„Wie geht es ihr?", ist das Erste, das ich frage als ich aufwache und in Aidens Gesicht blicke.
„Es geht ihr gut", beruhigt er mich sofort, doch an seiner Stimme erkenne ich das etwas nicht stimmt.
„Was ist los?"
Ich erkenne deutlich dass er es nicht sagen möchte, aber auch nicht geheimhalten will.
„Sie kann sich nicht mehr daran erinnern, was passiert ist seid sie hierher gezogen ist. Der Arzt sagt aber die Amnesie sollte in den Nächsten Tagen bis Wochen wieder verschwunden sein", rückt er nun doch mit der Sprache raus.
Wow, das muss ich erstmal verarbeiten.
Blake soll alles vergessen haben, was zwischen uns passiert ist? Das kann ich nicht glauben.
„Okay", sage ich gedehnt und versuche meine Gedanken zu ordnen.
Am liebsten würde ich sofort zu ihr gehen, einfach um an ihrer Seite zu sein, doch vielleicht wäre das nicht so klug. Immerhin bin ich für sie gerade quasi ein Fremder, wenn sie sich wirklich nicht erinnern kann.
„Wann ist sie aufgewacht?", verlange ich schließlich zu erfahren und lehne meinen Kopf ins Kissen.
Dieser schmerzt nämlich ziemlich, was wohl an der Gehirnerschütterung liegt. Sonst bin ich aber ziemlich gut weg gekommen denke ich. Nichts gebrochen soweit ich weiß.
„Vor ein paar Stunden, da war sie allerdings noch sehr desorientiert und ist kurz darauf wieder eingeschlafen. Ich war vorhin kurz bei ihr aber da hat sie immer noch geschlafen", informiert er mich und setzt sich auf den Stuhl neben dem Bett.
Dann steht er wieder auf.
Verwirrt sehe ich ihn an.
„Ich sollte einen Arzt holen", meint er und ist schon aus dem Zimmer verschwunden.
In den Minuten, in denen keiner im Zimmer ist, genieße ich die Stille um mich herum und spiele in Gedanken noch einmal ab, was geschehen ist.
Der Typ wollte uns echt umbringen.
Ich muss unbedingt fragen, was aus ihm geworden ist..... hoffentlich verrottet er bereits in irgendeiner Zelle.
...
Nach dem der Arzt mich durch gecheckt hat und ich erfahren habe das Blake auch wieder aufgewacht ist und sich wieder erinnern kann, warte ich darauf das ihr Bruder sie zu mir bringt.
Auch wenn ihr Zimmer direkt nebenan liegt und es dadurch nicht wirklich lange dauert bis die Tür aufgeht, fühlt es sich an wie eine Ewigkeit.
Doch dann sind sie endlich da.
Blake sitzt in einem Rollstuhl, ihr eines Bein ist eingegipst und ein Arm hängt in einer Schlinge.
„Cole", stößt sie atemlos hervor und sieht aus, als ob sie am liebsten aufgesprungen wäre und sich auf mich geworfen hätte.
Ich muss unwillkürlich lächeln. Sie ist aber auch verdammt niedlich, selbst wenn sie so von der Rolle ist.
„Wie geht es dir Blake?", frage ich nun wieder ernst und blicke ihr besorgt entgegen.
Ethan schiebt sie bis an die Bettkante und sie greift blitzschnell mit ihrer unversehrten Hand nach meiner.
„Mir geht es gut, die paar Kratzer sind gar nichts. Viel wichtiger, wie geht es dir?", spielt sie ihre Verletzungen herunter, von denen ich mit Sicherheit weiß das es sich nicht nur um Kratzer handelt.
Ihr zu liebe lasse ich es aber auf sich beruhen und drücke einmal ihr Finger.
„Mir geht es gut, nur eine Gehirnerschütterung und einige Prellungen und Blutergüsse. Dich hat es weitaus schlimmer getroffen als mich", schiebe ich doch noch hinterher, doch Blake ignoriert das und wendet sich an ihre Brüder , die sich etwas zurückgezogen haben, um uns entwand Freiraum zu lassen.
„Was ist mit Seinem Bruder passiert?", fragt sie zögerlich die Frage, die auch mich brennend interessiert.
„Der sitzt in einer Zelle und muss sich in ein paar Tagen vor Gericht für seine Taten verantworten", erzählt uns Aiden und Blake nickt nachdenklich.
Leider kann ich nicht in ihr Gesicht sehen, dieses hält sie von mir abgewandt. Nur zu gerne würde ich jetzt wissen was sie denkt, um richtig für sie da sein zu können.
Doch Ethan hat einen guten Blick auf ihr Gesicht und während er ihr Mienenspiel betrachtet, beobachte ich das Seine.
Jetzt lächelt er leicht.
„Es ist jetzt endlich vorbei Blake", sagt er dann.
Sie sieht zu ihm und nickt langsam.
„Es ist vorbei", wiederholt sie leise und lässt ihren Blick in die Ferne streifen.
Ich beschließe ihr etwas Zeit zu lassen und konzentriere mich auf die beiden Brüder. Der Eine, jetzt mit besorgtem Blick, auf Blake fixiert und Aiden der zu mir kommt und auf die Schulter klopft.
„Jetzt kann die Zukunft wirklich starten", meint er und ich erkenne das er bereit ist, alles Geschehene hinter sich zu lassen.
Der Mord an seinen Eltern, die Sorge um seine Schwester und der ganze Rest. Es war nun endlich richtig vorbei.
Selbst wenn ich erst seit kurzen zum engeren Kreis gehöre, verspüre auch ich eine große Erleichterung.
Ich sehe jetzt wieder zu Ethan, er löst den Blick von seiner Schwester und schenkt mir ein sowohl trauriges, als auch befreites Lächeln.
Auch für ihn wird es jetzt einfacher werden.
Seine Schwerster lebt in seiner unmittelbaren Nähe, sodass er ein Auge auf sie haben kann und ihre Beziehung wird von Tag zu Tag besser. Er muss sich jetzt keine Sorgen mehr um sie machen, sie überwindet Stück für Stück ihre Ängste.
Und dann wäre da noch ich, ich werde alles tun um ihr beizustehen. Ich werde sie beschützen, mit alles Mitteln die mir zur Verfügung stehen und ich werde sie meinen Eltern vorstellen.
Meinem Dad und meiner Mom, die jetzt endlich auch nach Hause zurückkehren konnte.
Doch erstmal müssen sowohl Blake, als auch ich wieder vollständig gesund werden.
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Complicated
Teen FictionAls die 17 Jährige Blake auf eine neue High School wechselt, möchte sie die traumatischen Erlebnisse ihrer Vergangenheit hinter sich lassen und sich auf ihre Zukunft konzentrieren. Womit sie nicht gerechnet hat war, sich in den Kaptain der Football...
