Als das warme Wasser an meinem Körper herab lief, entspannte ich mich von Sekunde zu Sekunde mehr. Ich stieg aus der Dusche, trocknete mich ab und zog mir die frischen Klamotten an, die ich auf dem Weg zum Ministerium in einem kleinen Laden gekauft hatte. Ich blickte in den Spiegel und Band mir meine schulterlangen, rabenschwarzen Haare zu einem Zopf zusammen, atmete tief durch und verließ das Badezimmer.
Die junge Frau die mich zu dem kleinen Mann vom Ministerium gebracht hatte, kam gerade durch die gegenüberliegenden Tür. Sie hatte ein Schinken-Käse Sandwich und eine Flasche Wasser in den Händen.
„Bitte entschuldige Herzchen, was besseres könnte ich auf die schnelle nicht bekommen.", sagte sie als sie mein Abendessen auf den Tisch aus dunklem Massivholz in der Mitte des Zimmers stellte. „Ich liebe Schinken-Käse Sandwiches. Danke.", erwiderte ich bereits mit vollem Mund.
Zwei Tage hatte ich schon nichts mehr gegessen und erst jetzt fiel mir auf wie hungrig ich eigentlich war. Ich konnte noch immer nicht glauben, dass ich endlich in London war. Als das Sandwich verspeist und die Flasche Wasser geleert war, klopfte es an der Tür und Mr. Crouch gefolgt von einem alten Mann, der vermutlich Professor Dumbledore war, betraten den halbdunklen Raum.
Ich spürte die Aufregung in mir. Wenn die beiden fremden Männer mir nun doch nicht helfen wollten war alles umsonst. Ohne ihre Hilfe war ich verloren. Dumbledore und Crouch setzten sich mir gegenüber an den Tisch. Der Direktor räusperte sich und begann zu sprechen: „Wie fühlen Sie sich Miss Underwood?" „Besser." Antwortet ich knapp um meine Unsicherheit nicht preiszugeben. Das letzte Mal als mich jemand gefragt hatte wie es mir geht war 13 Jahre her. Ich war mehr als überrascht, denn der alte Mann in dem himmelblauen Gewand schien die Frage wirklich ernst zu meinen. „Wir haben uns beraten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass es das beste für Sie wäre wenn Sie mich nach Hogwarts begleiten. Es ist der sicherste Ort den wir anbieten können. Außerdem können Sie dort zur Schule gehen und es wären immer mehrere sehr mächtige und erfahrene Lehrer in der Nähe die Sie notfalls beschützen könnten." fuhr Dumbledore fort.
Ich hörte mich laut ausatmen „Das heißt sie helfen mir?"
„Selbstverständlich. Wir sollten schnellstmöglich aufbrechen, denn wir haben noch einiges zu besprechen." Mit diesen Worten stand der Professor auf und ging zurück zur Tür. Schnell griff ich nach meiner Tasche, bedankte mich bei den Ministeriumsangestellten und folgte ihm.
Ich war aufgeregt, denn ich bin noch nie auf einer Schule gewesen. Alles was ich konnte und wusste hatte ich mir selbst beigebracht. Ich hatte auch noch nie mit gleichaltrigen zu tun gehabt und trotzdem folgte ich jetzt dem fremden Mann der mich in eine Schule voll von ihnen bringen wollte.
Wir gingen den Flur entlang zurück in das Büro in dem ich vor kurzer Zeit meine Geschichte erzählen musste. Unsere Schritte hallten von den steinernen Wänden wider. Dumbledore blieb vor dem brennenden Kamin stehen und blickte mich aus seinen wasserblauen Augen an. Dann griff er in ein kleines Tongefäß in dem irgendein Pulver zu sein schien.
„Sind sie schon einmal per Kamin gereist Miss Underwood?"
„Nein.", gab ich wahrheitsgemäß zurück.
„Es ist ganz einfach" erklärte er „nehmen sie meine Hand und schließen sie die Augen."
Alles in mir wehrte sich. Ich hatte gelernt niemandem blind zu vertrauen aber jetzt musste ich. Mir blieb nichts anderes übrig. Zu tun was mir dieser alte Mann sagte war der einzige Weg. Ich atmete einmal tief ein, griff nach der Hand des Professors und schloss die Augen. Er zog mich sachte an der Hand einen Schritt nach vorn. „Hogwarts." Hörte ich ihn deutlich sagen. Ich spürte wie meine Füße den Halt auf dem Boden verloren und es fühlte sich an als würde ich mich unglaublich schnell um mich selbst drehen. Das alles geschah im Bruchteil einer Sekunde und im nächsten Moment stand ich wieder auf festem Boden.
„Sie können ihre Augen wieder öffnen. Willkommen in Hogwarts Miss Underwood." Hörte ich ihn sagen.
Ich öffnete meine Augen und blinzelte ein paar Mal, dann sah ich mich in dem Raum um in dem wir jetzt standen. Es schien eine Art Büro zu sein. Es war mit allerhand seltsamen Gerätschaften vollgestellt und in einer Ecke saß ein wunderschöner, großer, roter Vogel auf einer Stange.
„Bitte nehmen Sie Platz Miss Underwood." Sprach Dumbledore und deutete auf einen Stuhl ihm gegenüber auf der anderen Seite eines gigantischen Schreibtisches.
„Nach ihrer Schilderung denke ich, dass ich Sie ohne Sorge direkt in die 7 Jahrgangsstufe schicken kann. Sie sollten ohnehin den meisten Stoff bereits beherrschen. Wir werden den anderen Schülern und den Lehrern erzählen, dass sie von einer Schule aus dem Ausland kommen und ihr letztes Jahr hier zu Ende bringen. Nur ihrem Hauslehrer werden wir die Wahrheit sagen müssen. Sprechen Sie außer Englisch noch eine Sprache?"
„Ich spreche fließend Deutsch, französisch, spanisch, italienisch, russisch, aramäisch, lateinisch und finnisch." Die Augen meines Gegenübers weiteten sich mit jeder Sprache die ich aufzählte.
„Ich sehe, Sie haben ein Talent für Sprachen. Sehr gut, das macht es etwas leichter. Ich würde vorschlagen wir erzählen Sie wären aus Deutschland. Dorthin hat keiner meiner Lehrkräfte Kontakte und die Chance, dass unsere kleine Schwindelei aufliegt ist somit sehr gering. Ihr Name ist Aria Underwood richtig?"
„Aria Rose Underwood."
Dumbledore notierte dies auf einem Anmeldeformular.
„Wann würden Sie geboren?"
„Am 07.03.1980." Wieder kratzte die Feder über das Pergament. „Gut, das reicht fürs erste. Ich werde nun die Lehrkräfte informieren. Folgen Sie mir, ich werde Ihnen den Weg zu Ihrem Zimmer für diese Nacht zeigen. Morgen wird der Sprechen Hut sie in eins unserer vier Häuser einteilen und dann wird Ihnen auch Ihr endgültiges Zimmer zugeteilt. Ich hole Sie morgen um 8 Uhr zum Frühstück. Nach dem Mittagessen werde ich Sie ins Dorf begleiten und wir besorgen Ihnen alles was Sie für den Unterricht benötigen. Falls Sie Fragen haben oder noch etwas brauchen sollten stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung." Erklärte er mir. Wir verließen gemeinsam das Büro. Ich folgte ihm eine lange, gewundene Treppe hinunter und durch endlose Gänge. Jetzt da ich in Sicherheit war fiel die Anspannung der letzten Tage von mir ab und die Müdigkeit überkam mich.
Professor Dumbledore blieb vor einer schlichten Holztür stehen und öffnete diese. „Sie sollten sich nun ausruhen. Gute Nacht Miss Underwood. Schlafen Sie gut."
Mit diesen Worten verschwand er und ließ mich in meinem Zimmer zurück. Leise schloss ich die Tür hinter mir. Wieso war dieser Mann so nett zu mir? Er kannte mich doch gar nicht. Ich dachte kurz darüber nach als ich mich auf das große Himmelbett legte. Es war unglaublich bequem und nach wenigen Minuten schlief ich tief und fest.
DU LIEST GERADE
Unbreakable // Severus Snape ff
FanfictionDie 17-jährige Aria kann ihrem alten, schrecklichen Leben entfliehen und findet in Hogwarts nicht nur ein echtes Zuhause, sondern erfährt auch was Freundschaft bedeutet. Sie verliebt sich unsterblich in ihren fiesen Tränkeprofessor Severus Snape. Do...
