Kapitel 3

744 25 0
                                        


In der Eingangshalle machte uns Dumbledore miteinander bekannt.
„Miss Underwood, dass sind Harry Potter, Hermine Granger und Ronald Weasley." Der Reihe nach zeigte er auf einen Jungen mit runder Brille und struppigen schwarzen Haaren, ein Mädchen mit wunderschönen hellbraunen Locken und einen rothaarigen, schüchtern wirkenden Jungen. „Sie alle sind Griffindors und werden uns heute begleiten, da ich im Dorf noch etwas wichtiges zu erledigen habe und ich mir sicher bin, dass sie vier sich ausgezeichnet verstehen werden. Zudem ist Miss Granger eine hervorragende Schülerin und kann ihnen alle Fragen die sie vielleicht noch haben beantworten.", sprach er weiter.
Angeführt von Dumbledore, setzten wir uns in Bewegung. Erstaunlicherweise fiel es mir leicht mich mit Harry, Ron und Hermine zu unterhalten. Sie stellten keine Fragen über meine Vergangenheit, sondern erzählten mir alles was ich ihrer Meinung nach über ein Leben in Howards Wissen musste. „Die Lehrer sind eigentlich alle super nett, nur Professor Snape ist ziemlich streng und angsteinflößend.", berichtete Hermine.
Ich musste schmunzeln. Nach allem was ich in meinem Leben gesehen hatte, machte mir ein einzelner Mann wirklich keine Angst mehr.
„So da wären wir. Meine Lieben, ich werde mich jetzt von euch verabschieden. Wir treffen uns in 4 Stunden in den drei Besen.", mit diesen Worten verschwand der Schulleiter.
„Ich schlage vor wir besorgen Dir erst alles was Du brauchst Aria und danach können wir noch zu Zonkos und in den Honigtopf." Wir alle fanden Hermines Vorschlag gut und so besorgten wir meine Bücher, Pergament, Tinte, Federn und Umhänge. In einem anderen Laden zeigten mir die anderen welche Zutaten ich für das Fach Zaubertränke brauchen würde. Außerdem kaufte ich auch noch einen Kessel und einen Besen.
Ich bin noch nie auf einem Besen geflogen. Ich konnte auch ohne Besen fliegen aber das wurde ich hier niemandem verraten.
Als alle benötigten Dinge gekauft waren stöhnte Ron auf. „Wir hatten das ganze Zeug doch erst später kaufen sollen. Jetzt müssen wir das alles mitschleppen."
„Nein, ich mach das schon.", gab ich zurück.
„Aria, selbst wenn du ein zusätzliches Paar Arme hättest, könntest du das nicht allein tragen.", warf Harry ein.
Ich lächelte und öffnete meine Tasche. Sie hatte mir auf meiner Flucht aus Amerika bereits gute Dienste geleistet, denn sie konnte selbst Dinge in sich aufnehmen die eigentlich viel zu groß für sie waren und das ohne schwerer zu werden. Mit offenen Mündern beobachteten die drei, wie ich alles nach einander in meine magische Tasche gleiten ließ.
„Man, das ist ja praktisch. Sowas brauch ich auch.", sagte Hermine etwas neidisch.
„Kein Problem ich mach dir eine.", gab ich lachend zurück.
„Du hast die selbst gemacht?", fragte sie.
„Nein, die Tasche hab ich gekauft aber verzaubert hab ich sie.", erklärte ich ihr.
„Krass, ihr Deutschen scheint ja wirklich was drauf zu haben.", meinte Ron.
Langsam wurde mir bewusst, wie viel mächtiger ich war aber ich begann die drei wirklich zu mögen. Ich fühlte mich wohl in ihrer Nähe und das überraschte mich, denn normal wusste ich nicht wie ich mich unter Gleichaltrigen verhalten sollte. Ich war erstaunt wie schnell Dumbledore einschätzen konnte mit wem es mir hier am leichtesten fallen würde.
„Du bist so nett Aria ich kann gar nicht verstehen warum Du in Slytherin bist.", überlegte Harry.
Ich wusste warum der Hut mich nach Slytherin gesteckt hatte. Ich wusste wer ich war und was ich getan hatte, aber das konnte ich unmöglich irgendjemandem erzählen. Schlimm genug, dass Dumbledore und Crouch es wussten.
„Vielleicht um den Ruf zu verbessern.", scherzte ich.
Wir erreichten den Honigtopf und als wir den Laden betraten verstand ich den Namen. Der Honigtopf war ein wunderschöner Laden. Die Regale reichten bis unter die Decke und waren gefüllt mit den seltsamsten Süßigkeiten die ich je gesehen habe. Es roch herrlich und ich konnte mich kaum sattsehen. Ich kaufte die Lieblingssüßigkeiten von Ron, Hermine und Harry und außerdem einige Schokofrösche, Bertie Botts Bohnen, Kürbispasteten und Sirupbonbons.
Nach einem kurzen Abstecher in Zonkos Scherzartikelladen beschlossen wir schon einmal in die drei Besen zu gehen und bei einem Butterbier in bisschen zu quatschen.
Ich habe vorher noch nie mit jemandem gequatscht. Mit wem auch?
Wir betraten das Lokal und eine Dame die sich als Madame Rosmertha vorstellte, brachte uns vier Flaschen Butterbier. Ich nahm meinen aller ersten schluck Butterbier. Es war herrlich süß und schmeckte nach Karamell und Vanille.
Wir unterhielten uns über unsere Mitschüler und die drei erzählten mir wer in Ordnung war und von wem man sich lieber fern hielt. Das erste Mal seit vielen Jahren konnte ich unbeschwert lachen.
Doch plötzlich spürte ich, dass wir beobachtet wurden. Ich hörte mein Herz schneller schlagen, meine Sinne schärften sich und meine Kopfhaut begann zu prickelnd. Unauffällig suchten meine Augen den Raum ab und da sah ich ihn. Er saß in einer dunklen Ecke und sah mich direkt an. Ich hielt seinem Blick stand aber es schien ihm nicht unangenehm zu sein. Normalerweise wendete die Leute ihre Blicke ab wenn ich sie direkt ansah. Der Ausdruck in meinem Augen war vielen unangenehm.
„Was macht Snape hier?", fragte Harry und ich riss mich von den dunklen Augen des Professors.
„Keine Ahnung ist er sonst nicht hier?", wollte ich wissen. „Zumindest haben wir ihn hier noch nie gesehen.", sagte Hermine. Doch bevor wir uns weiter den Kopf darüber zerbrechen konnten trat Dumbledore an unseren Tisch.
„Ich hoffe ihr wartet nicht schon lange auf mich?", fragte er als er sich zu uns setzte.
„Nein, wir hatten viel Spaß.", antwortete ich ihm und fügte ein leises Danke hinzu, dass nur er hören konnte. Er lächelte mir vielsagend zu. Dieser alte Mann hatte in zwei Tagen mehr für mich getan als jeder andere Mensch vor ihm. Ich war ihm schon jetzt unendlich dankbar.
Wir tranken aus und erhoben uns um den Rückweg nach Hogwarts anzutreten. Ich verließ das Lokal als letzte und bevor ich durch die Tür trat drehte ich mich noch einmal um. Professor Snape saß noch immer unbewegt in seiner Ecke und starrte mich an.


Unbreakable // Severus Snape ff Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt