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Hab heute gute Laune und ich mag Nina so gerne, also war ich ein bisschen im Flow. Das andere Kapitel war aber auch echt kurz.... Dieses hier ist länger. Viel Spaß und einen wunderschönen Abend wünsche ich euch 😊

Das Bewerbungsgespräch ging bereits eine Stunde. Nina wusste jetzt, was die Frau am Telefon gemeint hatte. Ben Schulte, der Personalleiter, war ein netter und gutaussehender Mann, circa Mitte 30, der sehr gerne sprach. Er hatte viele Fragen und wollte alles ganz genau wissen.

"Zum Schluss habe ich eigentlich nur noch eine Frage: Woher kennen Sie Herrn Moser?", ihr Gegenüber lächelte Nina freundlich an. Er schien wirklich neugierig auf ihre Antwort zu sein. Nina strich sich die etwas schwitzigen Hände an der dunklen Jeans ab.

"Wen?", fragte Nina ein bisschen verwirrt. Sie kannte niemanden, der so hieß.

"John Lorenz Moser. Er hat mich freundlich darauf hingewiesen, dass ich mir ihre Bewerbung ein bisschen genauer angucken soll. Wir kennen uns schon eine ganze Weile.", er lehnte sich leicht nach vorne und legte die Arme auf dem Konferenztisch ab. Nina blieb einen Moment stumm. John Lorenz Moser? Er hatte Nina empfohlen? Wer zur Hölle war John Lorenz Moser?

"Das ist fast etwas unangenehm, aber mir sagt der Name tatsächlich nichts.", stellte Nina schlicht fest. Sie hatte überlegt einfach so zu tun, als ob sie wisse von wem er sprach, aber wenn dies auffallen würde, wäre die Situation nur noch unangenehmer. Der Mann lachte.

"Bonez MC. Sagt Ihnen der Name was?", fragte er gut gelaunt und Nina starrte ihn an.

"Ah...John. Ja, das sagt mir was. Ich hatte ihm nur nicht erzählt, dass ich mich hier beworben habe, deswegen war ich für einen Moment etwas verwirrt.", Nina lächelte leicht. Sie würde Marten umbringen, sobald sie hier raus war - so viel stand fest.

"Merkwürdig. John ruft mich eigentlich nie wegen so etwas an, aber es schien ihm wichtig zu sein. Also woher kennen Sie ihn?", seine Augen lagen auf Nina. Er schien erraten zu wollen, was in ihrem Kopf vorging, aber sie lächelte nur leicht.

"Ich kenne ihn über einen gemeinsamen Bekannten. Wir kennen uns höchstens flüchtig.", sie straffte die Schultern. Sie würde ihm nichts vorlügen. Wenn er enttäuscht war, weil er eine bessere Antwort erwartet hatte, dann war es eben so. Sie wollte diesen Job, aber sicherlich nicht durch Lügen und einer ausgedachten Freundschaft zu diesem John.

Eine Stunde später hatte Nina das Tattoostudio erreicht. Sie hatte nicht lange nach Marten suchen müssen. Sie hatte einfach die Instastories seinen Cousins gecheckt und schnell rausgefunden, dass sie zusammen in diesem Tattoostudio abhingen. Nina kochte vor Wut. Sie wollte diesen Job, aber sicherlich nicht wegen den Beiden. Sie riss die Tür zu dem Studio auf und wurde zugleich von 5 überraschten Männern angestarrt. Marten fing sich als Erstes. Er grinste sie breit an und lehnte sich nach hinten. John saß neben ihm und zog eine Augenbraue hoch. Nina erkannte diesen Jonas - er war offenbar immer da, wo John auch war. Die anderen Männer erkannte sie nicht, es sah so aus als ob sie hier arbeiteten.

"Du und du, mitkommen!", sie beachtete die anderen Männer gar nicht, zeigte nur auf John und Marten. Die warfen sich einen kurzen Blick zu.

"Süße, ich glaube nicht, dass...", einer der Tätowierer blickte sie amüsiert an, aber schwieg, als Marten tatsächlich aufstand. Er guckte Marten verwirrt an.

"Uh, das gibt Stress. Ich frag mich, ob du eigentlich auch mal gute Laune hast.", Jonas lachte laut und grinste Nina an. Die verdrehte die Augen.

"Wenn ich nichts mit einem von euch zu tun habe, ja.", meinte Nina und warf John einen Blick zu.

"Du auch.", meinte sie.

"Wieso ich denn?", maulte er, dann stand er aber ebenfalls auf. Nina verließ das Studio und die beiden Männer folgten ihr. Kaum war die Tür hinter John ins Schloss gefallen, drehte Nina sich zu ihnen um und funkelte sie wütend an.

"Was stimmt mit euch eigentlich nicht?", fauchte sie. Marten hatte die Hände in die Hosentasche geschoben. John stand neben ihm und blickte sie immer noch verwundert an.

"Was hat sie?", fragte John ihn, aber Marten grinste leicht.

"Hab da so eine Vermutung.", meinte er entspannt.

"Was habe ich euch eigentlich getan, he? Warum mischt ihr euch in mein Leben ein?", Nina funkelte die Männer böse an. Ein leichtes Grinsen schlich sich auf Johns Gesicht.

"Ah, jetzt checke ichs. Wie war denn dein Vorstellungsgespräch? War es... ", sagte er, verstummte aber wieder als er Nina's Blick sah.

"Du hast gesagt, sie würde sich freuen.", John warf seinem Cousin erneut einen fragenden Blick zu. Der schmunzelte.

"Hätte sie auch, wenn sie nicht mitbekommen hätte, dass wir damit etwas zu tun haben.", stellte Marten fest. Er ließ sie nicht aus den Augen. Nina starrte zurück.

"Aber sie ist zu stolz Hilfe anzunehmen.", die Worte richtete er eigentlich nicht an John, sondern an Nina. Sie blickte ihn finster an.

"Ach, klärt das alleine.", brummte John. Er drehte sich um und verschwand wieder im Tattoostudio.

"Ich brauche eure Hilfe nicht...ich brauche deine Hilfe nicht.", sie trat einen Schritt auf Marten zu und drückte ihm ihren Zeigefinger in die Brust. Er blickte kurz auf ihre Hand, dann zog er die Augenbrauen hoch.

"Dann sieh es nicht als Hilfe, sondern als puren Egoismus.", Marten drückte sanft ihren Arm herunter, dann verschränkte er die Arme und lehnte sich gegen die Hauswand. Nina runzelte die Stirn.

"Wieso das denn?"

"Weil ich nicht will, dass du gehst.", er wirkte immer noch entspannt, während Nina seine Worte realisierte. Marten hatte das getan, weil er Angst hatte, dass sie die Stadt verließ und nach Berlin ging?

"Wieso nicht, Marten? Ich weiß nicht, was du von mir willst. Such dir doch einfach irgendeine - irgendeine- andere Frau. Und halte dich und deinen Cousin aus meinem Leben raus. Weißt du, wie dumm ich mir heute vorkam?", sie redete sich in Rage und funkelte ihn wütend an.

"Ich will einen Job, weil die mich wollen und nicht wegen euch! Überhaupt... Was sollen die denn von mir denken? Wieso sollte mich so ein zwielichtiger Rapper vorschlagen?", Nina raufte sich die Haare und Marten beobachtete sie schweigend.

"Du hattest gesagt, dass du dich da beworben hast. John und Ben kennen sich schon ewig. Vor allem durch die Arbeit, er kennt John nicht als zwielichtigen Rapper, sondern als Arbeitstier. John nimmt seine Arbeit sehr genau, also mach dir keine Sorgen, was sie über dich denken. John hat mir einfach nur den Gefallen getan. Und er wollte auch dir ein Gefallen tun, weil er dich sympathisch findet.", Marten kratzte sich kurz im Nacken, dann verschränkte er die Arme wieder.

"Keine Gefallen mehr in Zukunft.", Nina verschränkte ihre Arme ebenfalls. Sie hörte, wie Marten leicht lachte.

"Das kann ich nicht versprechen.", stellte er fest und hob entschuldigend seine Hände hoch.

"Halte dich aus meinem Leben raus, Marten. Ich warne dich.", Nina sah, während sie sprach, dass ihre Worte ein Fehler waren. Marten griff sie blitzschnell und zog sie an seinen Körper.

"Sonst was?", knurrte er. Sie blickte ihn schockiert an, versuchte sich aus seinem Griff zu befreien, schaffte es aber nicht.

"Ich lasse dir vieles durchgehen, Nina, aber ich habe einen Ruf zu verlieren. Noch einmal lasse ich mich von dir nicht so vor anderen Menschen anmeckern.", seine Stimme war gefährlich leise und tief. Nina schluckte. Sie hatte gewusst, dass ihre Aktion mutig war. Die meisten Menschen kannten einen anderen Marten als sie. Einen Marten, der niemanden so mit sich reden ließ. Vielleicht hatte sie auch deshalb nie ein Interesse daran gehabt, Teil dieses Lebens zu sein. Sie mochte ihren Marten - der Marten, der immer bei ihr gewesen war, bevor er verschwunden war.

"Dann reden wir doch am Besten gar nicht mehr miteinander. Was hältst du davon?", ihre Stimme klang fest.

"Gar nichts.", Marten legte eine Hand an ihren Hals und zog sie daran zu sich. Ohne Vorwarnung küsste er sie.

Calm after the storm Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt