„Hey, y/n", ruft Will mich zum dritten Mal an diesem Abend. „Beeil dich gefälligst, sonst fahren wir ohne dich. Argyle steht schon vor der Tür." Ich trage gerade meinen Lipgloss auf und rolle dabei genervt mit den Augen. „Ich mach ja schon", ich stelle mich noch einmal vor meinen Spiegel und betrachte mich darin. Um auf den Rummel zu gehen habe ich meine Haare offen gelassen und mir dazu ein weinrotes, enges Top angezogen. Dazu meine Jeans mit den vielen Löchern und meine abgetanzten Sneaker. Über das Outfit werfe ich die Lederjacke, die einige Nummern zu groß ist, da ich sie von meinem Vater geklaut habe. Bei meinem Make-up habe ich mich heute für etwas Kajal entschieden um meine Augen zu betonen.
Ich stecke mir noch schnell etwas Geld in die Hosentasche und eile aus meinem Zimmer raus. Die Haustür steht offen, ich drehe mich um und rufe ein „Tschüss" zu Joyce ins Wohnzimmer. Dann schließe ich die Tür hinter mir und renne den Hof runter, wo der Bus von Argyle geparkt steht. Der Motor läuft bereits. Ich springe durch die von Will geöffnete Wagentür und lasse mich in einen der hinteren Sitze plumpsen. Wir fahren sofort los. Argyle hat einen etwas abgedrehten Fahrstil, weshalb ich erstmal zur Seite geschleudert werde, da ich noch nicht angeschnallt bin. „Mann, Argyle", fluche ich. Erst dann realisiere ich, wer neben mir sitzt und in wen ich hinein gewirbelt bin. „Oh, hi Steve", stammle ich und setzte mich langsam wieder aufrecht hin, um mich festzuschnallen. „Hey, y/n", erwidert er, „siehst gut aus." Überrascht sehe ich ihn an. „Ja... ja ähm danke. Du auch", oh mein Gott ist das peinlich, denke ich. Rasch wende ich mich zum Fenster, damit er nicht sieht wie ich erröte. Du auch? Ernsthaft, y/n? Verfluche ich mich selbst.
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Nachdem Argyle unsanft wie immer den Wagen geparkt hat, stolpern wir alle regelrecht aus dem Auto auf den Parkplatz. „War das eine Fahrt", Will schüttelt sich. Jonathan hingegen zuckt nur mit den Schultern, er und Argyle haben vorhin wieder irgendwas geraucht. Ich gehe mir mit den Fingern durch die Haare, da ich befürchte, das viele Schaukeln im Auto, könnten sie zerzaust haben. „Heey, Kumpel", ruft Steve plötzlich neben mir. Ich sehe wie Dustin auf uns zukommt. Neben ihm ein anderer Typ mit langem dunklen Haar in einer Jeansweste. Steve und Dustin begrüßen sich mittels eines merkwürdigen Handschlags. Will tritt an mich heran. „Das da ist Eddie. Eddie Munson. Er ist der Vorsitzende unseres D&D Clubs." Dungeons und Dragons war das Spiel, auf welches Will immer ganz heiß war. Ich ziehe die Stirn in Falten. Interessantes Auftreten hatte dieser Eddie. „Und dann bist du wohl", ich ahne, dass ich gemeint bin und schaue deswegen zu Eddie auf. „Y/N", beende ich den Satz für ihn, „Jonathans und Wills Cousine." Eddie fängt an zu grinsen. Bis jetzt finde ich ihn etwas schräg, aber lustig. „Freut mich sehr", sagt er in einer halben Verbeugung, die mich lächeln lässt.
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Die Gruppe teilt sich auf. Mittlerweile ist Jane auch dazu gekommen. Mitgebracht hat sie ein rothaariges Mädchen namens Max, die mich nicht sehr zu mögen scheint. Jedenfalls ist sie etwas stur. Im Schlepptau haben sie Robin, die beste Freundin von Steve und Nancy, Jonathans feste Freundin. Die beiden sind sofort super nett zu mir und wir Mädels bilden zusammen eine Fünfer Gruppe. „Lasst uns doch als erstes in das Kettenkarussell gehen", schlägt Robin vor. Damit sind wir alle einverstanden. Das Karussell fährt ziemlich weit hoch und ich muss erstmal schlucken, um meine Höhenangst in den Griff zu bekommen. Wieder unten angekommen, steige ich aus und taumle von der Fläche. Ich sehe Steve mit Dustin und Mike an und vorbeilaufen. „Ich glaube y/n übergibt sich gleich", ärgert Dustin mich. „Höhe ist nicht so mein Ding", keuche ich und versuche ihn zeitgleich mit einem meiner Blicke zu tadeln. Steve und Mike fangen an zu lachen und die drei ziehen weiter. „Gehts wieder", fragt Jane mich amüsiert. Ich nicke. Robin klopft mir auf die Schulter. „Na dann Mädels, wo gehts als nächstes hin?" „Wie wäre es mit Achterbahn?", schlägt Max vor. „Nur über meine L"- fange ich an, doch Jane hat mich bereits am Arm gepackt und schleift mich hinter den anderen her zu der Achterbahn. Dorthin haben sich auch Eddie, Will, Lucas und ein vierter Junge verirrt. Die Fahrt ist noch schlimmer als die davor. Ich habe solche Fahrgeschäfte noch nie gemocht. Diese verdammte Bahn lässt meinen Magen sich um sich selbst drehen und andauernd kommt ein Looping auf den ich nicht gefasst bin und stellt die Welt auf den Kopf. Mir ist schwummerig als wir wieder anhalten und die Sicherheitsbügel nach sich nach oben öffnen. Ich umklammere meine Stirn und warte darauf, dass die Welt wieder klar wird und aufhört, so zu verschwimmen. Als es wieder einigermaßen geht steige ich aus dem Wagen. „Das ist Billy, mein großer Bruder", sagt Max neben mir und deutet auf den Jungen, dessen Namen ich noch nicht kannte. Er trägt einen blonden Vokuhila und Bart und hat sich soeben eine Fluppe angesteckt. Ich lächle freundlich zu ihm herüber. „Coole Jacke", nuschelt er mit der Zigarette im Mund. Ich will gerade etwas erwidern, da dreht sich mein Magen erneut um. Schnell wirbel ich herum und treffe zum Glück noch den Mülleimer, der hinter mir steht. Mein Mageninhalt entleert sich in die Tonne. Ich stütze mich an ihrem Rand ab. „Oh Gott", höre ich Robin sagen. Langsam blicke ich auf und sehe, wie sie mir mit einer Wasserflasche zur Hilfe kommt. Ich trinke einen Schluck daraus und seufze. „Hab doch gleich gesagt, dass das keine gute Idee war", sage ich. „Ja, nur haben wir das nicht so ernstgenommen", antwortet Max. „Nimm's nicht persönlich, Billy", rufe ich ihm zu und die anderen fangen an zu lachen.
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„Ich brauch ne Pause", werfe ich nach einiger Zeit, die wir weiter über den Platz schlendern ein. „Ihr könnt ruhig ohne mich weitergehen." „Schon gut, ich kann bei dir bleiben", sagt Robin. „Okay, also dann gehen wir erstmal zu dem Spiegellabyrinth, ja?", fragt Nancy. Wir beide nicken und die drei zischen ab. „Danke, dass du bei mir geblieben bist", sage ich zu Robin. „Schon gut, ich mag dich, also", sie lächelt. „Tut gut zu hören, wenn man gerade erst hergezogen ist", meine ich. „Vermisst du denn deine alten Freunde nicht?" , fragt sie. Ich schüttle mit einem leichten Lächeln den Kopf. „Da waren keine Freunde. Nur ich, meine Mum und mein Dad. Hatte damit schon genug um die Ohren." „Wie meinst du das?" „Mein Vater ist Alkoholiker. War er schon immer, aber seitdem er herausgefunden hat, dass meine Mutter ihn betrügt, hatte er sich nicht mehr unter Kontrolle. Er war nur noch selten zu Hause und wenn dann hat er im Wohnzimmer geschlafen und nicht geredet. Für meine Mutter war das der Startschuss." Ich sehe zu Robin. Sie hört mir aufmerksam zu. „Sie ist mit ihrem Lover zusammengezogen. Bald wandern sie nach Kanada aus. Da wollte ich nicht mitmachen, also bin ich hergekommen. Derry is echt ne abgefuckte Stadt also bin ich relativ froh, dass ich da raus bin. Auch wenn ich dort aufgewachsen bin. Ständig sind Kinder verschwunden und so n Scheiß. Hab's da nicht mehr ausgehalten." „Warte mal, du sagtest du kommst aus Derry? Derry, wie in"- „Dem Buch ES, ja. Stephen King hat sich von unserem Städtchen inspirieren lassen. Leider nur im negativen Sinn." „Heilige Scheiße", murmelt Robin, „Ich hab das Buch letzten Monat gelesen und bin immer noch nicht über das Bild von diesem Horrorclown hinweg. Mann, wenn die das verfilmen scheiß ich mir sowasvon in die Hosen. Und dann auch noch diese abgedrehte Szene am Ende, wo Beverly"- „Ich weiß welche du meinst", unterbrach ich sie. Diese Szene schwirrte auch noch immer in meinen Gedanken. Robin sah mich entschuldigend an. „Tut mir leid, wenn ich zu viel rede. Ich kann mit so sensiblen Themen nicht so gut umgehen, dann fängt mein Mund einfach an, wirres Zeug von sich zu geben." Ich lache und winke ab. „Das nehme ich dir nicht übel. Eigentlich finde ich es ganz gut, wenn man mich mal von meinen Problemen ablenkt."
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Wir schlendern weiter über den Markt und bleiben bei einem Stand stehen, um uns Zuckerwatte zu kaufen. Die Sonne geht langsam unter und taucht den Jahrmarkt in ein goldenes Licht. Einige Zeit später treffen wir die Mädels wieder. „Hab ich einen Hunger", klagt Nancy, „Ich hole mir da drüben einen Corndog, bis gleich." Während wir warten kommen Dustin, Eddie und Steve zu uns. „Hat jemand Lust, mit in die Geisterbahn zu gehen?", fragt Dustin. Ich horche auf. „Bin dabei", ich liebe Grusel. Schließlich komme ich auch aus einer Stadt, in der das Schrecken wohnt. Aber auch beim Gucken von Horrorfilmen gefällt mir die Gänsehaut, die sich auf meinem Körper ausbreitet. Wir sehen wie Nancy wieder auf uns zukommt. Ihre Miene sieht nicht sehr glücklich aus. „Ihr werdet es nicht glauben", sie seufzt, „Will kam gerade zu mir und teilte mir mit, dass sich Jonathan und Argyle im Spiegellabyrinth verirrt haben und nicht mehr rausfinden. Sie sind völlig high und lachen sich die ganze Zeit schlapp." „Meine Güte", schimpfe ich, „Wieso kann man die nicht einmal allein lassen? Dabei hat Joyce gesagt, sie sollen auf uns aufpassen und nicht umgekehrt." „Langsam hab ich auch keine Geduld mehr mit ihm", sagte Nancy genervt. Damit meinte sie Jonathan. In der letzten Zeig war ihre Beziehung wohl etwas angespannt. „Ich muss wohl jetzt zu ihnen und mich darum kümmern, dass sie da wieder rauskommen", Nancy wendet sich zum Gehen. „Ich befürchte, ich muss auch mit. Joyce darf das auf keinen Fall erfahren.", ich presse die Lippen aufeinander. „Nein", sagt Robin schnell. Verwirrt sehe ich sie an. „Ich gehe schon mit Nancy, geht ihr ruhig in die Geisterbahn ohne mich. Ich steh sowieso nicht auf solchen Kram." Ich runzle die Stirn. „Okay", ich ziehe das Wort in die Länge, „wie du meinst." Robin und Nancy verschwinden schon in der Menge, ehe ich erwähnen kann, wie anstrengend es sein kann mit zwei Jungs auf Gras zu kommunizieren. „Nagut", ich wende mich wieder den anderen zu. „Dann kann es ja losgehen", ruft Eddie. Auf dem Weg zu der Bahn zweigt Jane sich von uns ab und geht mit Mike zu einem Stand, bei dem man Dosenwerfen muss, um ein Kuscheltier zu gewinnen. Max schnappt sich ihren großen Bruder, der eigentlich gerade beim Schießstand ansteht und mit Mädchen flirtet und zieht ihn mit uns mit. Billy schien nicht begeistert, fängt aber an zu lachen, als er erfährt wo wir hingehen. „Du hast wohl Angst, da allein reinzugehen, Maxime", neckt er Max. Sie stößt ihm scherzhaft in die Rippen. Eddie und Dustin steigen sofort in einen Wagen und hinter ihnen Max und Billy. „Na komm", fordert Steve mich auf und wir setzen uns nebeneinander in einen Waggon. Von der Seite zischt Rauch aus den Wänden und umnebelt uns. „Jetzt gehts los, Baby", höre ich Eddie grölen. „Whou", mache ich und halte mich an dem Sicherheitsbügel vor mir fest als wir langsam in die Dunkelheit rollen.
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Legende 000
AdventureDu ziehst zu deiner Tante Joyce und deinen beiden Cousins nach Hawkins, um aus der Horror Stadt Derry zu entkommen. Ziemlich schnell wird die klar, dass auch hier übernatürliche Dinge geschehen. Du und deine Freunde sind in Gefahr, doch nur du allei...
