[Kapitel wurde am 15.11.25 überarbeitet]
1992
In den letzten Tagen und Wochen hatte Ginny sich viele Fakten über Draco Malfoy anhören müssen. Die meisten stammten dabei von Ron und Harry, die sich nahezu in jedem zweiten Satz über den blonden Slytherin aufgeregt hatten.
Ginny hingegen hatte Draco Malfoy noch nie persönlich getroffen und war ehrlich gesagt ein wenig neugierig gewesen, ob er wohl genauso war, wie von ihrem Bruder und dessen besten Freund beschrieben.
Und als sie ihn nun ansah, wie er mit einem für ihn wohl typischen, arroganten Gesichtsausruck Harrys zornigen Blick erwiderte, musste die Weasley zugeben, dass Ron in diesem Fall nicht ganz so stark übertrieben hatte, wie er es sonst tat.
>>Er scheint nicht gerade freundlich zu sein.<< stellte die Weasley fest und musterte den Slytherin möglichst unauffällig, während Hermine sich neben Harry stellte und Malfoy mit ihren Blicken durchbohrte. „Lass ihn in Ruhe, Malfoy!", meinte sie und verschränkte ihre Arme demonstrativ vor der Brust. Ron hingegen sagte nichts, aber seine zu schmalen Schlitzen verengten Augen schienen Malfoy regelrecht zu erdolchen.
Den Slytherin schien diese offene Feindseligkeit jedoch nicht wirklich zu kümmern, denn er hob auf Hermines unfreundlichen Worte nur eine Augenbraue. „Soso Potter", meinte er mit einem spitzen Unterton in der Stimme, „ lässt du lieber deine Freundin für dich sprechen, was?" kommentierte er schlagfertig und lehnte sich lässig an das Treppengeländer neben ihm. Hermine kniff die Augen zusammen und funkelte Malfoy böse an, wohingegen Ginny das Szenario weiterhin gespannt verfolgte. >>Wieso sagt Harry nichts?<<, wunderte sich die Weasley und blickte Rons besten Freund gespannt an. >>Malfoy hat ihm und Hermine schließlich ziemlich harte Worte an den Kopf geworfen.<<
Die Weasley achtete weiterhin wachsam auf Ron, Harry, Hermine und deren Widersacher, sodass ihr der hochgewachsene Mann entging, der soeben den Laden betreten hatte und nun dem blonden Slytherin die Hand auf die Schulter legte, „Nana Draco, sei artig", tadelte der Neuankömmling den blonden Jungen, der daraufhin zur Seite trat, damit der Mann sich neben ihn stellen konnte. Und obwohl Ginny auch diesen Mann nicht kannte, wusste sie instinktiv, wer das war. Die langen blonden Haare, die ihm über die Schultern fielen, der makellose, schwarze Umhang und der silberne Stab mit einem Schlangenkopf am oberen Ende, den er in der Hand hielt, waren eine Sprache für sich.
Das hier musste Dracos Vater sein. Ginny versuchte sich zu erinnern, wie sein Name war.
>>Ach ja, Lucius hieß er<<, schoss es ihr durch den Kopf. Dracos Vater war inzwischen vor Harry getreten und lächelte ihn an.
Es war kein ehrliches Lächeln, wie Ginny fand, sondern es hatte etwas hinterlistiges an sich, dass ihr einen kalten Schauer über den Rücken jagte. Fast wie bei einer Schlange...
„Mr. Potter.", begrüßte Lucius den schwarzhaarigen Jungen vor sich, „Ich bin sehr erfreut, dass wir uns endlich kennenlernen." Er reichte Harry seine Hand, die dieser nach einem kurzen Zögern schließlich auch ergriff und schüttelte. Dabei ließ Rons bester Freund Dracos Vater nicht einen Moment aus den Augen. „Lucius Malfoy.", stellte sich Dracos Vater nun offiziell vor. „Verzeih mir...", meinte er anschließend und zog Harry zu sich her, bevor er mit seinem Stab über die Stirn des schwarzhaarigen strich und so dessen blitzförmige Narbe offenlegte. „Deine Narbe ist legendär", kommentierte Lucius mit einem schleimigen Grinsen im Gesicht, „genauso Legendär, wie der Zauberer, dem du diese Narbe zu verdanken hast", fuhr Dracos Vater fort, woraufhin Harry einen kleinen Schritt zurückmachte und Lucius nun zornig anblickte. „Voldemort hat meine Eltern umgebracht!", antwortete der schwarzhaarige Junge leise, woraufhin Lucius' Lächeln auf seinem Gesicht erstarrte und kurz darauf ganz verschwand, „Er war ein gemeiner Mörder, sonst nichts" Harrys Stimme hatte einen scharfen Unterton, woraufhin Lucius die Hand zurückzog, als hätte er sich verbrannt. „Du musst sehr tapfer sein, wenn du es wagst, seinen Namen auszusprechen", kommentierte er mit gelassener Stimme. Wo Vorher noch ein Lächeln auf seinen Lippen gelegen hatte, befand sich nun eine gleichgültige Maske, „Oder aber sehr töricht." fand Draco Vater.
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Das ist der Weg
FanficWir schreiben das Jahr 1992: Ginny Weasley darf endlich nach Hogwarts. Voller Vorfreude auf ihr erstes Schuljahr macht sie sich mit ihrer Familie auf zur Winkelgasse und reist wenig später zum ersten mal nach Hogwarts. Doch was dort passiert, wird d...
