Nach dem Unterricht am nächsten Tag, beschloss ich Hagrid zu besuchen. Ich hatte ihn am Tag zuvor einfach im Wald stehen lassen und er hatte eine Erklärung verdient.
Ich fand Hagrid hinter seiner Hütte im Gemüsegarten. Er lächelte mich glücklich an als er mich sah. Wie leicht dieser Mann doch glücklich zu machen war. Eine kurze Begegnung mit einem Pegasus und er war für Tage selig. Er beugte sich zu mir herunter und ich schlang meine Arme um seine Hüfte, denn höher kam ich nicht.
„Hagrid ich muss mich zuerst entschuldigen, dass ich dich gestern einfach so stehen gelassen habe und ich finde ich schulde dir eine Erklärung.“, begann ich.
„Ach Aria, ich hatte nie gedacht, dass ich mal einen Pegasus begegne, geschweige denn einem so nah zu kommen. Für mich hat sich gestern ein Traum erfüllt. Aber mich würde trotzdem interessieren woher ihr euch kennt und warum du ihn verstehen kannst.“
„In Ordnung Hagrid, wir sollten uns setzten und ich erzähl dir was du wissen willst. Fast niemand weiß davon und ich vertraue dir aber ich bitte dich niemandem davon zu erzählen.“, begann ich während wir an dem kleinen Tisch hinter der Hütte Platz nahmen. Er nickte zustimmend als er mir gegenüber Platz nahm. „Hagrid ich komme nicht aus Deutschland. Ich komme aus den Staaten. Als ich vier Jahre alt war wurden meine Eltern ermordet und bei den Leuten bei denen ich aufwuchs musste ich viel durchmachen. Sie spritzen mir von Zeit zu Zeit Medikamente um ihre Wirkung zu testen.“ Ich konnte den Schock in seinen Augen sehen aber er unterbrach mich nicht und so fuhr ich fort. „Nach einer dieser Injektionen konnte ich plötzlich alle pferdeartigen Wesen verstehen. Das was sie sagen höre ich als Stimme in meinem Kopf. Blackjack und die anderen Pegasi waren auch dort. Auch sie mussten viel durchmachen und mit der Zeit wurden sie zu meinen einzigen Freunden, denn Kinder gab es dort außer mir nicht. Wir planten von dort zu fliegen und einige Wochen bevor Professor Dumbledore mich hierher gebracht habe gelang uns das. Blackjack hat mich über den kompletten Ozean geflogen aber seit ich hier bin haben wir uns nicht mehr gesehen. Ich musste sie dort zurücklassen als ich nach Hogwarts kam und hab mir seit dem schreckliche Sorgen um die Herde gemacht.“, schloss ich meine Rede.
„Oh man Kleine das ist ja schrecklich. Ich danke dir für dein Vertrauen und ich hoffe du weißt, dass du immer mit mir reden kannst wenn du willst.“, flüsterte der Riese unter Tränen.
Ich fand mehr musste er nicht wissen. Wenn ihn das schon zum weinen brachte wollte ich ihm nicht noch mehr zumuten. Außerdem hatte ich Angst, er würde nichts mehr mit mir zu tun haben wollen wenn er alles wüsste. Ich empfand eine Welle der Zuneigung für meinen sanften Freund und ich nahm ihn in den Arm. Jetzt da er saß, konnte ich meine Arme um seinen Hals legen und drückte ihn lange an mich. Sacht streichelte ich ihm den Rücken bis er sich langsam beruhigte.
„Hagrid ich muss dich noch um einen Gefallen bitten.“, flüsterte ich in seine verstrubbelten Haare.
Fragend sah er mich an.
„Ich bin die Ferien nicht hier und ich wäre dir sehr dankbar wenn du hin und wieder nach Blackjack und der Herde sehen könntest. Er kann dich gut leiden und würde sich freuen.“
„Natürlich, das fände ich großartig. Hat er wirklich gesagt, dass er mich mag?“, fragte er begeistert und sah mich aus seinen verweinten Augen an.
„Klar, wer könnte dich auch nicht leiden? Du bist großartig.“, sagte ich ihm lächelnd.
„Ach weißt du Aria, meine Mutter war eine Riesin und viele haben deshalb Angst vor mir.“
„Tja, Blackjack und ich auf jeden Fall nicht.“
„Sag mal Aria, fressen Pegasi irgendetwas besonders gern?“, wie seltsam es war einen Halbriesen verlegen zu sehen.
„Ja, da gibt es tatsächlich etwas Hagrid und ich kann dir das besorgen aber ich muss dich wieder darum bitten niemals jemandem davon zu erzählen.“
Als er mir versicherte, dass er meine Geheimnisse mit ins Grab nehmen würde ging ich mit ihm zum Rand des verbotenen Waldes. Mit dem geflochtenen Korb den er mitgenommen hatte stand er neben mir und sah mich fragend an. Ich lächelte ihn an und ging in die Knie. Ich konnte spüren, dass die Ausbeute an dieser Stelle gut sein würde. Still legte ich meine Handflächen auf den Boden, schloss die Augen und zog alles an Edelmetall und Edelsteinen die ich tief im Boden spüren konnte zu uns an die Oberfläche. Der Boden um mich bekam kleine Risse und immer mehr der wertvollen Bodenschätzen wurde freigelegt. Als ich alles an die Oberfläche geholt hatte, öffnete ich die Augen und sah in Hagrid aufgerissenen Augen.
„Bei Merlins Bart Aria wie hast du das gemacht?“, stieß er hervor. „Das ist auch so eine Nebenwirkung. Pegasi lieben Edelsteine und Edelmetalle. Blackjack mag Gold am liebsten.“ Wir begannen schnell alles aufzusammeln.
„Hagrid du solltest den Korb lieber verstecken. Man wird sonst unangenehme Fragen darüber stellen wo das herkommt.“
„Stimmt, und ich konnte nicht mal erklären vorher das kommt selbst wenn ich wollte.“
Es hatte schon begonnen zu dämmen und ich verabschiedete mich von Hagrid. Ich würde ihn in den Ferien vermissen aber wenigstens waren meine zwei großen Freunde nicht allein.
Gleich nach dem Abendessen ging ich in mein Zimmer. Ich wollte nochmal durchgehen ob ich alles eingepackt hatte was ich in den Ferien brauchen würde. Nachdem ich mich geduscht und bettfertig gemacht hatte legte ich mich in mein Bett.
Die Aufregung hielt mich noch eine ganze Zeit wach aber irgendwann fiel ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
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Unbreakable // Severus Snape ff
FanfictionDie 17-jährige Aria kann ihrem alten, schrecklichen Leben entfliehen und findet in Hogwarts nicht nur ein echtes Zuhause, sondern erfährt auch was Freundschaft bedeutet. Sie verliebt sich unsterblich in ihren fiesen Tränkeprofessor Severus Snape. Do...
