Kapitel 23

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Ich beendete das Telefongespräch und ließ mein Mobiltelefon auf den Boden fallen. Ich war verzweifelt und wusste nicht, wie ich weiter vorgehen sollte.

Wenn sie erwacht, wird sie mich den Behörden melden.

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Cems Sicht

Die Polizei befragte Eli und Melissa. Ihre Aussagen verletzten mich zutiefst, da ich ihre Leiden nicht miterleben konnte.

Melissa: Sie war mit einem jungen Mann liiert, der ihr zahlreiche Dinge einredete oder stets zustimmte, um ihr vorzugaukeln, er verstehe sie wirklich.

Eli: In letzter Zeit verhielt sie sich jedoch zunehmend seltsam ihm gegenüber. Wir haben sie darauf angesprochen.

Melissa: Daraufhin kam es zu einem Streit.

Eli: Sie wollte keinen Kontakt mehr zu uns.

Polizist: Können Sie seinen Namen, sein Alter und seinen Wohnort nennen?

Melissa: Sein Name ist Cenk. Er ist 19 Jahre alt. Wir kennen seinen Wohnort nicht. Er wartete stets an einer Gasse hinter der Schule auf sie.

Polizistin: Können Sie ihn beschreiben?

Melissa: Ja, er ist etwa 1,85 Meter groß, hat braune Haare und braune Augen.

Eli: Er hat außerdem eine auffällige Narbe im Gesicht.

Polizist: Wo genau befindet sich die Narbe?

Melissa: Auf der rechten Backe, ein gut sichtbarer Kratzer.

Cems Sicht

Ich packte meine Habseligkeiten und beabsichtigte, mich von diesem Ort zu entfernen, bevor die Behörden mich festnehmen konnten.

Meine Kreditkarten, meinen Ausweis und mein Mobiltelefon ließ ich in meiner Wohnung zurück. Das einzige, was ich mitnahm, war ein Rucksack, in dem sich 250.000 Euro befanden.

Talias Sicht

Diese Geräusche um mich herum, was ist das? Warum hört mich niemand? Wo bin ich?

Plötzlich öffnete ich die Augen und befand mich in meinem Bett. Ich erhob mich und begab mich umgehend in die Küche, wo meine Mutter, meine Schwester und meine Brüder am Esstisch saßen.

Sie waren alle in höchster Heiterkeit, lachten und unterhielten sich. Ich rief nach ihnen, doch meine Worte blieben unbeantwortet, als würden sie mich ignorieren.

Plötzlich erschien ein Mädchen neben mir, das mir aufs Haar glich – es war ich selbst.

„Sie hören dich nicht", sagte sie.

„Wieso?", fragte ich neugierig.

„Weil du nicht mehr bei ihnen bist. Du befindest dich auf dem Weg zum Tod", sagte sie mit großer Selbstsicherheit.

„Ich möchte aber nicht sterben", sagte ich ängstlich.

„Dann sei stark und zeige, dass du nicht sterben willst."

ᴛᴀʟɪᴀ   Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt