„Guten Abend Miss Underwood. Haben sie einen Moment?", fragte der Mann in schwarz kühl.
„Professor Snape. Natürlich, kommen sie rein.", ich schob die Tür überrascht ganz auf und er betrat den Raum.
Ich bereute, dass ich keine Hose angezogen hatte als ich die Tür geöffnet hatte aber Gott sei Dank war mein Shirt lang genug um alles wichtige zu verdecken.
Er sah sich um und setzte sich auf meinen Schreibtischsessel. „Wie ich sehe haben sie sich schon eingerichtet.", begann er.
Mit einem Kopfnicken auf mein Klavier fragte er: „Sie spielen?"
„Manchmal.", gab ich knapp zurück. Was wollte er um diese Uhrzeit von mir.
„Wären sie so freundlich?"
Ich setzte mich wortlos auf den Hocker vor das Klavier und begann Für Elise zu spielen. Als der letzte Ton verklungen war drehte ich mich zu ihm um.
„Professor, ich bin mir sicher Sie sind nicht nur hier um mich spielen zu hören. Also was kann ich für Sie tun?", sagte ich.
„Nun, ich habe mich gestern mit Professor Dumbledore über Sie unterhalten.", begann er endlich.
Deshalb war er also hier.
„Was hat er Ihnen erzählt?", wollte ich wissen.
„Nicht sonderlich viel. Nur, dass Sie aus Amerika geflohen sind, dass Sie vermutlich verfolgt werden und er Sie deshalb zu Ihrem Schutz mit hierher gebracht hat.", erzählte er.
Ich atmete erleichtert aus. Dumbledore hatte sein Versprechen gehalten. Er hatte nur das Nötigsten erzählt. Wieder einmal war ich ihm dankbar.
„Miss Underwood vor wem laufen Sie davon. Ich muss das wissen um Sie im Ernstfall beschützen zu können.", fuhr er fort. Verunsichert sah ich ihn an und sagte nichts.
„Ich bin Ihr Hauslehrer, alles was Sie mir anvertrauen bleibt selbstverständlich unter uns.", sagte er sanft. Er lehnte sich auf seinem Sessel nach vorne und sah mir in die Augen.
Wie von allein begann ich zu antworten.
„Die Männer der New Evolution."
„Was ist die New Evolution?"
„Die New Evolution ist eine Einrichtung in der versucht wird die Evolution zu beschleunigen. Sie versuchen dort eine Art Übermensch zu züchten."
„Ich nehme an, Sie waren dort nicht freiwillig?"
„Nein."
„Ihre Eltern?"
„Wurden ermordet als ich vier war."
„Was ist dort passiert?".
Ich antwortete nicht.
„Miss Underwood? Ist alles in Ordnung?"
„Ja. Ich kann nicht darüber sprechen Professor Snape aber ich kann es ihnen zeigen, wenn Sie mir versprechen niemals irgendjemandem davon zu erzählen."
„Ich versprechs", flüsterte er.
Ich stand auf und zog mein Shirt nach unten, ging zu meinem Schrank und streckte mich nach meinem Denkarium. Verdammt. Ich konnte spüren wie mir mein Shirt hochrutschte und einen kleinen Teil meines Hintern sichtbar wurde. Egal, ich ließ mir nichts anmerken als ich mich schnell zu Snape umdrehte. Sein Blick lag noch auf der Stelle an der eine Sekunde zuvor noch mein Hintern war.
Ich stellte die schwarze Schale mit den silbernen Schriftzeichen auf dem Rand auf meinen Schreibtisch, beugte mich über sie und drehte meinen Kopf zur Seite. Als die silberne Träne aus meinem Augenwinkel fiel sah ich ihm in seine Augen. Er sah überrascht aus. Als die Träne das Denkarium berührte, verwandelte sie sich in silbernen Rauch der schwer in der Schale waberte.
„Alles in Ordnung Professor?", fragte ich.
„Ja, ich hab nur noch nie gesehen wie jemand seine Gedanken so in ein Denkarium füllt."
„Machen das nicht alle so?"
„Nein, wir nehmen sie mit dem Zauberstab aus der Schläfe."
„Sind Sie bereit zu erfahren was dort passiert ist?"
„Ja", sagte er als er sich erhob, einen Schritt auf mich zu machte und direkt neben mir stehen blieb.
Ohne nachzudenken schob ich meine Hand in seine. Ich spürte wie er kurz erstarrte dann aber doch seine Finger um meine Hand schloss. Wir sahen uns in die Augen und nickten uns zu. Dann berührte ich sacht die Oberfläche der silbernen Rauchschwaden. Um uns veränderte sich die Umgebung.
Plötzlich befanden wir uns im Labortrakt der New Evolution. Alles war weiß und still. Wortlos führte ich Professor Snape einen weißen Flur entlang.
„Wo sind wir?"
„Das ist der Labortrakt", antwortete ich als ich eine schwere Tür aufdrückte.
Wir traten ein und ich konnte blankes Entsetzten in seinem Gesicht erkennen. Auf einem Tisch aus Metall lag mein jüngeres Ich. Breite Gurte machten meinen Körper bewegungsunfähig. Neben mir stand ein Mann in einem Laborkittel. Wir konnten hören wie er zum Tisch gerichtet sprach.
„Das wird jetzt vermutlich ein bisschen weh tun."
Dann gab er mir eine Spritze und ich schrie. Ich beobachtete Snape.
„Sollen wir weitergehen?", fragte ich ihn als ich den Schmerz in seinem Gesicht sah.
Er nickte stumm. Die Umgebung veränderte sich erneut.
„Was ist das?"
„Das ist ein Kolosseum."
Wir stiegen gemeinsam die Stufen hinunter. Unten in der Arena wurde ein Tor geöffnet und wir konnten sehen wie eine weitere, jüngere Version von mir widerwillig eintrat. Ich trug volle Kampfrüstung und ein Schwert steckte in der Scheide auf meinem Rücken. Das gegenüberliegende Tor öffnete sich und sieben Erwachsene Männer betraten den Ring.
Ich hörte mich selbst sagen: „Bitte wir müssen das nicht tun."
„Entweder du stirbst oder wir. Wir wählen das kleinere Übel.", antwortete der vorderster der Männer.
Ich zog mein Schwert und hielt es so, dass die flache Seite der Klinge die Rückseite meines Oberarmes berührte. Der Ausdruck meiner Augen veränderte sich und meine Augäpfel verfärbten sich komplett schwarz. Es waren nicht mehr die Augen eines ängstlichen Mädchens, sondern die Augen einer Killerin. Einer der Männer setzte die Armbrust an, ich ließ die Klinge durch die Luft kreisen und brachte mich in Kampfposition. Die Armbrust wurde abgefeuert und ich lenkte den Bolzen mit meinem Schwert ab. Der erste Kämpfer stürmte auf mich zu. Bevor er seine Axt heben konnte ließ ich die Spitze meines Schwertes zwei Mal über seine Brust fahren. Er ging in die Knie. Mit beiden Händen stieß ich mein Schwert in seinen Rachen und drückte es mit Schwung nach oben bis seine Knochen nachgaben und die obere Hälfte seines Schädel abriss. Der zweite war mit erhobenem Schwert schon in Hiebweite doch ich konnte seinen Schlag parieren und tauchte unter seinem rechten Arm durch direkt auf den dritten Mann zu. Ich konnte den Schlag seiner Axt von oben abwehren und stieß mein Schwert in die nun ungeschützte Stelle unter seinem Arm. Ich wirbelte zum zweiten herum wehrte seinen Schlag vor der Brust ab und zog ihm meine Klinge links und rechts über das Gesicht. Ich drehte mich rechts herum und konnte den vierten Angreifer mit meiner linken Hand entwaffnen und zu Boden stoßen. Ich warf das Schwert des Fremden nach dem Armbrustschützen und traf diesen mitten in der Brust noch bevor er schießen konnte. Dann erzeugte ich eine Druckwelle mit meinen Händen die den fünften aus dem Gleichgewicht brachte. Er taumelte einige Schritte zurück und ich schritt ihm ohne zu zögern entgegen. Ein Schlag mit meinem Schwert von oben auf seins und der Mann war ungeschützt. Ich drehte mich und stieß mein Schwert in die rechte Seite seines Halses. Der vorletzte Mann stürmte mit erhobenem Schwert auf mich zu aber ich konnte seine Schwerthand mit meiner Linken greifen. Im selben Moment ließe ich mein Schwert in seine linke Körperhälfte gleiten. Sein Schwert in meiner Linken und meines in meiner Rechten lief ich dem letzten der Kämpfer entgegen. Ich hieb mit beiden Schwertern gleichzeitig zu, drehte mich und Schnitt ihn in die Seite. Er sah mir in die Augen als ich das zweite Schwert auf seine Brust hob und es mit einem Ruck mehrere Zentimeter in seinen Brustkorb stieß. Ich ließ es los, ging einen Schritt zurück und schlug ihm mit einem Schlag den Kopf von den Schultern. Es hatte keine drei Minuten gedauert und alle sieben Männer waren tot.
„Wie alt waren sie da?"
„14"
„Ihre Augen?"
„Eine Nebenwirkung der Injektionen. Sie verfärben sich wenn ich wütend werde und mein Körper in den Kampfmodus schalte."
„Wie sind sie entkommen?"
„Ich zeig es ihnen."
Wieder veränderte sich die Umgebung. Diesmal waren wir in meiner Zelle. Ich saß auf meinem Bett als sich die Tür öffnete und der Mann eintrat den ich am meisten hasste.
„Guten Morgen 2109. Sind sie bereit für ihre nächste Injektion." Wortlos erhob sich mein anderes Ich und folgte dem Mann einen der endlosen weißen Gänge entlang.
„Sie wissen ja, wie das funktioniert. Ziehen Sie sich aus und legen Sie sich hin."
Ich bewegte mich nicht.
„Haben Sie verstanden 2109?"
„Ja"
Er schlug mit der bloßen Hand in mein Gesicht. Die Wucht des Schlages drehte meinen Kopf zur Seite.
„Wie heißt das?"
Ohne den Blick zu heben sagte ich „Ja, Sir."
„Na also, geht doch."
Mit diesen Worten drehte er mir den Rücken zu. Ich kniete mich hin und tat so als würde ich einen meiner Stiefel öffnen doch ich zog einen Dolch stand auf und rammte ihn dem Mörder meiner Eltern von hinten zwischen die Rippen. Er röchelte und fiel vorn über auf den Metalltisch. Sein Blut tropfte von meinen Händen. Ich drehte mich langsam um und begann zu rennen.
Die Umgebung wechselte und wir standen auf dem Dachboden im Stall der Einrichtung. Mein anderes Ich war gerade dabei alle Boxen zu öffnen. Dann kramte ich im Heu und zog meine magische Tasche, einen Köcher voll Pfeile und einen Bogen heraus, schnallt mir den Köcher auf den Rücken und hing mir meine Tasche um.
Als Stimmen auf dem Hof ertönte zog ich vier Pfeile mit einer Hand aus dem Köcher und legte den ersten an die Bogensehne. Das Tor wurde aufgerissen, mein vergangenes Ich wirbelte herum und schoss blitzschnell nacheinander alle vier Pfeile. Jeder traf sein Ziel tödlich.
„Blackjack, jetzt."
Aus der letzten Box schoss ein großer, wunderschöner, pechschwarzer Pegasus. Er galoppierte auf mich zu und ich schwang mich in vollem Tempo auf seinen Rücken. Kaum hatten wir das Tor passiert hob er, gefolgt von vier weißen Pegasi, ab.
Ein letztes Mal änderte sich die Umgebung und ich stand wieder mit Professor Snape in meinem Zimmer im Keller von Hogwarts. Die ganze Zeit über hatten wir uns an den Händen gehalten und auch jetzt machte Snape keine Anstalten meine Hand loszulassen. Wir sahen uns minutenlang still in die Augen.
Irgendwann räusperte er sich und ließ meine Hand los.
„Ich hoffe, Sie halten mich jetzt nicht für ein Monster."
„Nein ganz im Gegenteil. Sie haben keinen dieser Menschen freiwillig getötet. Das was Sie durchmachen mussten, hätten die wenigsten überstanden. Sie, Miss Underwood haben meinen höchsten Respekt. Und jetzt sollten sie sich schlafen legen. Morgen beginnt der Unterricht für Sie, da sollten Sie ausgeruht sein."
„Sie haben recht Professor und danke."
„Gute Nacht Miss Underwood."
„Gute Nacht Professor Snape." Mit diesen Worten verschwand er durch die Tür und ich war wieder allein.
Ich legte mich in mein Bett und stellte den Wecker. Doch ich konnte nicht einschlafen, da war dieses Gefühl wenn Snape in meiner Nähe war.
Plötzlich fiel mir ein woher mir das so bekannt vorkam. Ich hatte in Büchern davon gelesen aber das war unmöglich. Ich konnte nicht verliebt in meinen Lehrer sein. Das war unmöglich. Ich schlief erst spät ein doch ich kam gut mit wenig Schlaf aus.
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Unbreakable // Severus Snape ff
Fiksyen PeminatDie 17-jährige Aria kann ihrem alten, schrecklichen Leben entfliehen und findet in Hogwarts nicht nur ein echtes Zuhause, sondern erfährt auch was Freundschaft bedeutet. Sie verliebt sich unsterblich in ihren fiesen Tränkeprofessor Severus Snape. Do...
