Kapitel 2

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Ich wollte mich gerade auf den Weg zu meinem Zimmer machen, als meine Mutter sagte: „Talia, ich muss dir was sagen."

Talia: Noldu Anne (Was ist Mama?)

Mutter: Teyzen hasta ben yarin türkiyeye gidicem. (Deine Tante ist krank, ich fliege morgen in die Türkei.)

Talia: Was hat sie?

Mutter: Sie wurde ja vor zwei Tagen operiert, es geht ihr nicht so gut.

19:00 Uhr

Ich telefonierte gerade mit meinen Freundinnen Lina, Laura, Melissa und Eli.

Laura: Leute, dann lasst uns jetzt treffen.

Lina: Okay, bin dabei.

Melissa & Eli: Wir auch.

Lina: Kommst du auch, Talia?

Talia: Ja.

Nach dem Telefonat ging ich runter in die Küche zu meiner Mutter, um ihr Bescheid zu geben. Ihre Antwort war, um 21 Uhr zuhause zu sein. Ich nickte nur und machte mich auf den Weg.

Laura: Leute, ich weiß nicht, für wen ich mich entscheiden soll.

Melissa: Laura, entscheide dich für den, den du wirklich liebst.

Lina: Leute, mir geht's in letzter Zeit so schlecht.

Immer wenn jemand aus der Gruppe sagt, dass es ihm schlecht geht, kümmere ich mich um ihn. Ich versuche immer, die Person aufzumuntern. Ich bin das Mädchen, das immer positiv denkt, nett ist und anderen Menschen hilft, aber manchmal wird das als naiv und dumm abgetan.

20:58 Uhr

Als ich zu Hause ankam, öffnete mir Taylan die Tür.

Taylan: Wo warst du?

Talia: Draußen.

Taylan: Mit wem?

Talia: Mit Lina und so.

Bevor er noch etwas sagen konnte, ging ich in mein Zimmer und dachte darüber nach, wie die anderen reagieren würden, wenn es mir auch schlecht ginge.

Nächster Tag

Wie jeden Morgen machte ich meine Routine und ging zum Bus. Im Bus setzte ich mich ganz nach hinten. Nach ein paar Haltestellen stieg ein Junge ein, der sich genau neben mich setzte. Er war in der 11. Klasse, eine Klasse über mir.

Als ich an der Schule ankam, ging ich sofort zu meinen Freundinnen. Wir redeten ein bisschen und planten, nach der Schule in die Stadt zu gehen, da wir Freitag hatten und am nächsten Tag eh keine Schule war.

Ich sagte meinem ältesten Bruder Bescheid, und er sagte, ich sollte um 20 Uhr da sein.

Der Tag hatte mir so viel Spaß gemacht mit meinen Freundinnen. Wir waren essen, dann shoppen, und die restliche Zeit verbrachten wir im Park.

Plötzlich klingelte mein Handy. Es war meine Mutter.

Talia: Efendim Anne (Ja Mama)

Mutter: Napiyosun (Was machst du?)

Talia: Bin draußen.

Mutter: Schon wieder (Sauer)

Talia, jeden Tag bist du draußen, das reicht langsam.

Talia: Anne, was habe ich denn jetzt gemacht? Warum bist du so wütend?

Mutter: Talia, jeden Tag bist du draußen, hörst nicht auf mich und bringst keine guten Noten. Aber wenn es darum geht, rauszugehen, sagst du: „Anne, darf ich raus?" Genug ist genug! Sofort nach Hause! (Sauer)

Talia: Tamam (Okay) (Traurig)

Ich sagte den anderen, dass ich gehen musste, und verabschiedete mich von allen. Bevor ich in den Bus einstieg, kam Melissa zu mir und fragte: „Ist alles in Ordnung?" Ich antwortete mit einem „Ja" und stieg dann in den Bus ein.

Auf dem Weg versuchte ich, nicht zu weinen, aber es gelang mir nicht. Ich bekam einzelne Tränen. Als ich aus dem Bus ausstieg, fing ich an, noch kräftiger zu weinen. Auf dem Weg versuchte ich, Luft zu holen und nicht zu weinen.

Als ich zu Hause ankam, machte ich die Tür auf und rannte sofort in mein Zimmer. Ich weinte kräftiger und lauter und bekam langsam keine Luft mehr.

ᴛᴀʟɪᴀ   Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt