[Kapitel wurde am 17.11.25 überarbeitet]
Jahr 2016
Im Zellentrakt herrschte plötzlich Totenstille.
Die letzten Fetzten von Lilys herausgeschrienen Worten waren im Gang verhallt, die Potter selbst war zurückgestolpert und an der gegenüberliegenden Wand hinter dem Gitter hinuntergerutscht.
Nun kauerte die Rothaarige am Boden und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Tränen liefen ihr das schmutzige Gesicht hinunter und die Potter begann leise zu schluchzen. Wieder einmal wurde sie von der Verzweiflung übermannt, doch dieses Mal war nicht nur die Ausweglosigkeit ihrer Situation der Grund.
Ginny war auf einmal wie ausgewechselt gewesen. Sie war wütend geworden und hatte Lily bedrängt, diese regelrecht angeschrien. Und da war Lilys Verzweiflung übergekocht und sie hatte es verraten. Dass Harry Potter ihr Vater war. Niemand geringerer als der Auserwählte selbst.
Eigentlich war das ja nichts Schlimmes. Sie war stolz darauf einen so tollen Vater zu haben. Einen so heldenhaften Vater, der mehr als einmal sein Leben aufs Spiel gesetzt hatte, um Lord Voldemort, dem selbsternannten dunklen Lord die Stirn zu bieten. Doch in ihrer Situation war eben alles anders. Sie saß in einer Zelle fest und unterhielt sich in diesem Moment mit zwei Straftäterinnen, die dort wegen begangenen Verbrechen einsaßen. Albus, ihr Bruder hatte ihr mal erzählt, dass nur die schlimmsten Straftäter in Askaban eingesperrt wurden, zum Beispiel Todesser oder Mörder. Und sollte die Aussage ihres Bruder stimmen, dann hatten sowohl Ginny als auch Kira schlimme Dinge getan. Was Grund genug war den beiden nicht zu trauen.
Sie erinnerte sich nicht an deren Namen, zumindest nicht aus den Erzählungen ihres Vaters. Und nach Hogwarts ging Lily noch nicht, daher hatte sie auch nie ein Unterrichtsfach besucht, das sie darüber hätte aufklären können.
Darum hatte Lily den beiden Frauen eigentlich nichts über sich erzählen wollen, wie sich herausgestellt hatte, aus gutem Grund.
Ginnys Wutausbruch war Beweis genug dafür.
Jetzt hockte Lily auf dem kalten Zellenboden und starrte mit einer Mischung aus Nervosität und Angst hinüber in die andere Zelle. Sie weinte immer noch, jedoch hatten sich ihre Schluchzer mittlerweile eher zu einem stummen vor sich hinweinen gewandelt. Sie befand sich immer noch in einer merkwürdigen Kauerstellung am Boden und hatte es nicht gewagt sich zu rühren. Die Kälte kroch Lily auf einmal wieder in die Knochen und sie begann wieder zu zittern. Drüben in den Schatten tat sich nichts, Ginny war nach dem Geständnis der Potter augenblicklich in der Dunkelheit verschwunden. Nichts, abgesehen von Lily selbst bewegte sich, teils wurde die Potter von stummen Schluchzern geschüttelt, teils zitterte sie vor Kälte.
„Gin!"
Kiras Stimme durchschnitt die unheilvolle und schwer in der Luft liegende Stille. Die Stimme von Ginnys Freundin klang forsch und Lily hörte, wie die Frau begann, ungeduldig mit den Fingernägeln gegen die Gitterstäbe zu trommeln. Das Klopfen durchbrach die Stille um die drei Frauen herum und hallte an den Wänden wider, das machte die Potter aber nur noch nervöser und sie begann selbst mit den Füßen auf und ab zu wippen. Oder war es doch die Kälte die sie zum zittern brachte?
„Gin! Hör mir zu..."
„Ich will nicht darüber reden!" kam plötzlich eine Antwort aus der Dunkelheit gegenüber. Lily spitzte die Ohren. Ginnys Stimme klang anders. Nicht ruppig, wie sonst, sondern... eher traurig. Fast schon niedergeschlagen... Am Boden zerstört.
Lily war Ginnys Stimmungsschwankungen mittlerweile irgendwie gewohnt... aber das war ganz anders gewesen als bisher. >>Gerade war sie noch am Ausrasten... und jetzt? Ihre Wut ist ... auf einmal komplett verpufft. <<
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Das ist der Weg
FanfictionWir schreiben das Jahr 1992: Ginny Weasley darf endlich nach Hogwarts. Voller Vorfreude auf ihr erstes Schuljahr macht sie sich mit ihrer Familie auf zur Winkelgasse und reist wenig später zum ersten mal nach Hogwarts. Doch was dort passiert, wird d...
