien.
"Ich komme mit", meinte Namjoon und auch Siwon, Jennie und vier weitere Wölfe meldeten sich freiwillig.
"Bringt ihn nach Hause"
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Guten Abend, meine lieben Leser und Leserinnen!
Findet ihr Rettungsaktionen auch so spannend wie ich?
Feel free to comment!
Lg Erin
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Moon Child [JiKook]
FanfictionIch bin geflohen, um dich zu finden -Jimin Und ich habe dich erwartet -Jungkook Werewolf AU Fantasy Boy x Boy
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