[Kapitel wurde am 15.11.25 überarbeitet]
1992
In dieser Nacht konnte Ginny kaum schlafen. Ständig plagten die rothaarige die Gedanken an die Geschehnisse in der Winkelgasse, ihre Begegnung mit Tatia und das Gespräch ihrer Familie mit Draco und Lucius Malfoy. Auch die Tatsache, dass sie morgen erstmals nach Hogwarts aufbrechen würde, ließ die Weasley kein Auge zumachen. Sie war einfach viel zu aufgeregt, aber auch aufgewühlt von den Ereignissen des vergangenen Tages.
Es war aber vorallendingen eines, dass der Weasley Kopfzerbrechen bereitete, nämlich ein Satz, den Tatia gesagt hatte.
>>Aber nur weil deine Familie dort hingekommen ist, heißt das ja auch nicht zwingend, dass du dort hingehörst<< hatte ihre Freundin zu ihr gesagt, als die beiden sich über die bald anstehende Zuteilung der Erstklässler in die vier Häuser unterhalten hatten.
Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch dachte Ginny an die bevorstehende Zeremonie. Sie fragte sich seit dem Gespräch mit Tatia unablässig, was passieren würde, falls sie wider Erwarten nicht nach Gryffindor kommen sollte. Bei diesem Gedanken erinnerte sich die Rothaarige auch wieder an die Begegnung mit den Malfoys zurück, bei der sie alles andere als mutig reagiert hatte. >>Hermine und die anderen haben Lucius praktisch herausgefordert<<, erinnerte sie sich, >>Ich nicht. Vielleicht gehöre ich wirklich nicht nach Gryffindor<<, schoss es ihr durch den Kopf, dann schüttelte sie energisch den Kopf, um diese bösen Gedanken zu vertreiben. >>Ach was, was denke ich da bloß<<, sagte sie sich selbst und versuchte sich selbst ein wenig Mut zuzusprechen. Besser fühlte sie sich dabei aber nicht.
Entnervt schlug Ginny die Bettdecke zurück und setzte sich auf die Bettkante, während der Mond ihr Zimmer in ein silbernes Licht tauchte. Ihr Gesicht vergrub das Mädchen dabei in ihren Händen und hoffte so, auf andere Gedanken zu kommen, was nicht wirklich gelang. Ginny senkte ihre Hände nach einer Weile und ließ ihren Blick ziellos durch den Raum schweifen, dabei fiel dieser jedoch mehr oder weniger zufällig auf den metallenen Kessel, der in einer Ecke stand. Und auf das, was darin war.
Es war ihr Buch für Verteidigung gegen die dunklen Künste, dass Lucius Malfoy wenige Stunden zuvor aus dem Kessel gezogen hatte, um über die Armut der Familie Weasley zu lästern. Die rothaarige verzog angewidert das Gesicht, schob das Gesicht von Draco Malfoys Vater jedoch anschließend energisch beiseite, denn ihr war etwas aufgefallen.
Hinter dem Schulbuch lag nämlich noch ein zweites Buch in ihrem Kessel, eines, dass am Nachmittag sicherlich noch nicht dort gewesen war. Neugierig sah Ginny genauer hin, da sie glaubte, sie hätte sich das vermutlich nur eingebildet, aber auch bei näherem Hinsehen stellte sie fest, dass dieses schwarze Buch, das sich hinter ihrem Schulbuch verbarg, keine Illusion war.
Also stand die Wealsey leise auf und schlich leise zu ihrem Kessel hinüber, um nachzusehen, was das für ein Buch sein könnte. Gekauft hatte sie es nicht, so viel stand mal fest. Aber wie kam es dann in ihren Kessel.
Vorsichtig zog Ginny das Buch aus dem Kessel und warf einen genauen Blick darauf. Das Buch war in einen kohlrabenschwarzen Ledereinband gekleidet und erinnerte die Rothaarige ein wenig an ein Notizbuch. Als sie es aufschlug, realisierte sie, ein wenig überrascht, dass keine der Seiten beschrieben war. Nur auf der allerersten Seite fand sie so etwas, wie einen Namen.
„T. V. Riddle", murmelte sie leise. >> Ob das der Besitzer des Notizbuches ist?<<, fragte sich die Weasley. Kurz dachte sie nach, ob vielleicht einer der Bekannten ihrer Familie oder ein Arbeitskollege ihres Vaters im Ministerium den Namen Riddle tragen könnte, aber spontan fiel ihr niemand ein. Neugierig betrachtete Ginny das Buch, drehte es in ihren Händen hin und her, dann ohne wirklich nachzudenken schnappte sich die rothaarige einen in der Nähe herumliegenden Federkiel, tunkte ihn in ein Tintenglas in der Nähe und setzte ihn auf die erste leere Seite in dem Notizbuch. Kurz schoss ihr der Gedanke durch den Kopf, dass das ja gar nicht ihr Buch war, aber dennoch schrieb sie vorsichtig die Worte „Hallo" auf die erste Seite des Buches.
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Das ist der Weg
FanfictionWir schreiben das Jahr 1992: Ginny Weasley darf endlich nach Hogwarts. Voller Vorfreude auf ihr erstes Schuljahr macht sie sich mit ihrer Familie auf zur Winkelgasse und reist wenig später zum ersten mal nach Hogwarts. Doch was dort passiert, wird d...
