„Hey Mila. Wie war das Treffen m..mit No..ah?" fragte Kira mich stockend, als sei im Zimmer sah, wer neben mir hockte.
„Hi, Noah." begrüßte Kira ihn und überspielte ihre Verwirrtheit. Er nickte nur und die beiden sahen mich erwartungsvoll an.
Sollte ich denn etwa jetzt etwas sagen?
Ja sollst du, weshalb schauen die beiden dich denn sonst an? antwortete meine Gedankenstimme immer mit lieben sarkastischen Unterton.
„Hi, Kira. Ja, eh wie du siehst, quatschen wir gerade." erwiderte ich lächelnd.
Als sich Noah's Kopf dann zu Kira drehte, weil er anscheinend auf eine Antwort von ihr wartete, nutzte ich die Gelegenheit ihr so gut wie möglich mit Gestik und Mimik beizubringen, dass sie sich jetzt unbedingt verziehen soll. Sie zog die Augenbrauen zusammen und schaue mich verwirrt an.
„Eh..ja ok ich ehm verziehe mich dann wieder mal. Meine nächste Hausarbeit wartet auf mich." stammelte sie, als sie endlich meine Gestiken verstanden hatte.
Kira zwinkerte mir kurz zu und verließ das Zimmer wieder. Noah's Blick wendete sich wieder zu mir und sah mich schief an. Ich grinste ihn an und spielte mit meinen Fingern. Hoffentlich hat er nichts gemerkt.
„Also, wo waren wir gerade?" fragte ich ihn, um das Schweigen zu unterbrechen.
„Eh, ja eh. Steph wusste, dass du meine erste richtige Freundin warst. Meine erste richtige Beziehung. Sie meinte, dass man die erste Liebe nie wirklich richtig vergisst und da wir beide noch so ein gutes Verhältnis zu einander hatten, hatte sie wohl Angst, dass diese Liebe irgendwo noch existiert." erläuterte Noah mir. Jetzt, wo er mir das erzählt hatte, kann ich Steph auch verstehen.
Warte, Noah ist gerade eben sehr geschickt die Frage umgangen.
Er hat nicht genau das beantwortet, was ich ihn eigentlich gefragt hatte. Schlaues Kerlchen.
Aber naja, ich kann das nicht von ihm erwarten, dass er mir eine ehrliche Antwort gibt. Vielleicht bin ich auch nur darüber froh, weil ich diese Antwort gar nicht wissen. Dafür müsste ich erstmal wieder über meine Gefühle für ihn klar werden lassen und wenn ich das gemacht habe und er dann am Ende nicht das gleiche empfindet, dann bin ich eigentlich wieder bei dem gleichen Stand wie vorher nur, dass er keine Freundin hat. Das will ich mir doch lieber ersparen.
Plötzlich klingelte mein Handy. Es lag zwischen mir und Noah. Der Bildschirm leuchtete auf und da stand ‚Kyle' drauf. Wir beiden starrten das Display an. Irgendwie war ich in dem Moment gelähmt.
Nachdem wir gefühlte 10 min auf mein Handy starrten und es immer noch klingelte, griff ich zum Handy und unterdrückte seine Nummer. Danach sah ich zu Noah rüber und bemerkte, wie sich sein Blick auf das Display festgesetzt hatte.
„Noah?" sprach ich und sah zu ihm. Er reagierte nicht drauf, also winkte ich mit meiner Hand ein paar Mal vor seinem Gesicht.
„Noah? Hallo? Jemand da?" wiederholte ich mich.
„Hm? Was?" stammelte er.
"Befindest du dich wieder in der realen Welt oder brauchst du etwas Zeit für deine tiefgründigen Gedanken?" fragte ich ihn und lachte. Als er das hörte lachte er und sah zu mir.
„Ha ha sehr witzig. Das Frage ich mich bei dir manchmal auch." erwiderte er lachend.
Sein Lachen war wirklich ansteckend. Ich musste sofort mit lachen. Das hat mir gefehlt.
Sein Lachen. Das kleine Grübchen an seiner rechten Wange, welches immer erscheint, wenn er lacht. Er hat mir gefehlt.
Ich sah kurz auf die Uhr und sah, dass es schon halb 11 war. Noah bemerkte wohl auch, dass es schon recht spät wurde.
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Strangers, again.
Teen FictionMila ist nun 18 Jahre alt, hat ihr Abi in der Tasche und fängt bald an zu studieren. Die letzten beiden Jahre hat sie sehr viel getan, um einen guten Schnitt für einen Platz an einer Eliteuniversität zu bekommen. Die Standford University ist ihr Tra...