Abwartend sehe ich ihn an.
„Amy, ich versteh einfach nicht, warum du eben so ausgetickt bist. In der Kirche küsst du mich und alles ist gut und plötzlich fährst du mich so an, lässt mich einfach stehen und beachtest mich nicht.", beschwert Will sich lautstark.
Innerlich atme ich tief durch. Jetzt brauche ich all mein schauspielerisches Talent.
„Ich bin ausgetickt, ja? Das sagt ja der Richtige. Du bist doch ständig eifersüchtig und verhältst dich total bescheuert.", schnauze ich ihn an.
Oh Mann, meine Stimme ist so schneidend, dass ich Angst vor mir selbst bekommen könnte. Er tut mir jetzt schon leid, aber ich möchte es ihm so einfach wie möglich machen, mich gehen zu lassen.
Etwas erschrocken zuckt auch Will zusammen. Er scheint einen Moment zu überlegen. Erst ist sein Blick weich und ich bete, dass er jetzt nicht auf die verständnisvolle Art ankommt. Aber dann wird sein Blick härter und wir funkeln uns an.
„Entschuldige, dass ich eifersüchtig bin, wenn ein gut aussehender Typ ständig in deiner Nähe hängt, in deinem Bett schläft und ihr euch beschwörende Blicke zuwerft.", jedes seiner Worte trieft förmlich vor Ironie.
„Du bist ein richtiger Vollidiot. Auch wenn ich dir nie Anlass gegeben habe eifersüchtig zu sein, vertraust du mir nicht. Du hat doch keine Ahnung. Aber Hauptsache Jay runtermachen und nochmal dein Revier markieren. Aber weißt du was? Ich bin weder Jays, noch dein Revier. Mein bester Freund hat das verstanden und wir kommen nach Jahren immer noch Super miteinander aus. Aber du verstehst gar nichts! Ich hab keinen Bock mich so behandeln zu lassen. Wenn wir zusammen wären würdest du mich sicherlich noch kontrollieren und mich am liebsten an der Leine führen, damit du mich bloß richtig unter Kontrolle hast.", ich rede mich so in Rage, dass ich erstmal tief Luft holen muss.
Den Moment nutzt Will um mich zu kritisieren: „Ja, bei dir weiß man doch nie an was man ist. Mal bist du süß und lieb und dann stößt du mich wieder von dir. Es würde mich nicht wundern, wenn du gleichzeitig auch mit diesem Jay in die Kiste hüpfen würdest."
Seine eiskalten, grünen Augen haben nichts mehr von dem weichen Mooston. Sie funkeln dunkelgrün und erinnern mich an das tobende Meer.
Geschockt realisiere ich seine verletzenden Worte. Die Tränen kann ich mit letzter Kraft zurückhalten. Bleib stark, Amy. Du musst jetzt den Schlussstrich ziehen. Ein letzter harter Schlag und das war es mit euch. Danach kannst du noch stundenlang heulen.
„Du bist so ein mieses Schwein. Ich bin froh, dass du nur eine kleine amüsante Affäre zwischendurch warst. Schon nach wenigen Tagen kann ich dich nicht mehr ertragen. Jay und ich werden in unser gemeinsames Leben zurückkehren. Und was zwischen ihm und mir ist, geht dich nach wie vor nichts an!", schließe ich und sehe den Schmerz in seinen Augen aufflackern.
„Na, wenn das so ist. Viel Spaß. Hoffentlich kann er es mit dir aushalten. Ich bin ebenfalls froh dich los zu sein!", sagt er verbittert und wirft mir einen verächtlichen Blick zu.
Ich kann seinem Blick nicht mehr standhalten und drehe mich um.
Ich bin ebenfalls froh dich los zu sein. Ich bin ebenfalls froh dich los zu sein. Bei jedem Schritt hämmern sich die Worte mehr in meinen Kopf. Mein Herz droht zu zerreißen. Ich beginne zu Rennen und auch meine Tränen können endlich ungehindert fließen.
Verschwommen sehe ich auf einmal die alte Hütte vor mir.
Auch dieses Mal lasse ich mich dort schwer atmend und zitternd fallen. Ich schluchze und ringe nach Luft, aber ich kann wieder schlecht atmen.
Bei dir weiß man ja nie an was man ist. ... Es würde mich nicht wundern, wenn du gleichzeitig auch mit diesem Jay in die Kiste hüpfen würdest. ... Ich bin ebenfalls froh dich los zu sein.
Seine Worte treffen mich hart und schnüren mir die Luft ab. Scheinbar habe ich mich in ihm getäuscht. Er hat mich nicht so sehr geliebt, wie ich ihn. Jedes meiner Worte tut mir so unsagbar leid. Aber würde es ihm genauso gehen hätte er mich nie einfach gehen lassen.
Panisch versuche ich immer wieder tief durchzuatmen. Aber ich schaff es einfach nicht mich zu beruhigen. Ein Schwindel erfasst mich und dann ist alles schwarz.
Endlich Ruhe. Endlich kein Schmerz mehr. Endlich frei.
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Heimatlos
Любовные романыEndlich läuft Amys Leben wieder in geregelten Bahnen. Sie ist glücklich. Doch ihre vermeintlich heile Welt gerät ins Wanken, als sie für eine Woche in ihre Heimat zurückkehren soll. Sie ist gezwungen sich alten Bekannten zu stellen. Tommy und Will b...
