Clary's P.o.v
Schon seit Tagen waren wir im Wald unterwegs. Nach dem Sieg über die Silberlichten schien Ruhe eingekehrt zu sein, denn bei uns lief alles besser als zuvor. Naja außer vielleicht bei Marlon und Isabel, da würde ich nochmal nachhelfen müssen. Bei unseren "Ferien" hatten wir jedoch ein paar ganz kleine Dinge außer Acht gelassen. Schule. Zeit. Und vielleicht auch unsere Eltern....
Als Leon nach Stunden des Fahrens endlich das Zeichen gab, dass wir hier unser Lager aufschlagen sollten sprach ich das auch an.
"Denkt ihr nicht wir sollten langsam wieder nach Hause fahren?", fragte ich in die Runde. Sofort verstummte das Stimmengewirr um mich herum. Jetzt würde ich angesehen, als hätte ich sie nicht mehr alle.
"Ausgerechnet jetzt, wo es so schön ist?", fragte Vanessa und nahm Leons Hand.
"Ja", sagte ich. Jetzt wo ich schon einmal die Aufmerksamkeit aller hatte, fuhr ich fort.
"Unsere Ferien sind bald vorbei und unsere Eltern machen sich bestimmt auch langsam Sorgen...", erklärte ich mich.
"Ach was", winkte Leon ab, "Dad ist das schon gewöhnt"
"Trotzdem müsst ihr bald wieder in die Schule", erwiderte Isa und legte besondere Betonung auf das 'Ihr'. Meine beste Freundin, Marlon und Markus waren ja schon mit der Schule fertig. Letztere grinste mich gerade schadenfroh an, weshalb ich ihn in die Seite stieß.
"Nur weil du keine Schule mehr hast, heißt das nicht das du Ferien hast!", sagte ich grimmig.
"Ihr könntet euch zum Beispiel einen Job suchen", richtet ich mich an alle Drei. Sie verdrehten nur die Augen.
"Aber jetzt mal im Ernst, Clary hat schon Recht", sagte Markus langsam.
"Eine Woche wird ja wohl noch drin sein, oder?", fragte mein Zwilling fast schon flehend. Seit ich daran dachte, wie Dad mutterseelen allein daheim sitz und sich um uns sorgt, hatte ich ein schlechtes Gewissen.
"Wie wäre es damit: Ich fahre nach Hause und sorg dafür, dass sich dort niemand Sorgen machen braucht und ihr könnt ja solange noch ein bisschen Spaß hier draußen haben.", schlug ich vor. Sie schienen meinen Vorschlag lange zu überdenken, doch schließlich waren sie einverstanden. Da es noch früher Nachmittag war, beschloss ich sofort zu fahren. Ich sammelte gerade meine Sachen zusammen, als Marlon sich neben mich setzte.
"Es wäre mir lieber, wenn du nicht alleine fährst", gestand er. Ich schmunzelte nur über seine Sorge, ganz der große Bruder eben.
"Du und Isa könntet ja mitkommen", nuschelte ich grinsend.
"Schon klar, damit du uns dann irgendwo aussetzt in der Hoffnung das wir wieder zusammen kommen", entgegnete er.
"So hatte ich mir das zwar nicht vorgestellt, aber gute Idee Brüderchen", lachte ich. Tatsächlich versuchte ich schon mehrmals die Beiden wieder zusammen zubringen, aber die waren wie... Zwie sture Böcke! Der eine wollte sich nicht entschuldigen und der andere ihm gar nicht erst verzeihen. Wer hier we ist, muss ich nicht erläutern oder?
"Wie wär's wenn Markus mitkommt?", fragte Marlon und half mir meinen Rucksack zu schließen.
"Habe ich auch schon überlegt, aber ich denke er sollte nicht mitkommen", sagte ich nachdenklich.
"Wer sollte nicht mitkommen?", fragte da ein Stimme hinter mir.
'Gott hat der mich wieder erschreckt!'
"Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du mich nicht so erschrecken sollst?", fragte ich gespielt giftig.
"Das war keine Antwort auf meine Frage", antwortete er leicht beleidigt. Als ich mich hilfesuchend umsah, bemerkte ich das Marlon sich netter Weise schon verdrückt hatte.
"Du", antwortete ich wahrheitsgetreu.
"Und wieso nicht?", fragte Markus misstrauisch.
"Willst du denn schon zurück nach Grünwald ?", fragte ich belustigt. Die Antwort war ihm von der Nasenspitze abzulesen.
"Na also", sagte ich nur und schnallte mein Zeug auf meinem Motorrad fest.
"Also ist es nicht wegen mir?", fragte er weiterhin misstrauisch. Aus meinem Grinsen wurde ein unaufhaltsames Lachen, ein Lachen was mir selbst schon in den Ohren als auch im Bauch weh tat.
"Ich finde das absolut nicht witzig", meinte er beleidigt. Ich versuchte meinen Lachkrampf unter Kontrolle zu bekommen und presste die Wörter "Du. Bist. Unschuldig." unter meinem Lachen hervor. Als ich mich endlich beruhigt hatte, versuchte ich eine anständige Erklärung abzuliefern.
"Also... Ich hab mir schon gedacht, dass du lieber hier im Wald ein paar Runden auf deinem Bike drehst, als wieder bei deinem Vater vor der Haustür anzuklopfen", sagte ich.
"Ist bei dem Spießer auch kein Wunder oder?", fragte er grinsend. Nein, war es wirklich nicht. Ich hatte Markus Vater erst einmal getroffen und er... Naja er erinnerte mich sehr an Maxis Vater, den knallharten Bänker. Und dabei hatte Markus im Nachhinein sogar noch gesagt, dass er sich freundlich gegeben hatte.
Wir hatten uns vor dem Lager versammelt, um mich zu 'verabschieden'.
"Das du ja schön vorsichtig fährst", sagte Isa und umarmte mich herzlich.
"Na klar", erwiderte ich. Auch den Anderen schenkte ich eine Umarmung.
"Halt mir Nerv schön auf Trapp", wisperte ich Klette zu.
"Er wird keine ruhige Minute haben", kicherte sie.
'Die Beiden müssen unbedingt ein Paar werden, soviel steht fest.'
"Und das ihr auch ja nachkommt und nicht noch drei Wochen hier bleibt", predigte ich meinen Brüdern.
"Ja Ma'am", sagten sie gleichzeitig.
"Ihr solltet mal testen lassen, ob sie wirklich die Jüngste von euch ist", kicherte Isa. Ich grinste nur darüber und verabschiedete mich auch vom letzten wilden Kerl.
"Ich sollte egoistischer sein und dich einfach mitnehmen", murmelte ich und küsste Markus. Natürlich erwiderte er den Kuss. Die Anderen sagten schon gar nichts mehr dazu, sie hatten es die letzten Tage schon oft genug zu Gesicht bekommen.
"Ich werde dich vermissen... Prinzessin", antwortete er.
"Ändern wir jetzt die Spitznamen Nummero Uno?", fragte ich und stieg auf mein Bike. Mit einem Fußkick startete ich es und schon drang wieder das geliebte Dröhnen der Maschine an mein Ohr.
"Ich liebe dich!", rief ich ihm über den Krach meiner Maschine hinweg zu. Ich glaubte noch ein "Ich dich auch!" zuhören, bevor ich knatternd durch den Wald fuhr.
Ich genoss den Wind der mir durch die Haare fuhr und die Geschwindigkeit mit der ich dahin brauste. Zugegeben war es leichter nach Ragnarök zu finden, als durch diesen Wald wieder zurück. Doch nach einigen Stunden leuchtete mir endlich das gelbe Ortsschild von Grünewald entgegen. Ich atmete erleichtert auf, als ich vor unserem Haus stehen blieb. Schwer atmend stellte ich meine Maschine vor dem Gartentor ab. Nachdem ich meine Rucksack vom Motorrad geschnallt hatte, hechtete ich zur Haustür und klingelte Sturm. Ein Junge mit dunkel-blonden Haaren und Schiebermütze öffnete mir. Aber... Nein, mein bester Freund war in Amerika! Ich musterte den Jungen und doch konnte ich es nicht ausschließen. Juli Reik war wieder in München!
"Das glaub ich jetzt nicht...", stammelte ich.
Hey,
hier wie versprochen das 1. Kapitel 🥳
Viel Spaß beim Lesen,
Bis zum nächsten Kapitel!
Eure Alina 🌹
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DWK - Hinter dem Horizont
Fiksi Penggemar-Fortsetzung von 'DWK - und die Schwester der Masannek Brüder' - Alles scheint wieder in Ordnung. Clary hat ihre zwei Brüder, ihre beste Freundin und den besten festen Freund der Welt an ihrer Seite. Und doch kommt alles wieder anders als erwartet...
