| Emma |
Als ich an diesem Tag, den ich mir so vollkommen anders vorgestellt hatte, wieder in meiner altbekannten Wohnung saß, fühlte sich alles, was zuvor war, plötzlich schrecklich weit weg an. Ich hatte nur einen meiner Mitbewohner kurz angetroffen, doch in diesen vier Wänden wusste ohnehin niemand, was im Leben des jeweils anderen vor sich geht. Und aktuell wusste ich tatsächlich selbst nicht, wie mir geschah.
Ich saß auf meinem Bett, starrte gegen die Wand und versuchte zu begreifen, was mir schon in diesem Hotel und auch auf dem Weg hierher nicht einleuchten wollte.
Ich konnte mich doch nicht so sehr in Harry getäuscht haben. Wir hatten all diese Gespräche und zuletzt sogar noch diese intensive Zeit in den Hamptons verbracht. Es machte keinen Sinn, dass all das tatsächlich gelogen und gestellt war, bloß um mich dann zu einem Interview zu seinen Gunsten zu bewegen — zumal Harry ganz genau wusste, dass ich niemals öffentlich all diese Fragen beantwortet hätte.
Aber ich hatte ihm die Chance gegeben, die Sache aufzuklären. Ich hatte auf eine plausible Erklärung gehofft, um diese schmerzhafte Enttäuschung wenigstens ein bisschen zu lindern. Aber Harry hatte mir nur dreist ins Gesicht gelogen.
Anscheinend wusste er noch nicht einmal mehr selbst, was er mir den lieben langen Tag so auf die Nase band. Ich wusste, dass er in letzter Zeit sehr wohl bei Jeff war. Und langsam erklärte sich mir auch, warum er es plötzlich so eilig hatte und so kurz angebunden war, als ich wissen wollte, was sein Manager von ihm wollte. Doch irgendetwas machte an dieser Geschichte noch keinen Sinn.
Vielleicht wollte ich mir das aber nur einreden, weil ich nicht glauben wollte, dass Harry tatsächlich so berechnend war.
Schnell schnappte ich mir den Laptop, der neben meinem Bett am Boden lag.
Ich fragte mich, was Harry aus diesem heutigen Tag wohl gemacht hat. Wenn er dieses Interview trotz allem gegeben hat, war er nun mal Medienprofi durch und durch und ich hatte mich womöglich doch einfach in ihm getäuscht. Sollte er das Interview gegeben haben, musste ein Foto davon sicherlich längst auf Twitter umherkursieren. Wann immer ich ein Foto gepostet hatte, auf dem auch nur eine Locke von Harry zu sehen war, hatten es die Fans dort zuhauf geteilt. Und die Presseleute haben es sich, sollte das Interview stattgefunden haben, bestimmt nicht nehmen lassen, schon vor der Veröffentlichung des ganzen Talks ein Bild mit ihm zu teilen.
Schnell und nicht zum ersten Mal tippte ich also Harrys Namen in die Suchleiste ein und ließ mir die neuesten Bilder von ihm anzeigen.
Doch was mir nach nur einem Mal Scrollen angezeigt wurde, traf mich härter als alles, was ich mir hätte ausmalen können.
Harry Styles beim Verlassen von Camille Rowes Hotel in New York
Auf den Bildern des Paparazzo, der offenbar nicht die idealste Position gehabt hatte, war nicht viel zu erkennen. Da war eine Person, die möglichst verhüllt ein Hotel in New York verließ. Entsprechend wurde unter den Bildern, die zu genüge geteilt wurden, wild diskutiert, ob es tatsächlich Harry war, der hier aus dem Gebäude spazierte.
Für mich hingegen bestand kein Zweifel. Ich kannte den Hoodie, ich kannte die Shorts, ich kannte alles daran. Immerhin hatte ich Harry an diesem Tag noch lange genug gesehen und ihm diese Klamotten nur wenig später eigenhändig ausgezogen.
Die einzige Aufnahme, die noch nötig war, um meine Welt endgültig in Schutt und Asche zu legen, war in den Kommentaren zu finden. Dort hatte ein Fan andere Paparazzifotos gepostet, auf denen zu sehen war, wie Camille Rowe noch am selben Tag durch genau denselben Hoteleingang verschwindet.
Ich kannte diese wunderschöne Frau. Ich hatte oft genug in Suchmaschinen nach ihr gesucht.
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Big Tip || h.s. ✓
Fanfiction»Mein ganzes Leben besteht aus Erwartungen! Nicht aus meinen Eigenen, ich erwarte längst nichts mehr von mir. Aber jeder Andere sieht mich an und glaubt zu wissen, was er von mir verlangen kann. Du denkst vielleicht, es wäre schlimm, dass die Leute...
