Kapitel Sechzehn

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Heyy:) Hier bin ich schon wieder;-)
Ich hab mir gedacht bevor morgen bei mir wieder die Schule losgeht lade ich noch ein Kapitel hoch. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass ich es schaffe so schnell wieder update, weil wir jetzt vor Notenschluss noch ziemlich viel an Arbeiten schreiben und ich mich dann jetzt wieder auf die Schule konzentrieren muss. Sorry ... aber ich bemüh mich trotzdem so oft wie es geht zu schreiben:)

An der Seite ist ein Bild von Lucy als Phoebe Tonkin:)  -----------------------------------------------------------------------------------------

Kapitel Sechzehn

Every day is a new beginning, take a deep breath and start again.

- tumblr quote

"Oh nein." murmelte ich panisch, worauf Kayson eine Augenbraue hoch zog.
"Alles okay -"
"Fahr jetzt lieber, Kayson!" unterbrach ich ihn schnell und drückte ihm den Helm in die Hand.
"Lucy, was ist-" setzte er verwirrt an, während er sich den Helm überzog.
"Meine Mutter." erwiderte ich und schaute mich vorsichtig um, konnte sie aber nicht entdecken.
"Oh." murmelte Kayson schaute mich abwartend an. "Soll ich fahren?" fragte er und ich nickte.
"Ja, ich glaube das wäre besser." meinte ich und er nickte verständnisvoll.
"Gut, dann gute Nacht!" rief er bevor er den Motor zum laufen brachte und sich Sekunden später in den Verkehr mischte.
"Hast du vielleicht Lust mir zu erklären, warum du um elf Uhr abends mit einem Motorrad nach Hause kommst?" rief meine Mutter und ich drehte mich erschrocken um. Sie trug ein teures Abendkleid und kam wahrscheinlich gerade von Evelyn nach Hause.
"Ich bin keine sechzehn mehr, Mom. Ich kann auf mich allein aufpassen." seufzte ich und bemühte mich um ein freundliches Lächeln.
"Natürlich kannst du das!" sie lachte humorlos. "Wenn du mit so einem Ding fährst, ist es schon voraus gesagt, dass du im Krankenhaus landest!" entgegnete sie aufgebracht.
"Mom, ich fahre das Motorrad ja nicht, sondern jemand, der weiß wie man fährt." versuchte ich sie zu beruhigen.
"Meinst du diesen Delinquenten? Ist das dein Freund?!" rief sie entsetzt.
"Kayson ist kein Sträfling, Mom!" widersprach ich ihr auf einmal mehr als wütend.
"Glaub mir, Fräulein, ich kenne diese Sorte von Jungs und die sind definitiv nichts für dich!"entgegnete sie ebenfalls wütend.
"Wie kannst du so etwas sagen, wenn du ihn überhaupt nicht kennst!" rief ich verärgert. "Außerdem ist es meine Sache, wer für mich gut ist und wer nicht!"
"Du wirst diesen Jungen nicht mehr sehen." sagte sie bemüht ruhig, während ihre Augen vor Zorn funken zu sprühen schienen.
"Das kannst du mir nicht verbieten!" schrie ich sie an, worauf sie erschrocken zusammen zuckte.
"Oh doch, du bist meine Tochter und so lange du unter meinem Dach wohnst, entscheide ich was du tust und was du sein lässt!"
Sie wusste nicht, dass bei mir damit das Fass zum überlaufen brachte.
"Wag es ja nicht so weit zu gehen, Mom!“ Meine ruhige Stimme bebte vor Zorn und dieses mal würde ich mich nicht beherrschen und ihn herunter schlucken. Nicht dieses mal und nie wieder sonst. „Von mir aus suche ich mir meine eigene Wohnung damit ich endlich das machen kann was ich will!" ich zeigte wütend mit meinem Finger auf sie, während ich heftig schnaufte.
"So hast du noch nie mit mir geredet! Siehst du denn nicht was für einen schlechten Einfluss der Junge auf dich hat? Du sagst Dinge, die du gar nicht meinst!" rief sie entsetzt.
"Kayson hat eher einen guten Einfluss auf mich, Mom. Und ich meine was ich sage. Hast du dich eigentlich jemals gefragt, was ich überhaupt will?" schrie ich sie erneut an. Wie konnte sie Kayson da mit herein ziehen? Das hier war eine Sache zwischen ihr und mir!
"Du hast immer alles gehabt, was ein Kind sich wünschen konnte, Lucy. Jetzt hör auf dich zu beschweren!" sie schüttelte wütend ihren Kopf und wollte sich schon wieder abwenden, als hätte sie genug gehört. Als würde sie mich noch nicht einmal ernst nehmen! Wütend darüber kniff ich meine Augen zu Schlitzen zusammen; in diesem Moment hatte ich das Gefühl als ob ich sie wirklich hassen würde.
"Ich hatte nie etwas, was sich ein Kind wünschen konnte. Du warst mir nie die Mutter, die jedes Mädchen verdient hat! Seit wir von Australien weg gezogen sind benimmst du dich wie eine Diva, die meint ihre eigene Tochter herum kommandieren zu können. Du warst nie für mich da, wenn ich dich gebraucht habe, nie!" Obwohl ich sie regelrecht vor Zorn anschrie, verwandelte sich dieser Sekunden später in Enttäuschung, die mir dicke Tränen in die Augen trieb. Ich hatte mich jahrelang so sehr nach einer Mutter gesehnt, die wirklich da war, die hinter mir stand, egal was passierte. Die Frau, die jedoch vor mir stand, war wie eine Fremde für mich geworden. Ich konnte jahrelang noch nicht einmal ehrlich zu ihr sein und wenn ich jetzt überlegte, war es mir von tag zu Tag schwerer gefallen, diese Frau Mom zu nennen. Sie hatte mit einer Mutter nämlich schon lange nicht mehr viel Ähnlichkeit und das tat mir mehr weh, als alles andere. Langsam drehte sie sich wieder um und sah mich mit hoch gezogener Augenbraue an. Es sah so aus, als ob sie das alles gar nicht interessieren würde, aber das hielt mich nicht davon ab aufzuhören. Da war noch immer Hoffnung in meinem Herzen, dass das alles nur gespielt war. Dieses Desinteresse, aus welchem Grund auch immer.
"Hast du dich eigentlich jemals gefragt, ob ich mich für Politik überhaupt interessiere?"
"Du hast nie etwas anderes gesagt." meinte sie Schultern zuckend.
"Weil ich dich nicht enttäuschen wollte." rief ich, während ich mich bemühte nicht jetzt mit dem weinen anzufangen.
"Das ist doch alles Schwachsinn!" rief sie und warf die Hände in die Luft.
"Nein, ist es nicht!" widersprach ich ihr. "Was ich wirklich will ist Architektur zu studieren."
Sie schaute mich zuerst entgeistert an, dann begann sie zu lachen.
"Hat dir das dieser Junge in den Kopf gesetzt? Kind, kein Junge darf dich von deiner Zukunft abhalten. Hör auf -"
"Das hier hat nichts mit Kayson zu tun!" unterbrach ich sie wütend. Dass sie jetzt wieder Kayson erwähnte, verbannte die Enttäuschung und ließ wieder meine Wut hervor kommen.
"Er hat mir klar gemacht, dass ich mein Leben leben soll und das tue ich im Moment nicht! Diese scheiß Partys auf die du mich immer mit schleppst, denkst du wirklich dass auch nur einer dieser Leute mich interessiert? Du sagst mir immer, was ich machen soll, ohne mich nach meiner Meinung zu fragen und ich hasse das!" Die ganze Wut, die sich in all diesen Jahren angesammelt hatte, ließ ich mit einem Mal heraus. Niemals hätte ich gedacht, dass ich jemals meine Mutter anschreien würde.
"Ich hasse es, dass du mein Leben planen willst!" schrie ich und gestikulierte wild mit meinen Händen.
"Alles was ich jemals wollte ist, dass du glücklich und sicher bist." entgegnete meine Mutter plötzlich mit ruhiger Stimme.
"Aber dadurch fühle ich mich wie in einem verdammten goldenen Käfig!" schrie ich erneut und starrte sie wütend an, bevor ich mich auf dem Absatz umdrehte und zu meinem Ferrari rannte. Ich konnte mich jetzt nicht noch länger mit ihr auseinandersetzten und vor allem wollte ich nicht, dass sie mich danach weinen sah. Ich war selbst entsetzt, dass sich meine Wut so schnell in Enttäuschung verwandeln konnte. Aber war es wirklich richtig gewesen sie derart anzuschreien? Natürlich war es gut, dass ich ihr endlich einmal gesagt hatte, wie ich mich fühlte, trotzdem hätte ich sie dabei nicht so anschreien müssen. Hätte sie mich dann aber ernst genommen? Es kam mir eher so vor, als ob sie ohnehin dachte, dass das was ich sagte nicht ernst zu nehmen war; und das machte mich wieder wütend. Würde ich so reagieren, wenn ich alles was ich gesagt hatte nicht ernst meinen würde?! Vielleicht hing sie in einer Welt fest, wo sie dachte, dass sie alle herum kommandieren konnte und ihr niemand widersprechen würde. Dann war da aber immer noch die Frage, wie das alles überhaupt so weit kommen konnte. Da war eine Zeit vor Kalifornien, wo mein Großvater noch gelebt hatte und meine Mom wirklich meine Mom war. Was hatte sich zwischen uns verändert, dass sie so werden musste wie sie war?

Und auf einmal warst du da . . .Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt