Ehe ich mich versehe bin ich mit Harry auf dem Weg zum Ocean Café. Es ist ganz in der Nähe der Schule und da wir beide etwas früher Schluss haben sitzen wir nun alleine hier schweifen kaffeschlürfend unseren Gedanken nach.
“Wie findest du es bis jetzt hier? Ich meine, es muss eine große Umstellung sein von Miami in diese kleine Stadt zu ziehen?“, fragt er mich lächelnd.
“Es ist ganz in Ordnung, dank dir und Lila, trotzdem wäre ich lieber in Miami bei meinen alten Freunden“, antworte ich wahrheitsgemäß.
“Wer ist Lila?“
“Meine Cousine, ihr würdet euch verstehen“, erkläre ich ihm, wohlwissend, dass Lila für Harry schwärmt. Harry zuckt mit den Schultern "Du kannst sie ja mal die Tage mitbringen, wenn wir etwas zusammen machen."
"Ich werde es ihr ausrichten", lächle ich und Harry nickt nur. So langsam treffen auch die anderen ein "Hey, Luca", begrüßen mich ein Mädchen und ein Junge. "Hey, ihr zwei", lache ich hilflos, da ich die Namen nicht weiß. Harry stellt mir die beiden als Jasmina und Dan vor. "Jasmina und Dan", verbessere ich mich daraufhin und danke Harry. Jasmina zwinkert mir nur zu, um miri zu zeigen, dass sie es mir nicht böse nahm.
"Da ist ja mein Morgenmuffel", begrüßt mich Justin und lässt sich gegenüber von mir nieder. Ich ziehe es gar nicht erst in Erwägung Justin zu antworten, ich werde meine Nerven nicht mit seinen sinnlosen Sätzen überstrapazieren. "Oh, sie scheint sogar ein Nachmitagsmuffel zu sein."
"Nein, ich habe nur schlecht Laune wenn ich dir über den Weg laufe", kontere ich.
"Nur schade, dass du mich so gut wie jeden Tag sehen wirst", erwidert er darauf.
"Dann werde ich wohl dauerhafte schlechte Laune haben."
"Wenn das passiert müssen wir dich, glaube ich, zu einem Pschologen schicken bevor du dir noch etwas antust", grinst er und zwinkert mir zu. Bei diesen Worten zucke ich zusammen und frage mich ob er etwas mitbekommen hat, aber nein, das ist nicht möglich ich war die letzten Tage immer darauf bedacht, dass nichts zu sehen. Es muss ein Scherz sein, also lächel ich als Antwort nur gequält, womit ich mir einige verwirrte Blicke einfange. Doch das versuche ich zu ignorieren. Harry stupst mich leicht von der Seite an und wirft mir einen fragenden Blick zu. Ich schüttle den Kopf und hoffe er belässt es dabei und fragt nicht später nochmal nach. Hinter Justin erscheint Marie und sie fährt mit ihrem langen Fingernagel seinen Nacken entlang "Harry, Mom hat angerufen, wir sollen nach Hause gehen. Wenn du willst kannst du mitkommen Justin", seinen Namen haucht sie in sein Ohr. Was für eine Schlampe, macht Andeutungen, dass sie mit Justin schlafen will und das nicht nur in aller Öffentlichkeit, sondern auch noch vor ihrem Bruder. "Nein, Justin du kommst nicht mit", unterbricht Harry. Als Antwort wirft Marie ihrem Zwillingsbruder einen düsteren Blick zu, doch das scheint ihm egal zu sein und Justin zuckt ebenfalls nur gleichgültig mit seinen Schultern, was mir ein gehässiges Grinsen beschert. Ich kann dieses Mädchen einfach nicht ausstehen, aber es war nicht zu ändern. Harry, Marie, Jasmina und Dan verlassen uns und jetzt sind nur noch Justin und zwei andere da, mit denen ich noch nicht einmal ein Wort gewechselt hatte. Es herrscht betretene Stille und da es mir zu unangenehm wird verabschiede ich mich von den dreien und steige dann in mein Auto um nach Hause zu fahren.
(!)- Dieses Zeichen setze ich absofort, wenn es Szenen gibt, die nicht ganz jugendfrei sind, Gewalt enthalten und/oder die sich konkret mit psychischen Krankheiten auseinandersetzen. Ich will mit diesem Text nicht zu irgendetwas animieren, noch werde ich die Verantwortung übernehmen, wenn ihr den folgenden Part lest, doch dies ist nunmal ein Teil diesr Geschichte.
Zu Hause angekommen mache ich meine Hausaufgaben für die bevorstehende Woche, damit ich die nächsten Tage nicht allzu viel zutun habe aber der größte Grund ist, dass mir langweilig ist. Abartig langweilig. Andere verbingen gerade Zeit mit ihren Eltern und ich sitze hier alleine, ohne Freunde in einem Haus, das nicht mein zu Hause ist, ich fühle mich nict zu Hause, ich fühle mich nicht willkommen. Ich fühle gar nichts und das ist das Schlimmste, Nichts zu fühlen obwohl man alles spüren will. Ich will Wut, Trauer, Freude, Furcht und Liebe empfinden. Alles ist besser als nichts. Schmerz ist besser als diese Leere. Mein Eltern haben mich gelehrt mich zu verstellen, nach außen hin so zu tun als wäre alles perfekt, sie haben mir beigebracht, nichts zu fühln, da ich nie Liebe bekommen habe. Das einzige was ich bekam war Mitleid, von den Nannys, Mitleid, weil meine Eltern mich alleine ließen, weil ich in einer abgefuckten Familie aufgewachsen bin. Ehe ich mich versehe stehe ich vor meinem Kleiderschrank. Ich atme nocheinmal tief durch, öffne eine Schublade und greife nach meiner Schachtel. Die Schachtel nach der ich nie wieder greifen wollte, abr ich habe geahnt, dass ich sie irgendwann wieder brauchen würde. Es ist eine Sucht von der ich nicht abkomme. Ruhig öffne ich die Schachtel und breite den Inhalt vor mir auf dem Boden aus. Eine Sammlung aus Klingen. Ich greife nach einer und setze an meinem Oberschenkel an. Ich lasse das Nichts in mir durch diese Wunden entfliehen und endlich entweicht mir ein Schluchzer. Ich fange an zu weinen und schmeiße die Klingen in die Schachtel. Mit zitternden Händen packe ich die Schachtel wieder weg. Für einen Moment, einen kurzen Moment lässt mich dieser Schmerz fühlen, er erinnert mich daran, dass ich noch da bin, doch danach fühle ich mich erschöpft und k.o., und ich bin enttäuscht, enttäuscht von mir selber. Es ist krank, ich weiß, aber manchmal ist das mein einziger Ausweg. Ein letztes Mal atme ich tief durch und dann erhebe ich mich mit zitternden Beinen und öffne die Türen zum Balkon, mir weht ein frischer Zug entgegen. Damit werde ich wieder in die Realität zurückgeholt. Ich gehe auf den Balkon, wickle meinen Cardigan etwas enger um meinen Körper und setze mich auf einen Stuhl.
Nach einer Weile höre ich die Klingel. Na toll. Ich renne rein, ziehe eine Hose über meine blutigen Oberschenkel. Als ich die Tür öffne steht Jaxon vor der Tür.
"Jaxon? Was machst du denn hier?", frage ich den kleinen und nehme ihn auf den Arm. Er lächelt mich an und sagt "Justin hat mich hier hin geschickt"
"Alleine?", frage ich entsetzt. Er kann doch nicht seinen kleinen Brude durch die Stadt laufen lassen. Obwohl, er kann schon, immerhin hat er auch Jazmyn im Park vergessen. Aber dann höre ich ein Lachen hinter der Tür und drehe mich erschrocken um "Ich lass doch nicht meinen kleinen Bruder alleine zu dir gehen."
"Besser ist auch. Was möchtet ihr jetzt hier?", frage ich.
"Zeit mit dir verbringen. Uns war langweilig und wie es aussieht hast du auch nichts vor. Also kommst du mit?"
"Wohin?"
"Sagen wir dir nicht", lacht Jaxon freudig und guckt Justin stolz an.
"Okay, ich komme mit." Daraufhin setze ich Jaxon ab und wir gehen los. Während des 30 minütigen Spazierganges plappert uns Jaxon mit Erlebnissen aus dem Kindergarten voll, weshalb wir des öfteren Lachen müssen, da dieser Junge einfach zu niedlich ist.
"Wir sind da", unterrbricht Justin seinen kleinen Bruder. Dieser schaut freudig auf und reißt sich im Rennen die Klamotten vom Leib bis er nur noch eine Badehose anhat. Auch Justin entfernt seine Klamotten bis zur Badehose. Und eins muss ich sagen: Er hat defintiv einen guten Körper und Tattoos. Männlich, braune Haare, braune Augen, Six Pack und Tattoos. Justin hat all das, was mein Traummann haben muss, äußerlich. Sein Charakter ist aber nicht der beste.
"Hey, wenn du meinen Astralkörper betrachtest, dann will ich auch deinen sehen", fordert Justin mich frech grinsend auf. Oh nein. Ich werde nicht baden gehen, ich kann meinen entstellten Körpr nicht entblößen. Ich schüttle den Kopf.
"Ach komm schon, sonst kannst ud schlecht baden", bittet er mich regelrecht und kommt auf mich zu. Ich fühle mich in die Enge getrieben und gehe ein paar Schritte nach hinten "Nein", sage ich panisch. Ich will mich nicht ausziehen. "Wieso nicht?"
(1342 Wörter)
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Strangers (pausiert)
FanfictionSie zieht um, bringt ihre Geheimnisse mit sich und er ist da um diese aufzudecken.
