Die Schrift an der Wand

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[Kapitel wurde am 17.11.25 überarbeitet]

1992

„Ginny? Wach auf"

Als Ginny die Augen wieder öffnete, lag sie in ihrem Bett und hatte Kopfschmerzen.

Instinktiv wanderte die Hand der Weasley in Richtung ihrer Stirn. „Autsch!", murmelte sie, dann wanderte ihr Blick zu ihrer Zimmertüre. Tatia lehnte mit verschränkten Armen im Türrahmen, „Hast du eigentlich noch vor heute aufzustehen. In einer halben Stunde müssen wir zum Frühstück", meinte sie mit tadelnder Stimme. Ginny rieb sich die Augen, „ich komme schon.", meinte sie hastig. Als sie die Bettdecke zurückschlug, spürte die Weasley jedoch etwas an ihren nackten Füßen, das unter der Bettdecke lag. 

Als sie sich nach vorne beugte, um nachzusehen, stockte ihr der Atem. Es war Tom Riddles Tagebuch.

Und da fiel es ihr wieder ein. Tom hatte ihr etwas zeigen wollen. Eine Geschichte über den Streit der Häuser... über Gryffindor und Syltherin.

Aber... da war nichts. Sie erinnerte sich nicht.

Das letzte an das sich die Weasley erinnerte war, dass alles um sie herum verschwunden war.

Schnell wanderte Ginnys Blick zur Türe, doch Tatia war wieder in Richtung Badezimmer verschwunden. Die Luft schien rein zu sein, also schlug Ginny das Buch auf und blätterte es einmal durch, auf der Suche nach einem Hinweis.

Nichts.

Völlig verwirrt klappte Ginny das Tagebuch wieder zu. >>Was ist da gestern Nacht passiert? << fragte sie sich verwundert. 



Die Tage und Nächte vergingen und es wurde schließlich Oktober. Aus Spätsommer wurde Herbst und immer öfter peitschte an den kälter werdenden Tagen der Regen gegen die Scheiben von Hogwarts.

In der Schule selbst häufte sich der Stoff und erste Klassenarbeiten standen auf dem Programm. Ginny war in diesen Wochen so im Stress, wie noch nie. Sie hetzte zwischen Unterricht, Hausaufgaben, Klassenarbeiten und Quidditch- Training hin und her und fand so kaum noch Zeit für etwas anderes.
Erholung erfuhr sie nur durch die gemeinsame Zeit mit ihren Freundinnen. Ginny, Tatia und Kira halfen sich gegenseitig so gut es möglich war. Sie machten gemeinsam Hausaufgaben in der Bücherei, lernten gemeinsam auf Klassenarbeiten und verbrachten die Freistunden gemeinsam im Gemeinschaftsraum. Ohne die beiden wäre die Weasley in diesen stressigen Tagen sowas von aufgeschmissen gewesen und sie war ihren Freundinnen dafür wirklich dankbar.

Bei den ein oder anderen Hausaufgaben bat die Weasley auch Draco Malfoy um Hilfe. Das hitzige Gespräch auf dem Gang, dass die beiden nach dem Quidditchtraining vor einigen Wochen geführt hatten, hatte glücklicherweise keinen Einfluss auf ihre Freundschaft gehabt. Auch beim Quidditch half Draco der Weasley ab und zu und gab ihr ein paar nützliche Tipps. Mittlerweile hatte sie sich ziemlich gut ins Team eingegliedert und steigerte sich bei jedem Training. Ginny hatte den Eindruck, dass Marcus Flint sehr zufrieden mit ihren Leistungen war.

Und dann war da noch Tom.

Ginny hatte es sich mittlerweile zur Gewohnheit gemacht, dass sie den Tagesablauf mit all seinen Ereignissen ihrem Tagebuchfreund mitteilte. Jeden Abend vor dem Schlafengehen schlug sie das Tagebuch auf und erzählte ihm haarklein alles, was sie an diesem Tag erlebt hatte. Tom hörte ihr dann immer zu und gab ihr den ein oder anderen guten Ratschlag.

Mit Toms Hilfe hatte sie so schon ein paar Probleme lösen können.
Sie und Tom hatten keine Geheimnisse voreinander.

Sie vertraute ihm. 

Das ist der WegGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt