Als das erste Tor gefallen gewesen war, hatten die Mannschaften die Seiten getauscht. Darkside und Vanessa hatten sich über Leon unterhalten.
"Was habt ihr mit ihm gemacht?", hatte Vanessa gefragt.
"Nichts...", hatte Darkside unschuldig gemeint.
"Jedenfalls nichts was er nicht freiwillig wollte", das war der Moment in dem ich Blossom an die Gurgel springen wollte. Und jetzt verfluchte ich mich, weil ich nichts gesagt hatte.
Denn das entscheidende Tor war gefallen. Leider nicht für die wilden Kerle, die waren jetzt Darksides Gäste.
"Und was machen wir jetzt?", fragte Vanessa ratlos.
"Ich hab keine Ahnung", sagte Maxi.
"Das ist aber schade, ich dachte wir feiern noch", flirtete Blossom. Leider fiel unser Tipkick direkt auf ihren Vampir-Charme rein. Die beiden standen sich direkt gegenüber, kaum noch Centimeter trennten sie.
"Maxi das ist ein Vampir!", rief Raban. Blossom drehte sich um und zeigte ihr wahres Gesicht, die Kerle zuckten vor ihren spitzen Zähnen zurück.
"Eckliger Teufelsblutsauger", zischte Nerv.
"Wir nennen uns lieber Schattensucher. Aber habt keine Angst, ihr werdet alles freiwillig tun", erwiderte Darkside auf Nervs Kommentar und schielte wissend zu mir hinüber.
"Genauso wie Leon. Das willst du doch wissen", wandt er sich an Vanessa. Wie ein Raubtier das seine Beute umkreiste, schlich er um sie herum.
"Warum ist er wohl nicht mehr zurückgekommen, nach diesem wunderschönen Abend am See?", Darkside wischte ihr eine Träne von der Wange, "Hey das nenn ich Liebe, die schönste und wunderbarste Gabe der Welt."
Wäre ich schon ein Vampir hätte ich ihn angefaucht, denn woher sollte er schon wissen was wahre Liebe bedeutete? Hätte er sie je am eigenen Leibe erfahren, so wäre das arme Mädchen heute wahrscheinlich ebenfalls eine seinesgleichen.
"Bringt sie in ihre Quartiere, macht sie bereit für das Fest!", rief er bevor er von der Bildfläche verschwand. Terry und Marry hatten sich unsere beiden Erfinder unter den Nagel gerissen. Klette und Nerv wurden in Jeckyl und Hydes Räumlichkeiten gebracht und Maxi wurde von Blossom verführt, sowie Vanessa von Darkside.
"Würdest du-", wollte Düsentrieb Markus bezirzen doch dieser hakte sich bei mir unter.
"Zeigst du mir dein Zimmer?", fragte er liebevoll.
"Na klar", grinste ich.
"Hey beste Freundin, vergiss uns mal nicht!", rief Isa die bei Marlon eingehakt war.
"Oh natürlich, ihr könnt mit zu mir kommen", schlug ich ihnen vor. Düse hatte sich derweil Juli gekrallt, der sich das anscheinend nur zu gern gefallen ließ.
"Da ist man schon mal zu Gast in einer Vampir-Gruft und nicht mal ein eigenes Zimmer bekommt man", murmelte Marlon vor sich hin.
"Auch schön dich wiederzusehen Brüderchen", lachte ich.
Ich führte die drei in das Zimmer, in dem ich seit 10 Monaten vor mich hin gelebt hatte. Tatsächlich hatte ich hier die meiste meiner Zeit zugebracht und den Rest entweder in der geräumigen Bibliothek oder in der Küche.
"Da sind wir! Ein Sarg, ein Schrank, ein Schreibtisch. Nichts besonderes, aber für eine Gefangene doch ein gewisser Luxus", sagte ich während ich mich auf mein Bett setzte. Isa machte sich sofort über den Kleiderschrank her, warf die verschiedensten Kleidungsstücke durch die Gegend und hielt sich staunend ein Kleid nach dem anderen an den Körper.
"Clary ich verstehe dich wirklich nicht, wenn ich so einen Schrank voll Schätze hätte, würde ich mich freiwillig entführen lassen", rief sie begeistert.
"Du kannst das alles haben. Ungesehen. Mein Pulli und eine gemütliche Leggins reichen mir völlig", erinnerte ich sie wie es um meinen Geschmack von Klamotten stand.
"Was ist das?", fragte Marlon und blätterte neugierig in den vergilbten Seiten des Büchlein auf meinem Schreibtisch.
"Hätte ich fast vergessen. Gib mal her", bat ich ihn. Die beiden Jungs setzten sich rechts und links neben mich und Isabel lauschte gespannt meinen Worten.
"Leon hat mir das hinterlassen. Es war nicht unbedingt einfach da ran zukommen, aber hier ist es. Das ist ein Ansammlung an wichtigen Buchseiten", erklärte ich.
"Wie wichtig? Was steht den da drinne?", wollte Markus wissen und lugte über meine Schulter.
"Das ist sowas wie das Vampir ABC", grinste ich.
"Wie dürfen wir das verstehen?", fragte Isa.
"Hier steht alles drinne. Wie man ein Vampir wird, was man für Stärken hat und wie man wieder ein Mensch wird", triumphierte ich. Die drei sahen mich mit großen Augen an, die Fragezeichen waren ihnen praktisch auf die Stirn geschrieben.
Ein leises Klopfen ließ uns plötzlich aufschrecken.
"Wenn du ein Vampir bist kannst du draußen bleiben!", rief ich genervt. Die Blutsauger machten es einem aber auch nicht leicht.
"Gut das ich noch ein ganzer Mensch bin", ertönte die Stimme meines besten Freundes. Juli öffnete die Tür und trat ein.
"Wehe ihr lacht", warnte er uns und als ich sah was er anhatte wusste ich auch wieso.
Ein Brauner Anzug mit Rüschchen am Kragen und umgeschlagenen Ärmeln zierten ihn und auf den Kopf hatte man ihm einen Hut mit Federn gesetzt.
"Tut mir leid Juli, aber du siehst zum schießen aus!", prustete Markus neben mir los. Isa und ich kugelten uns schon vor Lachen und riefen gleichzeitig:
"Schlimmer als Ron Weasley zum Weihnachtsball!"
Noch bevor Juli sich beschweren konnte, weil wir ihn geradezu auslachten, streckte das hübsche Vampir-Mädchen, dass das offenbar verbockt hatte den Kopf durch die Tür.
"Ähm... Also... I-Ich soll Markus und Marlon einkleiden", stotterte Düsentrieb beschämt.
Den beiden Jungs verging sofort das Lachen und auch mein Blick hatte sich verfinstert.
"Ich suche ihnen nur was zum anziehen raus, mehr nicht", versuchte sie die Situation irgendwie noch zu retten. Doch die Stimmung war endgültig gekippt.
"Tu was du nicht lassen kannst", meinte ich gleichgültig und setzte mich neben Isa. Marlon beugte sich zu ihr runter und gab ihr einen Kuss, ich kassierte dagegen eine dicke Umarmung. Unsere erste seit er hier angekommen war, wie mir reichlich spät auffiel. Markus lehnte sich zu mir runter und raunte in mein Ohr:
"Du brauchst nicht eifersüchtig sein Prinzessin. Du weißt das ich nur dich liebe"
"Bin ich nicht, ich weiß nur einfach mehr über sie als du", flüsterte ich zurück, "Und ich liebe dich auch."
Mit einem schadenfrohen Blick zu Düse zog ich Markus zu mir runter und küsste ihn. Diese ließ sich davon jedoch nicht im geringsten aus der Ruhe bringen, ihr Blick klebte sowieso an Juli, der statt Schiebermütze nun Federhut trug.
Die Jungs und Düsentrieb verschwanden und glücklicherweise mit ihnen auch meine schlechte Laune.
"Hast du etwa Konkurrenz bekommen?", grinste meine beste Freundin und hob eines der vielen Kleidchen in die Luft.
"Die und Konkurrenz? Für mich? Nie im Leben!", rief ich selbstsicher. Vielleicht wirkte ich in diesem Moment etwas arrogant, aber das war mir herzlich egal.
"Dann ist es wohl mein Job dafür zu sorgen, dass das gefälligst auch so bleibt", grinste Isa und hielt schon das erste sexy Kleidchen hoch. Ausnahmsweise hatte ich nichts dagegen, wenn sie mich so richtig aufbrezeln würde.
"Wir werden heiß aussehen", schwärmte sie und griff nach dem nächsten Stofffetzten.
Hi,
Ich Habs tatsächlich geschafft diese Woche noch ein Kapitel fertig zu kriegen.
Ich wünsche euch allen einen schönen ersten Advent, bleibt gesund!
Und bis zum nächsten Kapitel!
Eure Alina 🌹
DU LIEST GERADE
DWK - Hinter dem Horizont
Fanfiction-Fortsetzung von 'DWK - und die Schwester der Masannek Brüder' - Alles scheint wieder in Ordnung. Clary hat ihre zwei Brüder, ihre beste Freundin und den besten festen Freund der Welt an ihrer Seite. Und doch kommt alles wieder anders als erwartet...
