Zusammenbruch

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Am nächsten Tag entscheide ich mich, wieder in die Schule zu gehen. Meine Noten sollen schließlich nicht so sehr darunter leiden, dass ich irgendeinen Fluch auf mir liegen habe. Doch die Menschen in den Schulfluren sind für mich nicht ganz da. Es ist, als wäre zwischen ihnen und mir eine Wand aus Watte, die den Schall abdämpft. Im Unterricht beteilige ich mich vereinzelt, der Rest rauchst an mir vorbei, als befände ich mich in einem Traum. Ständig sagt mir eine Stimme im Kopf, dass ich mich nicht aufregen soll, weil sonst ein neues Feuer entfacht werden könnte. In der Mittagspause sitze ich zusammen mit meinen Freunden und schlucke den ganzen Ärger herunter, verstecke ihn gezielt. Ich will ihr ganzes Mitleid nicht, es macht mich krank. Deswegen bringe ich Witze, lache und rede angeregt mit ihnen, damit ihnen nichts auffällt. Kurz vor Ende der großen Pause sage ich ihnen, dass ich zur Toilette gehe und verschwinde kurz darauf im Mädchenklo. Mir ist klar, dass sie wahrscheinlich über mich reden, während ich weg bin, aber dagegen kann ich im Moment nichts tun.

Ich verschliesse die Toilettentür hinter mir und halte mir die Hand vor den Mund, um den Laut meines Schluchzens zu dämmen. Plötzlich wird mir tierisch heiß. Die Wärme durchströmt meinen Körper und mir wird schwindelig. Es wird so schlimm, dass ich mich nicht mehr gerade auf den Beinen halten kann und zu Boden sinke. Die Welt ist so unscharf, dass mir übel wird. Ich lege meinen Kopf in den Nacken, da er mir zu schwer wird. Dann schließe ich meine Augen und trete allmählich weg.

„ICH BIN HIER", die Stimme dröhnt von überall und ich schrecke auf. Ich erkenne sie bereits, es ist die Stimme aus meinen Albträumen. Ich versuche mich davon abzulenken, dass es Vecnas Stimme sein könnte. Bitte nicht, flehe ich stumm. Ich sitze noch immer auf den kalten Fliesen der Mädchentoilette. Und noch immer fühle ich mich miserabler denn je. So eine Art Anfall hatte ich noch nie. Es hat sich angefühlt, als stünde meine Haut in Flammen. Ich muss hier raus. Ich muss handeln. Seine Stimme in meinem Bewusstsein... das kann ich nicht zulassen . Darf ich nicht, denn hierbei geht es auch um meine Freunde und Familie. Ja sogar um eine ganze Stadt. Ich kann nicht in der Schule bleiben. Nicht, wenn ich dadurch meine Mitschüler in Gefahr bringe. Ich muss dringen ein Gespräch mit Elfie führen, nur sie kann mir helfen. Meine Hände zittern, sodass es mich viel Anstrengung kostet, mich aufzurappeln. Mir ist schwindelig und ich spüre, wie mir der Schweiß auf der Stirn steht. Mühselig komme ich auf die Beine und brauche einen Moment, um sicher zu gehen, dass ich nicht umkippe. Ich will es schnell machen: Raus hier und ab nach Hause. Doch meine weichen Knie erschweren mir das Ganze. Ich setze einen Fuß vor den anderen, verlasse die Klokabine und öffne schließlich die Tür, die mich wieder in den Flur zurückführt. Ich biege um die Ecke und stoße gegen jemanden.

„Tschuldigung", nuschle ich, während ich zu Boden blicke

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„Tschuldigung", nuschle ich, während ich zu Boden blicke. „Bist du okay.", fragt eine vertraute Stimme und ich spüre, wie mich eine Hand am Arm festhält. Es ist Billy. Ich öffne den Mund, aber es kommt nichts raus. Mein Hals ist so trocken. „Du glühst ja", stellt Billy fest und ich blicke auf in sein ernstes Gesicht. „Wo sind die anderen?" Alles dreht sich, ich kann nicht antworten. „Hey", er schnipst vor meinem Gesicht herum, „Na schön, du kommst jetzt mit, du siehst nämlich nicht gesund aus." Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu gehorchen. Ich stolpere, als ich versuche, vorwärts zu gehen, sodass Billy mich mit einer Hand auf dem Rücken stabilisieren muss. „Reiß dich zusammen, komm schon", zischt er. Doch es klingt mehr besorgt, als gemein. Ich spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, als wir das Schulgebäude verlassen. Billy öffnet die Tür seines Wagens und schiebt mich auf den Sitz. Er steigt ebenfalls ein und wir fahren vom Hof. „Was ist mit dir?", fragt Billy, „Wieso gehst du so krank in die Schule?" „Ich", presse ich hervor, „Ich bin nicht krank." Billy schielt verwirrt zu mir herüber. „Frag einfach Elfie." Ich schließe erschöpft die Augen. „Es hat doch nichts zu tun mit...", Billy klingt alarmiert. Mit noch immer geschlossenen Augen flüstere ich „Vecna", ehe ich das Bewusstsein verliere.

Ich wache wieder auf und spüre, dass ich getragen werde. „Lass mich sofort runter", schnauze ich Billy an. Im nächsten Moment lässt er mich auch schon los und ich stolpere unelegant vor mich her, ehe ich nach vorne falle. Ich spüre seinen Blick auf mir. „Na schön", murmel ich , „du darfst mir helfen. Billy greift mit seinen großen Händen unter meine Arme in zieht mich wieder hoch. Mir fällt auf, wie stark er ist. Er trainiert bestimmt seine Muskeln, denke ich. Ich verstehe, wo wir sind. „Wieso hast du mich nicht nach hause gebracht?", wir gehen auf seinen Trailer zu. „Wenn du willst, bringe ich dich. Dann kann Joyce sich um dich kümmern", er sagt es in einem spöttischen Ton, während er mich zur Tür leitet. Aber er hat recht. Ich würde nicht wollen, dass Joyce etwas von alldem mitbekommt und sich Sorgen macht, weil ihre Nichte Probleme übernatürlicher Natur hat.

Ich will mich auf das Sofa setzen, aber Billy stoppt mich. „Du solltest dich besser in Max' Bett ausruhen". „Stört sie das nicht?" „Ich mach hier die Regeln", erwidert er stumpf, „Zur Not kannst du in mein Bett." Dieser letzte Satz steht etwas unangenehm zwischen uns. Ich in seinem Bett. Eine ungewohnte Vorstellung. Er führt mich in Max' Zimmer und ich ziehe meine Schuhe aus. Eigentlich würde ich noch mehr ausziehen, aber Billy steht noch immer im Raum. „Nimm dir ruhig ein Schlaf T shirt aus ihrem Schrank", sagt Billy und dreht sich weg, als hätte er verstanden. Während ich mich umziehe und ins Bett krabble, sagt er, das Gesicht immer noch weg gedreht: „Soll ich den anderen Bescheid sagen? Oder zumindest Will?" „Will macht sich zu viele Sorgen." „Dann vielleicht Steve?", presst Billy hervor. Ich lasse ein genervtes Stöhnen heraus. „Wann kapiert ihr eigentlich, dass zwischen uns Schluss ist?" Mit einem Mal dreht Billy sich zu mir um. Seine Mine ist jedoch steinhart. „Ich kann nicht erwarten, dass er bei so einem Mist an meiner Seite bleibt. Ich will ihn da nicht mit reinziehen." Billy nickt stumm. Doch hinter seinen Augen leuchtet etwas auf. Er kommt näher.

 „Du hast vorhin Vecnas Namen gesagt

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„Du hast vorhin Vecnas Namen gesagt. Siehst du ihn?" „Ich habe ihn einmal gesehen", mein Hals wird trocken, „In der Nacht im Schwimmbad. Jetzt höre ich ihn ständig. Er sagt ziemlich gruselige Dinge, wenn du mich fragst. Ich weiß nicht, wie ich das länger aushalten soll. Und dann auch noch dieses Feuer, was ich nicht kontrollieren kann." Um Billys Mund herum zuckt etwas. „Wir haben schon mehrmals gegen Vecna gekämpft und immer gewonnen." Ich zucke mit den Achseln. „Was, wenn es diesmal anders ist." Billy sieht mich mitleidig an, macht einen Schritt auf mich zu, hält inne und dreht sich dann von mir weg. „Du solltest dich jetzt ausruhen." Er hat recht. Meine Glieder schmerzen und brennen noch immer. Ich schließe meine Augen.

Später werde ich mit Elfie reden müssen

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Später werde ich mit Elfie reden müssen.

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Bald wird es richtig ernst werden, Leute. Ich hab schon etwas Angst vor Vecna muss ich sagen. Aber vielleicht passieren ja noch einige schöne Dinge zwischen Freunden oder vielleicht Verliebten? Im nächsten Kapitel wird sich die Protagonistin auf jeden Fall mit ihren Kräften auseinandersetzen müssen. Hoffen wir mal, dass sie nicht alles abfackelt.
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⏰ Letzte Aktualisierung: Jul 07, 2025 ⏰

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